Beim allgemeinen Interesse an Silber-Futures gab es indes einen marginalen Rückgang zu beobachten. Auf Wochensicht war bei der Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) ein marginaler Rückgang von 158.200 auf 157.800 Futures (-0,2 Prozent) gemeldet worden. Wie in der Woche zuvor, fiel die Stimmung unter Kleinspekulanten (Non-Reportables) und Großspekulanten (Non-Commercials) uneinheitlich aus. Während große Terminspekulanten optimistischer wurden, nahm unter Kleinspekulanten die Skepsis zu. Summa summarum schlug sich dies bei der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten in einem deutlichen Zuwachs nieder. Auf Wochensicht stellte sich ein Plus von 56.900 auf 59.500 Kontrakte (+5,7 Prozent) ein. Noch optimistischer waren die spekulativen Marktakteure letztmals vor drei Monaten.

Besonders Interessant: Sowohl große als auch kleine Terminspekulanten haben ihre Long-Seite kaum verändert. Heftige Verschiebungen gab es vor allem beim Short-Exposure zu beobachten. Große Terminspekulanten habe hier eine Kürzung um 3.900 Futures vorgenommen, während kleine Terminspekulanten ihre Short-Seite um 1.000 Kontrakte verstärkt haben. Bei den Großspekulanten führte dies zu einem Anstieg der Netto-Long-Position von 40.800 auf 44.700 Futures (+9,6 Prozent). Kleine Terminspekulanten verzeichneten auf Wochensicht einen Rückgang der Netto-Long-Position von 16.100 auf 14.800 Futures (-8,1 Prozent).

Silber: Optimistische Prognosen en masse


In der vergangenen Handelswoche "hagelte" es ausgesprochen optimistische Kursziele für den Silberpreis. Einige Analysten halten sogar Verdreifachungen bzw. Vervierfachungen für möglich. Für Fantasie sorgt vor allem der immer wahrscheinlicher werdende Wahlsieg des US-Demokraten Joe Biden gegenüber dem Amtsinhaber Donald Trump. Sollte Biden gewinnen, was aufgrund des komplizierten Wahlsystems keineswegs als sicher anzusehen ist, würde vor allem die Solarindustrie davon profitieren. Biden möchte nämlich den Klimawandel bekämpfen und Erneuerbare Energien fördern. Silber gilt in der Photovoltaik als wichtiger Rohstoff und auch in der Elektronikindustrie gilt das Edelmetall als wichtige Komponente. Nur zur Erinnerung: Laut Daten des Silver Institute war mit 3.069 Tonnen ungefähr ein Fünftel der industriellen Nachfrage dem Photovoltaiksektor zuzuschreiben. Digitalisierung und Klimawandel dürften auf lange Sicht zwei wichtige Garanten dafür sein, dass das Interesse an Silber eher zu- als abnehmen wird.

Eine massive Unterbewertung gegenüber Gold verzeichnete Silber im März dieses Jahres, als das Gold/Silber-Ratio in der Spitze auf über 120 explodierte. Damals musste man für eine Feinunze Gold 120 Unzen Silber aufwiegen. Zur Erinnerung: Während der Edelmetallrally im Jahr 2011 sank diese Kennzahl zeitweise auf 40. Übertragen auf die heutigen Marktverhältnisse würde die bei einem Goldpreis von 1.900 Dollar zu einem Silberpreis von über 47 Dollar führen. Analysten der Citibank halten in den kommenden zwölf Monaten einen Anstieg auf 40 Dollar für möglich und begründen dies mit der anhaltend starken Nachfrage der Investoren und einem erwarteten Boom der Industrienachfrage im Jahr 2021. Auf lange Sicht halten sie sogar eine Verdopplung auf 50 bzw. eine Vervierfachung auf 100 Dollar für möglich. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Citibank-Analysten aber darauf hinweisen, dass ein Silberinvestments nichts für schwache Nerven sei. Dies bringt der CBOE-Silbervolatilitätsindex auf einen Blick zum Ausdruck: Mit aktuell 48,6 Prozent übertrifft er sein Pendant auf Gold (21,0 Prozent) um mehr als das Doppelte. Hier finden Sie ETFs auf Gold, Silber, Platin und Palladium: ETF-Finder von Börse online.