Die Tech-Giganten aus dem Silicon Valley, also die Magnificent Seven, befinden sich aktuell in einem waschechten Wettrüsten. Der Grund: KI. Immer mehr Rechenleistung wird benötigt, um den Bedürfnissen zu entsprechen, was zu Investitionen führt, die selbst für Microsoft, Amazon & Co. neue Dimensionen annehmen.
Wie die jüngsten Quartalszahlen und Analysen zeigen, werden die sogenannten Hypersclaer in den kommenden Jahren erneut dreistellige Milliardenbeträge in KI-Technik investieren. Amazon spricht beispielsweise von jährlichen Investitionsausgaben von über 100 Milliarden US-Dollar, um die Kapazitäten des wichtigen Cloud-Netzwerkes AWS auszubauen. Dabei sind diese Ausgaben kein Selbstzweck. Im Gegenteil: Es handelt sich um eine notwendige Reaktion, um den Datenhunger der Large Language Model (LLMs) im Stile von ChatGPT und Claude zu decken und nicht vom Markt verdrängt zu werden.
Druck auf die Cashflow-Margen
An der Börse führt diese Strategie zu unterschiedlichen Bewertungen. Über Jahre hinweg zeichneten konnten die Technik-Riesen selbst bei moderaten Investitionen enorm freie Cashflows erzielen. Durch die aktuelle Investitionswelle verschiebt sich dieses Profil. Die hohen Vorabkosten für Hardware und Energieinfrastruktur belasten die operativen Margen. Zusätzlich wird Kapital gebunden, dessen ROI sich erst noch beweisen muss.
Bislang rechtfertigen die Unternehmen diese Ausgaben mit der notwendigen Sicherung von Marktanteilen. Die Sorge vor einem technologischen Rückstand überwiegt derzeit die Bedenken hinsichtlich einer mögliche Rentabilitätsschwäche.
Profiteure entlang der Wertschöpfungskette
Während die Betreiber der Plattformen die finanzielle Last des Infrastrukturaufbaus tragen, profitiert die Zulieferindustrie von ihrer Nachfrage. Diese Unternehmen bilden das Rückgrat der KI-Entwicklung und sind weniger direkt von der letztlichen Monetarisierung der KI-Software abhängig. Vor allem Hersteller von Halbleitern verdienen sich gerade eine goldene Nase. Hierzu zählen auch Netzwerktechnologie-Spezialisten. Unternehmen, wie Broadcom oder Marvell Technology liefern die notwendigen Komponenten, um die Datenlast zwischen Rechenknoten mit minimaler Latenzzeit zu bewältigen.
Ein weiterer Gewinner ist das Energiemanagement. Aufgrund der erhöhten Rechenleistung entsteht eine höhere Hitze bei den Rechnern. Unternehmen, die ein passendes Kühllösung bereitstellen, können somit einen deutlichen Anstieg des Auftragbestandes melden. Eine weitere zentrale Rolle nehmen Unternehmen ein, die sich auf die Fertigung maßgeschneiderter Hochleistungs-Racks spezialisiert haben.
Was bedeutet das für Anleger?
Die explosionsartige Investitionsstrategie der Magnificent Seven markiert eine neue Phase im KI-Zyklus. Denn ein neues Fundamnet wird errichtet. Während die großen Tech-Aktien durch die hohen Ausgaben und die damit verbundene Unsicherheit über die ROI volatiler werden könnten, bietet die Infrastruktur-Ebene ein klareres Bild.
Die Nachfrage nach Hardware ist unmittelbar und vertraglich oft langfristig abgesichert. Für das Depot bedeutet das: Der Blick sollte über KI-Anwendungen hinausgehen. Vor allem Firmen wie Sandisk sollten Anleger in den kommenden Monaten genauer beobachten. Denn hier könnten sich wahre Schätze verbergen, die über die nächsten Monate und Jahre nicht nur von den Milliardensummen der Mag 7 profitieren - aber auch.
Aus dem gleichen Grund sich Anleger auch nicht den Chip-Power-Index von BÖRSE ONLINE entgehen lassen.
Häufig gestellte Fragen
Wer zählt zu den Mag 7?
Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta, Nvidia, Tesla.
Warum machen die hohen Investitionen in KI-Rechenleistung Sinn?
Künstliche Intelligenz hat in den vergangenen Jahren einen immer höheren Stellenwert angenommen. Vor allem Cloudbasierte Systeme sind aus der heutigen Welt kaum noch wegzudenken. Aus diesem Grund muss die Stabilität gewährleistet werden.
Wie viele Milliarden Euro investieren die Mag 7?
Die Firmen haben ihre Kapitalströme deutlich erhöht. Dadurch sollen rund 700 Milliarden Euro in den nächsten Jahren in die Hand genommen werden.