Die Hollywood-Landkarte könnte in den kommenden Tagen radikal neu gezeichnet werden. Am 16. Februar 2026 berichten Insider, dass der Vorstand von Warner Bros. Discovery (WBD) ernsthaft in Erwägung zieht, die Verkaufsgespräche mit Paramount Skydance wieder aufzunehmen. Damit gerät die bereits sicher geglaubte Fusion mit dem Branchenprimus Netflix ins Wanken.
Der Auslöser für das Umdenken ist ein massiv nachgebessertes Angebot von Paramount-Chef David Ellison. Während Netflix bisher 27,75 USD pro Aktie bietet, lockt Paramount mit einem Gebot von 30,00 USD. Doch der Preis ist nicht der einzige Hebel:
- Übernahme der „Breakup Fee“: Paramount hat sich bereit erklärt, die Kündigungsgebühr in Höhe von 2,8 Milliarden USD zu übernehmen, die Warner Bros. bei einem Vertragsbruch an Netflix zahlen müsste.
- Schuldenschutz: Ellison bietet an, eine Refinanzierung der WBD-Schulden (ca. 1,5 Mrd. USD an Kosten) abzusichern.
- Sicherheitsgarantie: Ein sogenannter „Ticking Fee“ von 0,25 USD pro Aktie und Quartal soll an die Aktionäre fließen, falls sich die behördliche Genehmigung über den 31. Dezember 2026 hinaus verzögert.
- Privatbürgschaft: Oracle-Gründer Larry Ellison (Davids Vater) stützt den Deal mit einer persönlichen Garantie über 43,3 Milliarden USD.
Netflix unter Zugzwang: Die 40-Prozent-Korrektur
Für Netflix kommt dieser Vorstoß zur Unzeit. Die Aktie des Streaming-Riesen hat seit ihrem Sommerhoch 2025 rund 40 % an Wert verloren, da Investoren unter anderem die enorme Schuldenlast einer Warner-Übernahme fürchten. Sollte WBD das Paramount-Angebot offiziell als „überlegen“ (Superior Proposal) einstufen, hat Netflix jedoch das vertragliche Recht, innerhalb einer kurzen Frist mit dem Gebot gleichzuziehen.
Analysten sind gespalten: Während einige das Paramount-Angebot aufgrund der Barzahlung bevorzugen, warnen andere vor regulatorischen Hürden. Die US-Wettbewerbshüter prüfen bereits intensiv, ob ein Zusammenschluss von Netflix und Warner die Meinungsvielfalt (insbesondere bei CNN) gefährden könnte.
Fazit: Showdown bis zum 20. Februar
Die Frist für das aktuelle Paramount-Tenderangebot läuft noch bis zum 20. Februar 2026. Bis dahin muss der Warner-Vorstand entscheiden, ob er den Netflix-Pfad verlässt. Der Druck aktivistischer Investoren wie Ancora Holdings wächst stündlich – sie fordern, dass der Vorstand nicht länger „auf taube Ohren schaltet“ und das finanziell attraktivere Ellison-Angebot annimmt.
Lesen Sie auch:
Hedgefonds-Stratege zum Goldpreis: „Zweite Phase des Bullenmarkts hat noch gar nicht begonnen“
Oder:
Commerzbank-Aktie mit Kursrutsch: Das hat ihn ausgelöst.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Warner Bros. Discovery.