"Unser Marktumfeld ist weiterhin schwierig, es gibt aber einige für uns erfreuliche Entwicklungen", zog Vorstandschef Klaus Schäfer am Montag Bilanz. So hätten sich die Strom-Großhandelspreise etwas erholt. Der Manager setzt darauf, dass auch in Deutschland künftig die Bereitstellung von Kraftwerken für eine sichere Versorgung bezahlt wird.

Schäfer, der früher Finanzchef bei E.ON war, will die Kosten weiter senken und bis Ende 2017 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro abstoßen. Zwar werde auch beim Einkauf gespart und die IT verbessert. "Klar ist aber: Wir müssen auch an die Personalkosten ran." Betriebsbedingte Kündigungen sollten vermieden werden. Ausgeschlossen seien sie aber nicht. Uniper beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter, davon rund 5000 in Deutschland.

Vor dem Börsengang Mitte September schrieb Uniper unter dem Strich tiefrote Zahlen. Wie von E.ON bereits bekanntgegeben, musste die Tochter hohe Abschreibungen auf Kraftwerke und Gasspeicher vornehmen. Im Halbjahr fuhr Uniper daher einen Nettoverlust von 3,9 Milliarden Euro ein. Operativ konnte der Versorger hingegen zulegen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Uniper profitierte dabei vor allem davon, im Frühjahr günstigere Lieferverträge mit dem russischen Gazprom -Konzern ausgehandelt zu haben.

BRAND IN RUSSISCHEM KRAFTWERK VERHAGELT ERGEBNIS



Die Experten der UBS sprachen von einem starken Ergebnis. An der Börse kletterten die E.ON-Aktien zeitweise um knapp zwei Prozent und zählten damit zu den größten Gewinnern im Dax. E.ON bringt Mitte September 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse und legt sie den eigenen Aktionären ins Depot. Mittelfristig will der Konzern die übrigen Anteile versilbern. E.ON will sich künftig vor allem auf das Ökostromgeschäft konzentrieren.

In der europäischen Stromerzeugung verbuchte Uniper in den ersten sechs Monaten einen Ergebnisrückgang um ein Fünftel auf 400 Millionen Euro. Grund hierfür seien vor allem die in Deutschland und Skandinavien gesunkenen Strom-Großhandelspreise, sagte Schäfer. Die Preise seien zwar zuletzt etwas gestiegen. Da aber auch zugleich die Brennstoffkosten zulegten, hätten die Kohle- und Gaskraftwerke nicht entsprechend profitiert. Außerhalb Europas brach das Ergebnis auf fünf Millionen Euro nach 150 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum ein. Ursache sei der Brand im Februar im russischen Kraftwerk Beresowskaja 3 gewesen. Die Reparaturarbeiten würden nicht vor Mitte 2018 beendet sein. Zuvor hatte Uniper einen Zeitraum bis mindestens Ende 2017 genannt. Der Schaden könne aber wohl teilweise durch die Versicherungen kompensiert werden.

rtr