Tesla-Chef Musk rauchte unterdessen in einer live im Internet übertragenen Veranstaltung mit dem Komiker Joe Rogan Marihuana und trank Whiskey. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an: Die Aktie rauschte um bis zu zehn Prozent ab.

Die Personalien und der Auftritt des 47-jährigen Chefs sorgen damit nur wenige Tage nach einer Kehrtwende über die Börsennotierung des Unternehmens erneut für Wirbel an der Wall Street. Einige Analysten stellten die Eignung des Firmengründers Musk an der Konzernspitze infrage und forderten einen Manager entweder als Nachfolger oder zur Entlastung von Musk. "Vielleicht wäre er der beste Marketingchef und Tesla bräuchte einen neuen, starken Chef", sagte Analyst Frank Schwope von der Nord/LB. "Es gibt so viele Gerüchte und Probleme bei Tesla, dass wir bei den Aktien skeptisch sind."

Das Verhalten von Musk wurde auch im Internet zahlreich kommentiert. Viele von seinen Followern machten sich über seinen Tweet Anfang August lustig, in dem er den Rückzug von Tesla von der Börse erwog. Dabei brachte er einen Preis von 420 Dollar je Aktie ins Spiel - die Zahl wird auch als Code für Marihuana gebraucht.

Die Aktie war in den Tagen nach dem Tweet deutlich gestiegen und kostete Anfang August knapp 380 Dollar. Nur gut zwei Wochen später vollzog Musk aber die Kehrtwende. Viele Anteilseigner hätten ihm von einem Börsenabschied abgeraten, begründete er den Schritt. Dies sorgte nicht nur für starke Kursausschläge der Tesla-Aktie, sondern rief auch die US-Börsenaufsicht SEC auf den Plan. Die Managementfähigkeiten von Musk wurden schon da in Zweifel gezogen. Nach dem Rutsch am Freitag kosteten Tesla-Papiere zeitweise nur noch 253 Dollar.

Chefbuchhalter Morton, der sich nun zurückzieht, wurde von Tesla mit den Worten zitiert, er glaube an das Unternehmen und dessen Mission. Morton hatte seine Stelle erst am 6. August angetreten und steigt nun mit sofortiger Wirkung wieder aus. Doch nicht nur das öffentliche Interesse an dem Elektroautobauer sondern auch das Arbeitstempo habe er sich nicht vorstellen können. Streit mit der Tesla-Führung gebe es nicht, auch nicht über die Finanzberichterstattung.

rtr