Uber wächst weiter kräftig und übertrifft im vierten Quartal die Umsatzerwartungen. Fahrten und Lieferdienste boomen, autonome Fahrzeuge gelten als Zukunftstreiber. Trotzdem fällt die Aktie deutlich – Anleger stören sich am verhaltenen Ausblick.

Uber hat im vierten Quartal besser abgeschnitten als von Analysten prognostiziert. Der Umsatz stieg laut Unternehmensangaben auf 14,37 Milliarden Dollar und lag damit leicht über den Erwartungen von 14,32 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr hatte Uber noch rund 12 Milliarden Dollar umgesetzt. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie übertraf der Konzern mit 71 Cent die Schätzungen.

Besonders stark entwickelte sich das Kerngeschäft mit der Vermittlung von Fahrten. Die sogenannte Mobility-Sparte setzte 8,2 Milliarden Dollar um, ein Plus von 19 Prozent. Noch dynamischer wuchs das Liefergeschäft: Dort legten die Umsätze um 30 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zu. Kooperationen mit Plattformen wie OpenTable, Shopify und großen Handelsketten trieben das Geschäft zusätzlich an.

Gewinn bricht deutlich ein

Trotz des soliden Wachstums fiel der Nettogewinn spürbar schwächer aus. Uber verdiente 296 Millionen Dollar nach 6,88 Milliarden Dollar im Vorjahr. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch Neubewertungen von Beteiligungen, höhere Steuern sowie günstigere Preise für Fahrgäste, mit denen das Unternehmen neue Kunden gewinnen will.

Immerhin wächst die Nutzerbasis weiter kräftig. Die Zahl der monatlich aktiven Kunden stieg gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 202 Millionen.

Uber (WKN: A2PHHG)

Buchungen auf Rekordniveau

Ein wichtiger Indikator für das operative Geschäft sind die Bruttobuchungen. Diese kletterten auf 54,1 Milliarden Dollar und lagen damit klar über den Markterwartungen. Für das laufende Quartal stellt Uber weiteres Wachstum in Aussicht: Die Buchungen sollen um mindestens 17 Prozent auf 52 bis 53,5 Milliarden Dollar steigen.

Zukunftswette auf autonome Fahrzeuge

Strategisch setzt Uber stark auf selbstfahrende Autos. Konzernchef Dara Khosrowshahi betonte, autonome Fahrzeuge könnten ein „Multi-Billionen-Dollar-Markt“ werden und das bestehende Geschäftsmodell deutlich skalieren.

In Städten wie Atlanta und Austin, wo bereits autonome Fahrten angeboten werden, sei das gesamte Fahrtaufkommen deutlich gestiegen – sogar für menschliche Fahrer. Bis Ende 2026 will Uber in bis zu 15 Städten weltweit autonome Fahrten vermitteln, darunter Los Angeles, London, München, Zürich und Madrid. Langfristig will das Unternehmen bis 2029 der weltweit größte Anbieter für solche Fahrten werden.

Allerdings dämpfte der CEO die Erwartungen: Wegen technischer und regulatorischer Hürden dürften Robotaxis noch viele Jahre lang nur einen kleinen Teil des Geschäfts ausmachen. Damit zeigt sich Uber deutlich skeptischer über die Adaptionsraten als zuletzt etwa Tesla.

Schwacher Ausblick verunsichert Anleger

Trotz der insgesamt soliden Zahlen reagierten Investoren enttäuscht. Nach der Analystenkonferenz am Morgen rutschte die Aktie um rund sechs Prozent ab. Grund ist vor allem der vorsichtige Ausblick auf die Gewinne im ersten Quartal.

Für Anleger zeigt sich damit ein bekanntes Bild: Operativ wächst Uber stark, doch hohe Investitionen in neue Technologien und aggressive Preise drücken vorerst auf die Profitabilität. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen seine Größe künftig besser in stabile Gewinne ummünzen kann.

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