Eine Entscheidung in den USA lässt die BioNTech-Aktie um mehr als zehn Prozent in die Höhe springen. Es geht um einen neuen Wirkstoff – und einen neuen Milliardenmarkt.
Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem neuen Wirkstoff BNT113 von BioNTech, der gegen bestimmte Krebsarten immun machen soll, den „Fast Track“-Status zuerkannt: Das bedeutet, dass die bisherigen Studienergebnisse der Mainzer für so ermutigend gehalten werden, dass die U.S. Food and Drug Administration die Zulassung für den Immunimpfstoff erleichtern will. Die Freigabe bezieht sich auf die der zweithäufigste Form von Hautkrebs, oder, wie es die FDA ausdrückt, der „Erstlinienbehandlung von Patienten mit inoperablen rezidivierenden oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen des Kopf- und Halsbereichs“.
Diese Hautkrebsform wird über HPV16-Viren übertragen, die Herpesviren ähnlich sind. Rund ein Drittel der Hautkrebs-Krebsfälle ist darauf zurückzuführen. Doch bislang existieren keine zugelassenen HPV-spezifischen Therapien. Der Impfstoff von BioNTech soll zunächst bei Patienten mit „ungünstiger Prognose“ eingesetzt werden, bei denen die Entfernung der betroffenen Stellen den Krebs nicht vollständig stoppen konnte.
Hoffnung auf neuen Umsatzbringer
Die Fast Track-Zulassung weckt bei Anlegern die Fantasie, dass die Onkologie-Pipeline nun, nach einer jahrelangen Wartezeit, Fahrt aufnimmt und BioNTech sein Portfolio bald um neue, umsatzstarke Medikamente erweitern kann. Deshalb sprang die Aktie schon am späten Mittwochnachmittag um zehn prozent an und baut eihre Gewinne am Donnerstag weiter aus.
Die Mainzer haben derzeit vier Krebstherapien auf Basis der mRNA-Technologie in der Pipeline, die erstmals bei den Covid-Impfstoffen eingesetzt wurde. Jeder einzelne der Hoffnungsträger könnte schon bald für neue Schlagzeilen sorgen – je nachdem, wie die Fortschritte in den klinischen Studien ausfallen.
Bis zu sieben neue Krebsmedikamente möglich
Auf einer Healthcare-Konferenz von JP Morgan hatte BioNTech-Chef Ugur Sahin Anfang vergangener Woche gleich 15 Phase-3-Studien in diesem Jahr angekündigt. Optimistische Beobachter rechnen damit, dass BioNTech am Ende bis zu sieben Onkologie-Medikamente auf den Markt bringen könnte.
In diesem Fall wäre der Kursprung vom Mittwoch und Donnerstag erst der Anfang. Charttechnisch hat die Aktie, in Euro gerechnet, jetzt auf eine Schlag sämtliche Widerstände, die sich seit Anfang Juni 2025 aufgebaut hatten, durchbrochen. In der Dollar-Notierung bewegt sie sich sogar auf ein 52-Wochen-Hoch zu. Das ist wichtig, weil die Heimatbörse von BioNTech die Nasdaq ist. Das erklärt auch die amerikanische ISIN.
Spekulative Anleger könnten jetzt schon mit einer kleinen Position einsteigen. So richtig wird der BioNTech-Zug aber erst abfahren, wenn die FDA tatsächlich die Zulassung genehmigt – auch für größere Patientengruppen.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor, Markus Voss, und der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, sind unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech.