US-Daten helfen Dollar und drücken Euro - Aktien im Minus
· Börse Online Redaktion
Die US-Unternehmen schufen im Januar außerhalb der Landwirtschaft 257.000 neue Jobs, nach dem Aufbau von revidiert 329.000 Stellen im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Plus von 234.000 gerechnet. Daraufhin stiegen am Terminmarkt die Wetten auf eine nahende US-Zinserhöhung. Sie deuteten darauf hin, dass nun 55 statt 48 Prozent der Investoren auf eine Zinswende im September setzen.
Jim Paulsen, der bei Well Capital Management die Investitionsentscheidungen verantwortet, bezeichnete die US-Daten als beeindruckend. Für den Aktienmarkt birgt dies aus seiner Sicht aber auch Schattenseiten. Neben den Zinsen stiegen auch die Löhne. Da die Unternehmen die zusätzlichen Kosten aber nicht schnell genug an die Kunden weitergeben könnten, drohten rückläufige Gewinnmargen, warnte Paulsen.
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GRIECHENLAND SORGT WEITER FÜR UNRUHE AN DER BÖRSE
Für Sorgenfalten auf der Stirn von Anlegern sorgten außerdem die verhärteten Fronten im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern. Die kühle Reaktion auf die "rosaroten Pläne" der Athener Regierung zur Neuverhandlung des Reformauflagen zerstöre die Illusion, dass es Gespräche auf Augenhöhe statt zwischen Schuldner und Geldgeber seien, betonte Anlagestratege Daniel Sugarman von ETX Capital. In der kommenden Woche wollen die Spitzen der Euro-Staaten über weitere Hilfen für Griechenland beraten. Dem Mittelmeer-Anrainer droht nach dem Ende des im Februar auslaufenden bisherigen Programms die Staatspleite.
Die Athener Aktienbörse setzte ihre Talfahrt am Freitag fort und verlor 3,4 Prozent. Der griechische Bankenindex rutschte um mehr als zehn Prozent ab. Die Verkäufe griechischer Staatsanleihen trieben die Rendite der dreijährigen Titel auf 17,929 Prozent. Vor zwei Wochen hatten sie nur etwa halb so hoch gelegen. Der Bund-Future, der auf den als sicher geltenden zehnjährigen Bundesanleihen basiert, gewann dagegen um bis zu 38 Ticks auf 158,96 Punkte.
Auf Seite 3: FRESENIUS STEHT VOR HÄRTEREM US-WETTBEWERB
FRESENIUS STEHT VOR HÄRTEREM US-WETTBEWERB
Am deutschen Aktienmarkt standen unter anderem Fresenius unter Verkaufsdruck, deren Aktien sich um 2,4 Prozent verbilligten. Durch die milliardenschwere Übernahme des US-Konkurrenten Hospira durch den Pharmakonzern Pfizer müsse sich die Fresenius-Tochter Kabi auf einen härteren Wettbewerb einstellen, warnten die Analysten der Investmentbank Jefferies. Hospira bietet Nachahme-Versionen von Biotech-Medikamenten an. Kabi hat sich auf flüssige Generika spezialisiert.
Alcatel-Lucent stiegen dagegen um bis zu 5,1 Prozent auf ein Zwölf-Monats-Hoch von 3,33 Euro und waren damit Spitzenreiter im Pariser Auswahlindex CAC40. Die Aktien des Netzwerk-Ausrüsters profitierten vor allem von einer auf 34,7 Prozent von 33,4 Prozent gestiegenen Gewinnspanne. Für das laufende Jahr stellte das Unternehmen eine weitere Verbesserung der Ertragskraft in Aussicht. Außerdem will Alcatel seine Sparte für Unterseekabel an die Börse bringen.
Dort debütierte am Freitag Ferratum. Die Papiere des finnischen Anbieters von Kleinkrediten stiegen am deutschen Aktienmarkt auf bis zu 18,33 Euro. Sie waren zu je 17 Euro ausgegeben worden. In der Schweiz kletterten Sunrise am ersten Tag ihrer Börsennotiz auf bis zu 73,15 Franken und lagen damit 7,6 Prozent über ihrem Ausgabepreis von 68 Franken. Mit einem Volumen von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro ist der Börsengang des Schweizer Telekom-Anbieters der bislang größte in Europa in diesem Jahr.
Reuters
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