US-Wahl wird zum Nervenkrieg für die Finanzmärkte
· Börse Online Redaktion
In Tokio lag der Nikkei -Index der 225 führenden Titel fünf Prozent im Minus bei 16.312 Punkten, nachdem er zuvor noch deutlich zugelegt hatte. Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik ohne Japan sank 3,2 Prozent. Die Terminkontrakte auf den US-Börsenindex S&P-500 sackten fünf Prozent ab.
Nach Schließung der Wahllokale in 49 der 50 Staaten lag in der Nacht zum Mittwoch zunächst kein klarer Trend vor. Der Republikaner Trump schlug sich allerdings gemessen an den Umfragen überraschend gut in einer Reihe von Schlüsselstaaten, wie Teilauszählungen signalisierten. Unklar blieb zunächst, wie die beiden Präsidentschaftskandidaten in den Bundesstaaten abgeschnitten haben, die für den Wahlausgang als entscheidend galten. Im Fokus stand insbesondere Florida.
"Niemand hat sich gegen einen Sieg von Trump abgesichert, daher versuchen die Leute jetzt so schnell wie möglich auszusteigen", sagte Portfoliomanager Paul Nolte vom Vermögensverwalter Kingsview Asset Management. "Viele stützen sich auf Vermutungen, die derzeit noch auf ersten Ergebnissen beruhen. Meiner Einschätzung nach ist das verfrüht." Stratege Juan Carlos Alderete vom Wertpapierhändler Banorte-IXE sagte: "Es ist eine Menge Panik am Markt."
Viele Anleger hofften auf einen Sieg der Demokratin Clinton. Sie steht an den Märkten für Kontinuität, während ihr republikanischer Rivale Trump von den Republikanern als unberechenbar und Investorenschreck gilt. Ein Sieg Trumps könnte zu einer starken Verunsicherung der Investoren führen und letztlich dazu, dass die erwartete Zinsanhebung der US-Notenbank (Fed) noch in diesem Jahr doch nicht kommt, sagte Volkswirtin Michelle Girard von der Bank RBS.
Der fernöstlichen Devisenhandel verlief ebenfalls äußerst volatil. Zuletzt tendierte der Dollar zur japanischen Währung 3,7 Prozent tiefer mit 101,32 Yen. Der Euro legte 2,2 Prozent zu auf 1,1266 Dollar. Als sicherer Hafen gefragt war der Schweizer Franken, der zum Dollar 2,1 Prozent gewann. Der mexikanische Peso brach zum Dollar um bis zu 13,4 Prozent ein und steuerte damit auf den größten Tagesverlust seit 22 Jahren zu. Der Milliardär will die illegale Einwanderung über die mexikanische Grenze eindämmen. Außerdem plant er Strafzölle auf Waren des südlichen Nachbarstaates.
An den Rohstoffmärkten gaben die Ölpreise um mehr als drei Prozent nach, während sich die "Antikrisen-Währung" Gold um vier Prozent verteuerte. Auch die Kurse von US-Staatsanleihen zogen an.
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