Die hohen Bewertungen der KI-Titel sind seit Monaten ein Thema an der Börse. Die Frage lautete immer wieder: Werden Nvidia & Co. ihre hohen Multiples jemals rechtfertigen können? Im Fall Nvidia lautet die Antwort: ohne Probleme.
Die Nvidia-Aktie steckt im Jahr 2026 bislang in einer Schwächephase: Der Kurs liegt seit Jahresbeginn 8,2 Prozent im Minus und fiel zuletzt auf den tiefsten Schlusskurs seit Mitte Dezember. Das führt nach einer Analyse des Börsenmagazins Barron’s zu einer ungewöhnlichen Konstellation:
Bewertung unter Marktdurchschnitt
Nvidia handelt nun bei einem Forward-KGV von 19,7 und damit unter dem durchschnittlichen Forward-KGV von 20,3 für den S&P-500-Index. Das sei bemerkenswert, weil Nvidia gleichzeitig höhere Wachstumserwartungen als der Durchschnitt des Index hat, schreibt Barron‘s.
Kursentwicklung von Nvidia auf Jahressicht im Vergleich zum S&P 500-Index (blau)
Was das für Anleger bedeutet
Wenn ein Unternehmen als struktureller Gewinner in einer Branche gilt – so wie hier als dominanter Anbieter von KI-Chips – und gleichzeitig billiger bewertet wird als der Markt, biete sich normalerweise eine potenzielle Investment-Chance – vorausgesetzt, die Gewinnschätzungen werden nicht gesenkt.
Erster Nvidia-Discount seit 13 Jahren
Bei Nvidia kommt hinzu, dass die Aktie seit dem 28. Februar zum ersten Mal seit 13 Jahren unter dem KGV des S&P 500 notiert. Seit Februar 2013 war die Aktie typischerweise immer mit einem Aufschlag bewertet worden. Dass sich dies nun umkehrt, könnte darauf hindeuten, dass der Markt Nvidia plötzlich mit einem Risikoabschlag belegt; zum Beispiel, weil die Stimmung gegenüber KI-Aktien kippt oder Investoren in der gegenwärtigen Börsenphase generell weniger bereit sind, hohe Multiples zu zahlen.
Bodenbildung möglich – aber ohne Rückenwind
Trotzdem trommelt Barron’s jetzt (noch) nicht zum Einstieg. Solange die Kämpfe im Nahen Osten andauern, sei eine Rally unwahrscheinlich, argumentiert das Blatt. Doch es gibt laut Barron’s auch schon zwei positive Stimmungsindikatoren für die Nvidia-Aktie:
- Laut einem J.P.-Morgan-Report zum Retail-Trading ist Nvidia weiterhin die beliebteste Einzelaktie in den Depots der Privatkunden (Woche bis Mittwoch, 25. März).
- Die befragten Börsenprofis im Barron’s Roundtable äußerten sich einheitlich positiv zu dem KI-Platzhirsch.
Broadcom und AMD ebenfalls zuletzt schwach
Barron’s weist außerdem darauf hin, dass auch die Aktien von Broadcom und AMD zuletzt deutlich nachgegeben haben. Das spricht dafür, dass die Bewertung kein Nvidia-spezifisches Problem ist, sondern womöglich ein generelles Stimmungsthema bei Chip- und KI-Aktien.
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Häufige Fragen zum Thema
Welchen Börsenwert hat Nvidia?
Nviddia ist mit einem Börsenwert von 4,1 Biillionen US-Dollar (umgerechnet knapp 3,6 Billioen Euro) derzeit das wertvollste Unternehemn der Welt.
Wieviel Umsatz macht Nvidia?
Nvidia setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 215,9 Milliarden Dollar um. Im laufenden Geschäftsjahr, das Ende Januar 2027 endet, rechnen Analysten mit rund 335 Milliarden Dollar Umsatz.
Ist Nvidia profitabel?
Nvidia wies im vierten Quartal 2025/2026 eine Rohertragsmarge von 75 Prozent aus - das ist einer der höchsten Werte im Technolgiesektor überhaupt. Unterm Strich verdiente der Chipriese im abgelaufene Jahr nach Steuern 74,26 Milliarden Dollar.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.