SpaceX könnte 2026 mit einer Bewertung von bis zu zwei Billionen US-Dollar an die Börse gehen. Viele Marktteilnehmer rechnen mit einer hohen Gewichtung im S&P 500. Tatsächlich wird SpaceX für die Aktienindizes jedoch in diesem Jahr keine große Rolle spielen.

2026 könnte eines der größten IPO-Jahre der Geschichte werden. Neben dem von Elon Musk gegründeten Raumfahrtunternehmen SpaceX planen auch die beiden KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic den Gang an die Börse.

Im Zuge dessen kursieren unter Marktteilnehmern derzeit viele Spekulationen darüber, wie sich diese Börsengänge auf die großen US-Aktienindizes auswirken könnten. Einige skeptische Stimmen warnen vor einer weiter steigenden Konzentration auf wenige Mega-Caps und sehen darin ein Verkaufsargument. Ihre Sorge: Die hoch bewerteten und teils noch unprofitablen Unternehmen könnten nach ihrem Börsengang ein großes Gewicht im S&P 500 erhalten und damit die fundamentale Qualität des Index verwässern.

Ein Blick auf die Fakten entkräftet diese Sorgen jedoch schnell. In Wahrheit dürften SpaceX, OpenAI und Anthropic in den nächsten Jahren für den S&P 500 und andere große Aktienindizes nur eine untergeordnete Rolle spielen. Der Grund liegt in der Methodik der Indexzusammensetzung.

Wie werden die Unternehmen im S&P 500 gewichtet?

Die Gewichtungen im S&P 500 richten sich nicht nach der gesamten Marktkapitalisierung eines Unternehmens, sondern nach der sogenannten Free-Float-Marktkapitalisierung. Entscheidend ist also nicht, wie viel ein Unternehmen insgesamt wert ist, sondern welcher Anteil der Aktien tatsächlich frei an der Börse handelbar ist. Aktienpakete von Gründern, Insidern oder strategischen Großinvestoren werden bei der Free-Float-Marktkapitalisierung nicht berücksichtigt.

Genau hier liegt der entscheidende Punkt: Bei SpaceX würden von einer möglichen Bewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar voraussichtlich nur etwa 75 Milliarden US-Dollar frei an der Börse gehandelt. Für die Gewichtung im S&P 500 wäre nicht die Gesamtbewertung entscheidend, sondern die Free-Float-Marktkapitalisierung.

Die gesamte Free-Float-Marktkapitalisierung aller Unternehmen im S&P 500 liegt aktuell bei rund 58,44 Billionen US-Dollar. SpaceX käme damit nur auf ein Indexgewicht von etwa 0,13 Prozent. OpenAI und Anthropic würden sogar noch niedriger gewichtet werden.

Erfüllt SpaceX die Regeln für die Aufnahme in den S&P 500?

Es ist unwahrscheinlich, dass SpaceX direkt nach dem IPO in den S&P 500 aufgenommen wird. Zwar würde der Raumfahrtkonzern nach einem Börsengang zu den 500 größten börsennotierten US-Unternehmen gehören. Allerdings sprechen zwei zentrale Kriterien gegen eine schnelle Aufnahme in den S&P 500 – zumindest vorerst.

1. Um in den S&P 500 aufgenommen zu werden, müssen mindestens zehn Prozent der Aktien im Free-Float handelbar sein. Bei SpaceX läge dieser Wert nach dem IPO voraussichtlich nur bei rund 4,3 Prozent.

2. Zusätzlich müssen Unternehmen bereits seit mindestens zwölf Monaten an der Börse gehandelt worden sein, bevor sie für eine Aufnahme in den Index infrage kommen. Auch unter diesem Gesichtspunkt müsste SpaceX also zunächst rund ein Jahr warten.

Es gibt bereits Spekulationen darüber, ob für die diesjährigen drei Mega-IPOs Ausnahmen bei der Aufnahme in große Aktienindizes gemacht werden könnten. Bestätigt ist das bislang jedoch nicht. Und selbst wenn es Ausnahmen bei den Aufnahmekriterien geben sollte, bliebe die tatsächliche Indexgewichtung aufgrund des geringen Free-Float-Anteils voraussichtlich überschaubar.

Wird SpaceX in den Nasdaq-100 aufgenommen?

Für die Aufnahme in den Nasdaq-100 gibt es im Gegensatz zum S&P 500 keine Zehn-Prozent-Hürde beim Free Float. Zudem können Unternehmen schneller für eine Aufnahme infrage kommen, wenn sie gemessen an ihrer Marktkapitalisierung zu den 40 größten Unternehmen zählen. Daher spricht grundsätzlich nichts gegen eine Aufnahme von SpaceX in den Nasdaq-100.

Allerdings wäre auch hier die mögliche Gewichtung begrenzt: Im Nasdaq-100 darf das Indexgewicht eines Unternehmens nicht mehr als das Dreifache seines frei handelbaren Anteils betragen. Bei einem sehr niedrigen Free Float würde SpaceX also auch im Nasdaq-100 nicht mit seiner vollen Bewertung durchschlagen.

Fazit: An der Zusammensetzung der großen US-Aktienindizes dürfte sich durch die Mega-IPOs zunächst nichts radikal verändern. Wahrscheinlicher ist, dass SpaceX, OpenAI und Anthropic erst mit zunehmender Börsenhistorie schrittweise an Bedeutung in den Indizes gewinnen. Entscheidend dafür ist vor allem der Free Float, der mit der Zeit steigen dürfte, wenn Gründer und Altaktionäre weitere Anteile verkaufen.

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Häufig gestellte Fragen:

Wird SpaceX nach dem IPO direkt in den S&P 500 aufgenommen?

Wahrscheinlich nicht. Nach den aktuellen Regeln müssen mindestens zehn Prozent der Aktien frei handelbar sein. Bei SpaceX dürfte der Free Float nach dem IPO voraussichtlich nur bei rund 4,3 Prozent liegen.

Wie hoch wäre das Gewicht von SpaceX im S&P 500?

Bei einer Free-Float-Marktkapitalisierung von rund 75 Milliarden US-Dollar käme SpaceX im S&P 500 voraussichtlich nur auf ein Gewicht von etwa 0,13 Prozent. Die gesamte Free-Float-Marktkapitalisierung aller Unternehmen im S&P 500 liegt aktuell bei rund 58,44 Billionen US-Dollar.

Warum ist der Free-Float für die Indexgewichtung so wichtig?

Die Gewichtung im S&P 500 richtet sich nicht nach der gesamten Unternehmensbewertung, sondern nach der frei handelbaren Marktkapitalisierung. Je niedriger der Free Float, desto geringer fällt auch das Indexgewicht aus.