Deutsche Sparer üben Kritik an der lockeren Geldpolitik der Notenbank. Doch das bringt nicht viel. Auch die neue EZB-Chefin Christine Lagarde wird den Kurs nicht ändern. Die Sparer können jedoch ihr Verhalten ändern. Die Alternative zu Niedrig- oder Nullzinsen heißt Börse. Wer meint, es fehle ihm an Kompetenz, Nervenstärke oder es sei generell zu riskant, muss auf ein Engagement nicht verzichten. Er kann sein Geld einem der profiliertesten Investmentprofis Deutschlands anvertrauen: Klaus Kaldemorgen. Er ist seit 1982 Fondsmanager bei der DWS und verantwortete unter anderem den DWS Vermögensbildungsfonds. Auf- und Abschwungphasen hat er in seiner langen Karriere schon viele erlebt.

Expertise und Bekanntheitsgrad motivierten die DWS im Jahr 2011 dazu, einen Fonds aufzulegen, der den Namen des Managers trägt. Der mittlerweile knapp elf Milliarden Euro schwere DWS Concept Kaldemorgen verspricht, einerseits Ertragschancen zu nutzen und andererseits die Schwankungen möglichst gering zu halten. "Wir wollen den Anlegern einen risikoreduzierten Zugang zu den Kapitalmärkten erschließen", sagt Kaldemorgen. Er will nicht die höchstmögliche Rendite erzielen, sondern einen positiven Ertrag.

Um die Vorgaben einzulösen, nutzt der global aufgestellte Mischfonds verschiedene Anlageklassen, die er flexibel gewichten kann. Als Basis des Portfolios dienen Aktien. "Ihr Anteil kann zwischen null und 100 Prozent variieren", erklärt Kaldemorgen. Aktuell beträgt die Quote 44 Prozent beziehungsweise unter Berücksichtigung aller Absicherungsgeschäfte etwa 30 Prozent. Zu den größten Positionen zählen laut Factsheet der deutsche Immobilienkonzern Vonovia, das US-Pharma- und Medizintechnikunternehmen Johnson & Johnson sowie das US-Internetunternehmen Alphabet. Auf Anleihen entfallen rund 30 Prozent. "Staats- oder Unternehmensanleihen mit guter Bonität aus der Eurozone werfen kaum Rendite ab und werden auch ihrer Funktion als Portfolio-Stabilisator nicht mehr gerecht", sagt Kaldemorgen. US-Staatsanleihen sind dagegen höher verzinst. "Wir können zudem von möglichen Währungsgewinnen profitieren." Der Anteil von US-Treasuries im Fonds beträgt derzeit acht Prozent.

Entspannung im Handelsstreit


Zusätzlich kann der Fonds auch in Schwellenländeranleihen und Währungen investieren. Eine weitere Option ist Gold. "Das Edelmetall unterstützt in unruhigen Börsenzeiten", sagt Kaldemorgen. Turbulenzen seien zumindest in den kommenden Monaten nicht zu erwarten. "2019 haben sich die Aktienkurse schon sehr gut entwickelt. Das muss aber nicht heißen, dass es im nächsten Jahr wieder nach unten geht." Die Bewertungen seien nicht zu hoch. Noch dazu habe sich das Risiko einer Eskalation des Handelsstreits durch den Abschluss des Phase-eins-Abkommens wesentlich verringert. Kaldemorgen traut den globalen Aktienmärkten 2020 hohe einstellige Gewinne zu.

Bislang hat der Fonds sein Versprechen erfüllt. Auf Sicht von fünf Jahren erzielte er ein Plus von knapp über 20 Prozent. Im laufenden Jahr legte er um zwölf Prozent zu.

Den Erfolg schreibt sich Kaldemorgen nicht allein zu. "Wir sind ein gut gemischtes, hochmotiviertes und eingespieltes Team. Nicht selten haben meine beiden Co-Manager Henning Potstada und Christoph Schmidt und ich am selben Tag die gleiche Anlageidee."