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Nachhaltige Fonds: Die besten Produkte - mit gutem Gewissen

Nachhaltige Fonds: Die besten Produkte - mit gutem Gewissen
06.04.2019 03:50:00

Nachhaltig anlegende Fonds sind vom Nischen zum Massenprodukt geworden. Ihre Gewinne sind ordentlich, doch manche Aktie in den Fonds ist fragwürdig. Andreas Höss, Euro Magazin

Nachhaltige Finanzprodukte? Die sind doch nur was für Strickpulliträger mit Birkenstocks und langen Haaren. Wer wirklich Geld verdienen will, muss alle Skrupel über Bord werfen. Denn dort, wo es raucht, stinkt und wo man es mit den Gesetzen nicht so genau nimmt, wird der größte Reibach gemacht. So lautet ein gängiges Vorurteil. Doch stimmt es auch? Nein, schon längst nicht mehr.

Selbst einst skrupellose Fondsmanager mit Dollar-Schlips und Hosenträgern haben beim Investieren ihr Gewissen entdeckt. Und das, obwohl sie ungern Prozente liegen lassen. Aber wer will sich schon ewig vorhalten lassen, dass er Waffenhersteller, Kinderarbeit oder Umweltsünder unterstützt. In der Finanzbranche sind nachhaltige Produkte deshalb seit einiger Zeit richtig in Mode. Laut Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) hat sich das in Deutschland, Österreich und der Schweiz in nachhaltige Investmentfonds angelegte Kapital zwischen 2006 und 2017 auf 81 Milliarden Euro verzehnfacht. Das Sustainable Business Institute (SBI), das noch aktuellere Zahlen herausgibt, hat im Oktober 2018 im deutschsprachigen Raum 509 nachhaltige Fonds gezählt, 52 mehr als Ende 2017. In diesen waren insgesamt 126 Milliarden Euro investiert.

Grün steht der Branche gut. Weil es keine einheitlichen Kriterien zur Klassifizierung grüner Fonds gibt, haben Institute wie FNG oder SBI zwar immer wieder leicht unterschiedliche Zahlen zum Marktvolumen. Der Trend aber ist klar: Grüne Finanzprodukte sind wohl das am schnellsten wachsende Segment in der Finanzbranche. Dass die einstigen Exoten nun Mainstream sind, hat vor allem mit Großanlegern wie Versicherungen, Pensionskassen oder Stiftungen zu tun. Sie müssen zunehmend nachweisen, dass ihre Investitionen nicht schlecht für Umwelt und Gesellschaft sind. Neben den strengeren Vorschriften sprechen auch Imagegründe für die nachhaltigeren Anlagen. Denn erfährt der Kunde, dass seine Versicherung Großaktionär eines Streubombenherstellers ist, ist das für ihn womöglich so schlimm wie die Erkenntnis, dass sein T-Shirt von Kindern genäht wurde: keine gute Werbung, womöglich sogar ein K.o.-Kriterium.

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Gleichzeitig hat sich in den vergangenen Jahren herausgestellt, dass nachhaltiges Investieren keinen Verzicht bedeutet. Im Gegenteil. Zwischen nachhaltigen Produkten und Fonds ohne Nachhaltigkeitsbezug gebe es "nur geringe Unterschiede bei Performance und Volatilität", heißt es in einer im Herbst erschienenen Studie des Analysehauses Scope. Und dieser kleine Unterschied spricht sogar eher für die Ökofonds. Denn global anlegende Nachhaltigkeitsfonds haben laut Scope auf fünf Jahre gerechnet im Schnitt 10,7 Prozent Gewinn pro Jahr abgeworfen. Bei klassischen Fonds waren es nur 10,0 Prozent, und das bei zugleich etwas höheren Kursschwankungen.

Woher die etwas bessere Wertentwicklung kommt, erklärt Scope in der Studie nicht. Die Vermutung liegt aber nahe, dass Konzerne, die weniger Angst vor strengen Umweltregeln haben müssen und auch sonst den einen oder anderen Fauxpas vermeiden, langfristig für Aktionäre die bessere Wahl sind. Davon scheint man mittlerweile auch bei Blackrock überzeugt, der mit über sechs Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen größten Anlagegesellschaft der Welt. Umweltschutz, gesellschaftliche Rücksichtnahme und gute Unternehmensführung könne bei Konzernen langfristig zu einem größeren Wachstumspotenzial führen, heißt es in einem Anfang 2019 erschienenen Kommentar des Fondsriesen, der nicht als grüner Überzeugungstäter gilt. Wer nachhaltiger wirtschafte, sei "weniger anfällig für operative Risiken", so die Erklärung.

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