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Norwegen: Mehr Steuern zurück

Norwegen: Mehr Steuern zurück

WKN: A0LEP1 ISIN: FR0010207795 Harvest

25.07.2016 05:51:00

Aktionäre von Statoil, Yara und Co können sich die Quellensteuer zurückholen. Aber Auskünfte deutscher Finanzämter führen in die Irre. So gehen Sie richtig vor. Von M. Schreiber und B. Watermann

Mit satten Dividendenrenditen glänzen norwegische Unternehmen wie Statoil, Marine Harvest oder Yara. Doch wie immer bei Auslandsdividenden sollten deutsche Dividendenjäger die dortigen Steuerbestimmungen im Blick haben, gerade in Norwegen gelten Besonderheiten. Deutschen Anlegern wird zunächst die Hälfte der Dividende weggesteuert.

Norwegen behält nämlich 25 Prozent Quellensteuer ein, und die deutsche Depotbank zieht für den deutschen Fiskus ihrerseits ebenfalls 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ab. Anders als bei manch anderen Ländern möglich, ist den Banken jegliche Anrechnung der norwegischen Abgabe auf die deutsche Abgeltungsteuer verwehrt.

Wie Anleger vorgehen müssen, um sich die überzahlte Steuer über die Einkommensteuererklärung zurückzuholen, regelt ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 15. November 2011 (Az. IV C 1 - S 2406/ 10/1001:002). Demnach müssen sich Anleger zunächst in Eigenregie bei den norwegischen Behörden um eine Rückerstattung der Quellensteuer kümmern. Sie haben laut BMF-Schreiben die Wahl zwischen einer "vollständigen oder teilweisen Erstattung" der Quellensteuer über einen Antrag auf "shielding deduction" oder einer teilweisen Rückerstattung per Antrag nach dem deutsch-norwegischen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Solange nicht klar sei, welches Verfahren der Anleger wähle, könne man in Deutschland keinen Cent anrechnen.

Der Haken an dem Erlass ist jedoch, dass er in seiner Kernaussage schlicht falsch ist. Zwar gibt es in Norwegen tatsächlich die genannten zwei verschiedenen Verfahren. Über einen Antrag auf "shielding deduction" kann man jedoch - anders als vom deutschen Fiskus dargestellt und zuletzt auch in Ausgabe 20/2016 geschildert - keine Vollerstattung von Quellensteuern erreichen. Fakt ist: Der Antrag auf Teilrückerstattung nach dem DBA Norwegen ist für deutsche Anleger klar die bessere Wahl.

Auf Seite 2: "Shielding deduction" ist ungünstig



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Bildquelle: 123RF

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