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Datenschutz: Wir brauchen Schutz vor künstlicher Intelligenz

Datenschutz: Wir brauchen Schutz vor künstlicher Intelligenz

WKN: A14Y6F ISIN: US02079K3059 Alphabet A (ex Google)

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23.10.2018 - 11:57
12.10.2015 20:00:00

Bei Investoren stehen Firmen, die mit künstlicher Intelligenz (KI) oder digitalen Themen Geld verdienen, hoch im Kurs. Doch die Branche birgt immense Risiken - auch für Anleger.





von Joachim Jakobs, Journalist und Datenschutzaktivist

Künstliche Intelligenz gilt als das "Gold der Zukunft". Vor allem an der Börse wittern viele die nächste Gewinnmaschine. Doch Vorsicht! Der Schuss kann nach hinten losgehen. Immerhin 18 Prozent der Branchenexperten befürchten laut einer Studie der Universität Oxford eine existenzielle Bedrohung, die von der KI ausgehe - nicht nur fürs Finanzsystem, sondern für die gesamte Menschheit. Zu den Schwarzsehern gehören Bill Gates und Elon Musk, Gründer von Microsoft beziehungsweise des Autobauers Tesla, genauso wie der Physiker Stephen Hawking.

Die in Hongkong ansässige Investmentfirma Deep Knowledge hat einen Algorithmus namens Vital mit Stimmrecht in den Vorstand aufgenommen - wegen seiner "Fähigkeit, Markttrends zu erkennen, die für Menschen nicht sofort offensichtlich sind". Ein Durchbruch im Zeitalter der künstlichen Intelligenz! Und das geht jetzt erst richtig los: Der in Cambridge promovierte Tshilidzi Marwala und heutige Professor der Universität Johannesburg mit Schwerpunkt KI sagt: "Je mehr Computerhändler von künstlicher Intelligenz unterstützt werden, umso effizienter werden die Märkte."

Demgegenüber befürchtet Kevin Warwick, Professor an der University of Reading, dies könne im Bereich Datenkriminalität wie ein "Weckruf" wirken: Es sei wichtig zu verstehen, dass eine solche Intelligenz in der Lage sei, einem Opfer einen Sachverhalt als Tatsache vorzugaukeln. So ist es denkbar, dass das Opfer einen Anruf erhält, bei dem die Stimme eines vertrauenswürdigen Anrufers imitiert wird. Unternehmen und Behörden sollen weltweit bereits Millionen Sprechproben gesammelt haben, und Google hält ein Patent auf eine Software, die die Stimme einer Person anhand solcher Sprechproben erlernen kann. Die künstliche Intelligenz Amelia führt nicht nur ein Gespräch, sondern zigtausende zur gleichen Zeit. Also Vorsicht beim Gebrauch von Sprachsteuerungen wie Apples Siri oder Microsofts Cortana.

Auf Seite 2: Warnung vor datenmanipulierenden Algorithmen

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Bildquelle: privat

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