Der Goldpreis pendelt derzeit um die Marke von 5.000 Dollar, wobei die Umsätze aufgrund der Börsen-Feiertage in Asien, aktuell relativ dünn ausfallen. Eine Investmentbank traut der Krisenwährung bereits im zweiten Quartal einen starken Sprung nach oben zu.

Als Gründe für diese optimistische Einschätzung nannten die Experten der australischen ANZ Bank vor allem strukturelle Faktoren und makroökonomische Risiken. Diese lassen den sicheren Hafen Gold weiterhin attraktiv erscheinen. In einer aktuellen Analyse haben sie ihr bisheriges Kursziel für das zweite Quartal von 5.400 auf 5.800 Dollar (+7,4 Prozent) nach oben geschraubt, weil der jüngste Rücksetzer im Goldpreis nicht das Ende des Aufwärtstrends, sondern eine Kaufgelegenheit darstelle. Das aktuelle Niveau des Goldpreises wird damit um mehr als 15 Prozent übertroffen.

Fülle an Kaufargumenten für Gold

Die ANZ-Experten betonen, dass bei Gold mehrere unterstützende Faktoren zusammenkommen: Die lockere Geldpolitik in den USA, diverse geopolitische Unsicherheiten, die anhaltende Nachfrage institutioneller Investoren und ein schwächerer Dollar schaffen ein Umfeld, in dem Gold als „Versicherungsanlage“ besonders gefragt bleibt. Das gelte vor allem, solange keine klaren Zeichen für ein nachlassendes Risiko im globalen Finanzsystem erkennbar seien.

Aufgrund der zu erwartenden Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed sei mit rückläufigen Opportunitätskosten zu rechnen, was die Attraktivität nicht verzinslicher Anlagen wie Gold und erhöhen würde. Zugleich könnte eine schwächere Konjunktur die Unsicherheit an den Finanzmärkten verstärken und Anleger wieder verstärkt in sichere Häfen wie Gold drängen.

Auch wenn der Goldhandel volatil bleiben und Gold weitere Rückschläge erleiden sollt, sehen die ANZ- Strategen genau darin Chancen für Einsteiger. Rücksetzer auf Unterstützungszonen sollten genutzt werden, um Positionen aufzubauen, bevor der langfristige Aufwärtstrend wieder Fahrt aufnimmt. Wichtig zu wissen: Gold sei weniger eine kurzfristige Spekulationswette als eine Absicherung gegen makroökonomische Risiken, politische Spannungen und Währungsdruck. In Zeiten, in denen viele Anlageklassen von Unsicherheit geprägt sind, könne Gold eine stabilisierende Rolle im Portfolio spielen und seiner Rolle als „Stabilitätsanker in stürmischen Zeiten“ weiterhin gerecht werden.

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Gold (ISIN: XC0009655157)

ANZ-Analysten raten zum Einstieg

Für Privatanleger bedeutet dies konkret: Anstatt kurzfristige Schwankungen zu fürchten, kann ein strategischer Einstieg bei Rücksetzern sinnvoll sein. Die Analysten merken zwar an, dass der jüngste Anstieg der Volatilität Fragen aufgeworfen hat, ob die Goldpreise bereits ihren Höhepunkt erreicht haben, grundsätzlich gehe man allerdings davon aus, „dass die Rally noch nicht weit genug fortgeschritten sei, um in absehbarer Zeit zu drehen.“ Hinsichtlich Silber wird übrigens erwartet, dass es von einem steigenden Goldpreis profitieren, gegenüber Gold jedoch unterdurchschnittlich abschneiden wird. Dies könne beim Gold-Silber-Verhältnis zu einem Anstieg in Richtung 70 (aktuell: 63) führen.

Fazit: Obwohl der Goldpreis aktuell um die Marke von 5.000 Dollar seitwärts tendiert, signalisiert der Blick der Analysten eine robuste Kaufchance. Unterstützt durch geldpolitische und geopolitische Rahmenbedingungen könne Gold mittelfristig deutlich steigen.

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