Der am Freitagabend veröffentlichte Commitments-of-Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC war von Marktteilnehmern mit Spannung erwartet worden. Einen heftigen Einbruch der Zahl offener Kontrakte verzeichneten nicht Silber-, sondern vor allem Gold-Futures.
In den Wochen zuvor hatten heftige Preisschwankungen bei Gold und Silber sowie wiederholte Margin-Anhebungen der CME Group für Futures auf Edelmetalle für erhöhte Nervosität und Volatilität gesorgt. Viele Investoren fragten sich, ob die Terminbörse damit einen „Aderlass“ an spekulativem Kapital ausgelöst habe – also einen massiven Rückzug von Terminspekulanten aus den Edelmetallmärkten.
Der Hintergrund ist klar: Höhere Sicherheitsleistungen (Margins) verteuern den Handel mit Futures. Sie zwingen vor allem hoch gehebelte Marktteilnehmer dazu, Positionen zu verkleinern oder glattzustellen, wenn sie nicht zusätzliches Kapital nachschießen können oder wollen. In der Vergangenheit führten solche Maßnahmen häufig zu einem sinkenden Open Interest – also weniger offenen Kontrakten – und zu einer deutlichen Reduzierung spekulativer Netto-Long-Positionen (Optimismus überwiegt).
Warum der Cot-Report so wichtig ist
Besonders genau blicken Analysten dabei traditionell auf zwei Gruppen im CoT-Bericht: die Non-Commercials, also Großspekulanten wie Hedgefonds und Managed-Money-Accounts, sowie die Non-Reportables, zu denen überwiegend kleinere Trader zählen. Ihre Positionierungen gelten als Stimmungsbarometer für den Markt und haben oft Signalwirkung für kurzfristige Preisbewegungen.
Die aktuellen Daten mit Stand 3. Februar waren von starken Verwerfungen gekennzeichnet – insbesondere bei Gold-Futures. Deren Open Interest hat sich nämlich gegenüber der Vorwoche um 16,1 Prozent auf 409.700 Kontrakte reduziert und markierte damit den heftigsten Einbruch seit 2017. Bei Silber war „lediglich“ ein Rückgang um 8,6 Prozent auf 143.200 Futures registriert worden. Verglichen mit Ende Dezember sind bei Gold-Futures mehr als 72.000 Kontrakte und bei Silber-Futures über 14.000 Futures abgebaut worden. Zur Erinnerung ein Gold-Future (Silber-Future) bewegt den Gegenwert von 100 Feinunzen Gold (5.000 Unzen Silber).
Gold: Terminspekulanten werden skeptischer
Dramatische Verwerfungen gab es auch bei den Netto-Long-Positionen der spekulativen Marktakteure zu beobachten. Während diese nämlich bei Silber per Saldo von einem wachsenden Optimismus gekennzeichnet waren, war bei Gold unter großen und kleinen Terminspekulanten summa summarum ein Einbruch in Höhe von 16,3 Prozent auf 207.800 Futures registriert worden. Da in der Vorwoche bereits ein Minus von über 14 Prozent zu Buche schlug, wird der Stand zum Jahresultimo bei Gold mittlerweile um über 24 Prozent unterschritten. Zum Vergleich: Bei Silber wird ein deutlich geringerer Rückgang um lediglich neun Prozent ausgewiesen.
Fazit: Überraschenderweise gab es bei Gold-Futures stärkere Verwerfungen zu beobachten als bei Silber. Und dies, obwohl der globale Silbermarkt – verglichen mit Gold – als illiquider gilt, der Silberpreis stärker schwankt und die von der CME Group beschlossenen Margin-Erhöhungen heftiger ausgefallen waren. Gemessen daran, kann man die Kursreaktionen der beiden Edelmetalle in der vergangenen Woche fast schon als relative Stärke einordnen.
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