Gold und Silber stürzen am Freitag in nie gesehenem Ausmaß ab. Auslöser ist die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Fed-Chef durch Donald Trump. Anleger sehen die Notenbank unter Warsh unabhängiger als bislang erwartet – und nehmen nach der Rally der vergangenen Wochen kräftig Gewinne mit.

Heftiger Rückschlag für Edelmetallanleger: Gold und vor allem Silber sind am Freitag massiv eingebrochen, nachdem US-Präsident Donald Trump etwas überraschend Kevin Warsh zum neuen Chef der US-Notenbank nominiert hat. Silber fiel bis Freitagabend deutscher Zeit zeitweise um rund 30 Prozent auf nur noch 80,55 Dollar je Unze. Auch Gold gab deutlich nach. Die erste Verkaufswelle startete direkt nach Berichten über Warshs Nominierung – im Tagesverlauf beschleunigten dann Gewinnmitnahmen spekulativer Anleger den Absturz.


Silber (WKN: 965310)

Warum reagiert der Markt so stark?

Viele Investoren hatten zuletzt auf weiter steigende Edelmetallpreise gesetzt. Hintergrund waren Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed, ein schwacher Dollar und geopolitische Spannungen. Die erwartete Politk des billigen Geldes unter einem von Trump ausgewählten Fed-Chef ließ die Edelmetalle Gold und Silber auf immer neue Rekordniveaus steigen.

Mit Warsh sehen Anleger nun offenbar weniger Risiken für eine politische Einflussnahme auf die Geldpolitik. Der Direktor des Flossbach von Storch-Instituts, Gunther Schnabel, sagte, Warsh gelte als Befürworter der Geldwertstabilität. Er habe die quantitative Lockerung der Fed einmal als „Robin Hood mit umgekehrten Vorzeichen“ bezeichnet und lehnte die Finanzierung von Staatsausgaben durch die Zentralbank ab. Warsh habe mehrfach gefordert, dass die Fed ihre Bilanz verkürzen und weder Finanz- noch Wirtschaftspolitik betreiben solle.

So eine Geldpolitk stabilisiert den Dollar – und macht Gold und Silber als „Krisenwährung“ plötzlich weniger attraktiv. Allerdings warnte Krishna Guha, Strategen bei Evercore in Interviews mit dem US-Börsensender CNBC auch vor Überreaktionen: Warsh sei eher pragmatisch als ideologisch streng. 

Edelmetall-Rally war extrem heiß gelaufen

Der Kurssturz trifft auf einen Markt, der zuvor stark überhitzt war: Der Silberpreis war 2025 um 150 Prozent gestigen, in den ersten Wochen des Jahres 2026 kamen weitere 45 Prozent hinzu. Gold hatte im Vorjahr 65 Prozent gewonnen und seit Jahresbeginn weitere 19 Prozent. 

Viele Anleger waren einseitig stark positioniert. „Wenn dann Zweifel aufkommen, reicht ein Auslöser – und alle wollen gleichzeitig raus“, sagte ein Händler. Eine Vermögensverwalterin brachte es gegenüber CNBC auf den Punkt: „Wenn alle auf derselben Seite stehen, können selbst gute Anlagen fallen.“

Aktien und ETFs unter Druck

Die Folgen des Edelmetall-Absturzes trafen auch angrenzende Sektoren: Europas Bergbauindex Stoxx 600 Basic Resources fiel um zwei Prozent, Einzelwerte wie der Silberproduzent Fresnillo gaben vier Prozent ab, Coeur Mining sogar 14 Prozent.

Wie reagieren Anleger jetzt?

Der Freitag zeigt : Nach extremen Kursanstiegen reichen kleine Nachrichten für große Bewegungen. Es scheint so, als sei die heißeste Blase nun erst einmal geplatzt. Wer stark im Plus ist und heute noch nicht reagiert hat, sollte Gewinne absichern und sich jetzt klare Stopp-Marken setzen. Man muss nicht komlett aussteigen, angesichts der hohen Gewinne dürfte es bei vielen Anlegern möglich sein, einfach erst einmal ihren ursprünglichen Einsatz herauszunehmen.

Wer neu einsteigen will, wartet besser noch ab, statt jetzt in überhitzte Märkte hineinzukaufen.

Gold bleibt langfristig ein Krisenschutz. Aber auch „sichere Häfen“ sind kurzfristig alles andere als sicher. Silber hatten Kritiker diesen Status oft abgesprochen - und wurden heute bestätigt.

Gold (ISIN: XC0009655157)

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