Seit Wochen steigen Halbleiteraktien schneller als alle anderen Branchen an der Börse. Doch selbst Technologie-ETFs ziehen nicht so richtig mit. BÖRSE ONLINE erklärt, woran das liegt – und welche besseren Alternativen es gibt.

Ohne Halbleiter keine KI-Revolution. Server, Smartphones, autonomes Fahren, Cloud-Dienste und das Internet der Dinge – all diese Technologien sind auf leistungsstarke Silizium-Bausteine angewiesen. Auch das Metaverse, das soziale Netzwerke als virtuelles Paralleluniversum errichten, basiert auf der Rechenpower hochleistungsfähiger Chips. Die globale Nachfrage steigt rasant – und mit ihr die Bedeutung der Branche.

Großmächte wie die USA, China und Europa kämpfen längst um die technologische Vorherrschaft bei Halbleitern. Europa hat mit dem Chips Act eine Investitionsoffensive von fast 50 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, die USA investieren ähnlich viel in den Aufbau ihrer Chip-Infrastruktur. Laut Schätzungen des US-Marktforschers Gartner soll sich der globale Umsatz der Halbleiterbranche bis 2030 auf rund eine Billion Dollar verdoppeln. Neueste Prognosen gehen sogar davon aus, dass diese Marke bereits 2026 erstmals überschritten werden kann. Gründe dafür sind neben einem ungebremsten KI-Boom ein umfassender Erneuerungszyklus bei Servern, der zufällig ins gleiche Jahr fällt.

KI-Superzyklus treibt den Markt

Jeder weiß, dass der explosionsartige Ausbau von KI-Rechenzentren sowie steigende Investitionen der großen Cloud- und Rechenzentrumsbetreiber die Nachfrage nach leistungsfähigen Prozessoren von Nvidia, Broadcom, TSMC und AMD antreiben. Doch mittlerweile ist es ein anderes Segment, das noch weit höhere Renditen abwirft: Auch bei Speicherchips herrscht mittlerweile ein Engpass, der dazu führte, dass sich die Aktienkurse von Samsung, SK Hynix oder Micron verdoppelt oder zum Teil sogar verdreifacht haben.

Inmitten des Booms gilt TSMC in Taiwan als der zentrale und unverzichtbare Auftragsfertiger für die modernen KI-Chips von Nvidia, AMD und Broadcom. Dazu kommt ASML als Quasi-Monopolist bei EUV-Lithografiesystemen, ohne die die winzigen, mittlerweile nur noch sieben Nanometer voneinander entfernten Leiterbahnen nicht auf das Silizium aufgebracht werden können. Ein einzelnes System von ASML kostet über 150 Millionen Euro, Spitzenmodelle sogar deutlich mehr. Noch Fragen?

Das Problem mit den Technologie-ETFs

Vielleicht die, wie man als Anleger davon profitiert, wenn man nicht auf Einzelaktien setzen will. Wer dabei an ETFs denkt, wurde zuletzt eines Besseren belehrt: TSMC ist als taiwanisches Unternehmen in vielen Technologie-ETFs gar nicht vertreten, wohl aber in Emerging-Markets-Fonds wie dem.

Dann vielleicht ein ETF auf den MSCI World Information Technology Index, wie ihn etwa Amundi anbietet (LU0533033667)? Komischerweise hat dieser ETF seit Jahresbeginn auch „nur“ etwas mehr als 13 Prozent gemacht. Wie passt das zusammen mit der Kursperformance von AMD, Intel oder Micron, die sich allein seit März verdoppelt haben?

Die Antwort: Die meisten ETFs sind nach Marktkapitalisierung gewichtet. Deshalb macht Nvidia in dem genannten Index 21 Prozent aus, Apple 18,2, Microsoft 12,8 Prozent. Die ersten beiden sind zwar ebenfalls gestiegen, aber weniger stark als andere Chipwerte. Und Microsoft verlor 2026 sogar bisher schon 13 Prozent, was natürlich auch die Performance des Index und damit der ETFs darauf belastet.

Zwischenschritt: echte Halbleiter-ETFs

Wer mehr Performance will, muss also den Sektor eingrenzen. Tatsächlich gibt es ETFs auf den Nasdaq Global Semiconductor Index. Etwa von HSBC (ISIN IE000YDZG487). Dieser ETF hat dieses Jahr schon um mehr als 65 Prozent zugelegt. Das ist doch mal ein Wort. Da der Index zudem gedeckelt ist, macht Nvidia hier nur 8,8 Prozent aus. Dahinter liegen Broadcom (8,7 Prozent), ASML (7,9 Prozent) und TSMC (7,7 Prozent). Intel kommt – immerhin – auf 4,3 Prozent.

Doch es geht noch besser.

Chip Power Index: Die erste Wahl für Anleger

Wer gezielt und konzentriert vom Halbleiter-Boom profitieren möchte, findet im Chip Power Index von BÖRSE ONLINE das überzeugendste Instrument. Der Index bündelt die 14 aus Redaktionssicht attraktivsten Aktien der globalen Halbleiterbranche – darunter Intel, AMD, Nvidia, Qualcomm, Samsung, TSMC, ASML und Applied Materials. Die Indexmitglieder sind hier allesamt gleichgewichtet und werden halbjährlich neu ausbalanciert, was Klumpenrisiken gezielt begrenzt.

Wer das Basis-Zertifikat erworben hat (Strategieausrichtung: moderat), liegt auf Jahressicht schon 68 Prozent, auf Sicht von 52 Wochen hat er seinen Einsatz sogar mehr als verdoppelt.

Anders als bei einem ETF bietet die Konstruktion als Index-Zertifikat außerdem die Möglichkeit, mit einem doppelten Hebel auf den Chipsektor zu setzen. Damit steigt die Jahresperformance seit 1. Januar 2026 dann bereits auf 129 Prozent. Allein seit Ende März hat sich der Kurs von acht auf gut 16 Euro verdoppelt.

Mehr zum Index und den drei darauf verfügbaren Zertifikaten erfahren Sie hier.

Chip Power Index (WKN: SL0FTE)

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