Donald Trump hat seine mit Spannung erwartete Rede in Davos gehalten. Ein weiteres Mal meldete er Ansprüche auf Grönland an. Doch es ging auch um Zinsen, Energie, Kryptowährungen – und Aktienrückkäufe.
„Ich bitte nur um ein Stück Eis“ – mit diesen Worten bekräftigte Donald Trump in Davos seinen Anspruch auf Grönland. Wenn in Zukunft wieder einen Krieg geben sollte, „wird er auf diesem Eis stattfinden. Denkt drüber nach.“ Es sei ein Fehler gewesen, dass die USA die Insel nach dem 2. Weltkrieg an Dänemark zurückgegeben habe, "denn sie liegt in unserer Hemisphere." Trump bekräftigte, die Insel kaufen zu wollen. "Ihr habt die Wahl", sagte er . "Ihr könnnt "Ja" sagen, und wir werden das zu schätzen wissen. Sagt ihr "Nein", dann werden wir das nie vergessen."
Doch abseits dieses Reizthemas war die Rede auch ein Parforce-Ritt durch die Wirtschaftswelt – in der sich unter ihm praktisch alles zum Besseren gewendet habe. Auch die Börsen reagierten sofort: US-Aktien stiegen, Gold gab leicht nach, der Bitcoin legte zu. Nur der Kurs des Dollar pendelte um den Vortageskurs herum bei 1,1713 Dollar je Euro.
Die wichtigsten wirtschaftsrelevanten Passagen der Rede:
US-Wirtschaft und Europa
„Wir waren ein totes Land“, sagte Trump gleich zu Beginn seiner Rede und meint den Zeitpunkt seines zweiten Amtsantritts. „Jetzt sind wir das heißeste Land auf der Welt.“ Die USA hätten ihr Wachstum verdoppelt. „Das sind großartige Neuigkeiten– für alle. Die USA sind die Wirtschaftsmotor auf diesem Planeten. Ich bin selbst überrascht, dass wir es so schnell geschafft haben.“
Er habe die größte Steuersenkung der amerikanischen Geschichte umgesetzt. Die USA hätten die Abschreibungsbedingungen erleichtert und dadurch die höchsten Investitionen in den USA „seit 35 oder 40 Jahren“ ausgelöst.
Das monatliche Handelsdefizit sei wegen der Zölle um 77 Prozent gesunken. „Manche haben gesagt, das geht nicht ohne Inflation. Wir haben es geschafft.“ Und auch die Stahlproduktion sei um 300.000 Tonnen pro Monat gestiegen.
Dagegen seien einige Orte in Europa „nicht wiederzuerkennen“, sagte Trump. Er meine das nicht im positiven Sinne. Europa habe so viel Potenzial. Doch es gebe hohe Budgetdefizite und explodierende Kosten – „auch ausgelöst durch Massenmigration“.
Energiepreise
Die Europäer hätten die Inflation bekämpfen müssen, „doch sie taten das Gegenteil“, sagte Trump. Man habe dort durch den Einsatz von erneuerbaren Energien die Strompreise hochgetrieben. „Wir reißen die Windmühlen ab“, sagte Trump. „Und wir erlauben keine neuen mehr.“
In Europa gebe es überall Windräder. Aber die seien alle „Looser – sie verlieren Geld.“
China dagegen sei der größte Produzent von Windanalgen weltweit. „Aber suchen Sie mal Windparks in China. Sie werden keine finden. Die werden reich am Verkauf, aber installieren die Technik selbst nicht. Sie setzen auf Kohle, Öl und Atomenergie.“
„Unter meiner Führung ist die Gasförderung auf ein Allzeithoch gestiegen“, sagte Trump. Die Ölproduktion sei ebenfalls „up“. Während der Benzinpreis unter Biden teilweise über die Marke von fünf Dollar je Gallone gestiegen sei, habe er, Trump, ihn mittlerweile unter 2,50 Dollar gesenkt. „Es gibt US-Staaten, wo die Gallone nur noch 1,95 Dollar kostet.“
Überall in den USA würden neue Stromkraftwerke entstehen. „China produziert so viel Energie, auch für ihren KI-Sektor. Aber wir können mindestens genauso viel Energie produzieren – wenn nicht mehr.“ Er sei zwar nie ein Fan der Atomkraft gewesen, aber es sei beeindruckend, welche Fortschritte es da gegeben habe, „auch bei der Sicherheit.“
Die großen KI-Firmen hätten ihm zunächst nicht geglaubt, als er sie aufforderte, eigene Kraftwerke für ihre Rechenzentren zu bauen. „Beim nächsten Treffen hatten sie immer noch keine Pläne dabei. ‚Wir dachten, sie machen Spaß“. Da habe ich gesagt: Beeilt euch und ihr bekommt die Genehmigung binnen zwei Wochen.“
Zinsen aus Sicht der Verbraucher
Trump wiederholte seine Absicht, die Kreditkartenzinsen für Verbraucher zu senken. „Die verlangen Zinsen von 28, 30, 32 Prozent“, schimpfte der US-Präsident. „Stellen Sie ich vor, sie geraten einmal in Verzug – da verlieren Sie Ihr Haus! Das ist schrecklich“.
Seine Regierung werde Zinsen von zehn Prozent für ein Jahr festschreiben.
Ähnliches gelte am Immobilienmarkt: „Ich habe meine staatlichen Institutionen angewiesen (Fannie Mae und Freddie Mac, d. Red.), 200 Milliarden Dollar zu investieren, um die Zinsen für Hypotheken zu senken.“
Dann fordert Trump: „Wir sollten die niedrigsten Zinsen zahlen, weniger als jedes andere Land der Welt. (…) Sehen Sie sich die Schweiz an: Die zahlen praktisch gar keine Zinsen.“
Kürzlich sei der Zins für Hypotheken in den USA über sechs Prozent gestiegen, und die US-Notenbank habe nichts dagegen unternommen. „Wir habe einen furchtbaren Fed-Präsidenten gerade: Jerome „ too late“ Powell. Er ist immer zu spät.“. Damit wiederholte Trump ein weiter Mal seine Schmähungen auf den Fed-Chef. Dann erklärte er, warum ich niedrige Hypothekenzinsen so wichtig sind: „Menschen sind reich geworden, weil der Wert ihres Hauses gestiegen ist. Jedes Mal, wenn man es einem Menschen ermöglicht, ein Haus zu kaufen, wird er reicher.“
„Wir sollten die niedrigsten Zinsen der Welt bezahlen.“ Früher seien immer, wenn die USA ein großartiges Quartal hätten, einen Rekordmonat alle Aktienkurse gestiegen. „Jetzt heißt es: Oh no, ein Rekordquartal – und die Kurse fallen. Weil dumme Leute Angst vor Inflation haben – und Jerome Powell die Zinsen anheben will.“ Immer, wenn die US- Wirtschaft gut laufe, wollen Powell „sie killen“.
„Aber Wachstum bedeutet nicht Inflation. Wachstum kann Inflation bekämpfen“, behauptete Trump.
Rüstungsgüter und Aktienrückkäufe
Im Zuge seiner Ausführungen zu Grönland kam Trump auf die weltweiten Ausgaben für Rüstungsgüter zu sprechen. Jahrzehntelang hätten die USA für 100 Prozent der Nato gezahlt. „Das habe ich gestoppt. Vorher haben die andern nicht mal zwei Prozent gezahlt – jetzt zahlen sie fünf Prozent“. Viele dieser Militärgütern würde die Verbündeten in den USA kaufen. „Aber unsere Firmen können Patriot (Abwehrraketen, d. Red.) erst in drei Jahren liefern, sagten sie mir. Ich habe gesagt: Das ist nicht gut. Daher werden wir
Rüstungsfirmen keine weiteren Aktienrückkaufe mehr erlauben. Sie sollen Fabriken bauen, um uns und unsere Partner zu versorgen.“
Zum Thema Kryptowährungen äußerte sich Trump dagegen nur kurz. Er unterstrich die Bedeutung der digitalen Währungen und sagte: „Der Kongress arbeitet hart an neuen Regelungen. Ich werde bald ein Gesetz unterschreiben.“
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