Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Beteiligungen kräftig durchgemischt. Während Anteile an Nvidia, Apple und Microsoft teils zweistellig gekürzt werden, fließen Milliarden in neue Favoriten und ETFs. Die neuen 13F-Daten zeigen, wohin das Kapital jetzt wandert.
UBS Group AG hat ihr neue 13F-Filing für das 4. Quartal 2025 bei der US-Wertpapieraufsicht SEC eingereicht. Es legt offen, dass die Schweizer Großbank deutliche Umschichtungen in ihrem US-Aktienportfolio vorgenommen hat., Ob dies auf eigene Rechnung, für eigene Fonds oder in Depots von Kunden erfolgte, lässt sich aus den Daten nicht herauslesen. Es ist aber davon auszugehen, dass die UBS als weltgrößter Vermögensverwalter eigene Strategien in die Handelsentscheidungen einfließen ließ.
Laut dem 13F-Filing hat die UBS die Bestände bei Nvidia, Apple und Microsoft im vierten Quartal deutlich verringert - teils um bis zu rund elf Prozent des Bestandswerts vom 30.9. - und zusätzlich weitere Tech-Schwergewichte abgebaut. Gleichzeitig flossen erhebliche frische Mittel in neue oder aufgestockte Positionen, was Anleger gleichermaßen aufhorchen lässt.
UBS reduziert Tech-Schwergewichte deutlich
Die Analyse der SEC-Daten zeigt, dass die UBS ihre Top-Positionen bei den etablierten Technologieriesen im Vergleich zum Vorquartal zurückgefahren hat.
Nvidia: Die Position wurde um über zehn Millionen Aktien reduziert, was einem Rückgang von rund elf Prozent des Bestands entsprach.
Apple: Auch die Apple-Position wurde deutlich reduziert, der Bestand fiel um mehr als fünf Millionen Aktien.
Bei Microsoftverkleinerte die UBS ihr Gesamt-Engagement um über 2,3 Millionen Aktien, was einem Rückgang von acht Prozent entspricht. Dabei gibt es jedoch ein Auffälligkeit, auf die wir weiter unten zurückkommen.
Zudem wurden 16 Prozent der Micron-Aktien verkauft. Aufgrund der enormen Kursgewinne der Chipaktie stieg der Buchwert der Position dennoch um 43 Prozent bzw. 721 Millionen Dollar.
Weitere reduzierte Positionen im Quartalsvergleich sind der iShares Core S&P 500 ETF (minus 32 Prozent). Außerdem wurde die Position in Southwest Airlines stark gekürzt: um 21 Millionen Aktien oder 74 Prozent.
Damit hat die UBS vor allem ihr Engagement in hoch bewerteten Titeln reduziert, wenn auch nicht vollständig eliminiert.
In diese Titel fließt frisches Kapital
Während die Aktien etablierter Tech-Giganten reduziert wurden, zeigen die Unterlagen der UBS auch signifikante Neuinvestitionen und Aufstockungen.
Totalenergies SA: von null auf 10,9 Millionen Aktien. Anlagesumme: etwa 713,6 Milliarden Dollar. Ungewöhnlich: Gleichzeitig sind Puts auf Total im Wert von 81,3 Millionen Dollar im 13F-Dokument verzeichnet.
Nextpower: von null auf 1,6 Millionen Aktien für geschätzt 137,6 Millionen Dollar.
In das Fintech-Start-up Quiver Quantitative, das Handelsdaten für jedermann zugänglich machen will, flossen 120,4 Millionen US-Dollar frisches Kapital.
Iris Energy (Iren): Der Bitcoin-Miner und KI-Rechenzentrumsbetreiber ist mit einer Position im Wert von 86,9 Milliarden Dollar per 31.12.2025 neu im Portfolio.
Aber auch Unilever, Magnum Ice, Medline und Vizla Silver schafften es ins UBS-Portfolio. Insgesamt umfasst das Dokument fast 1500 neu aufgenommene Positionen.
Verwirrung um Microsoft
Unter den größten aufgestockten Positionen findet sich eine Überraschung: An erster Stelle stehen mit einem Buchwert von 3,989 Milliarden Dollar Call-Optionen auf Microsoft. Laut den Unterlagen wurde diese Position um 322 Prozent oder drei Milliarden Dollar angehoben. Angesichts des herben Kursrutsches im Januar kann man nur hoffen, dass die UBS oder ihre Kunden rechtzeitig aus diesen Calls ausgestiegen sind.
Der größte Zuwachs in einer einzelnen Aktienposition in den Portfolios der UBS entfiel mit zusammengenommen rund zwei Milliarden Dollar auf Alphabet. Dieser resultiert ausschließlich aus Kursgewinnen, denn die Bestände der A- und C-Shares wurden jeweils um neun Prozent reduziert.
Auffälliger Zock mit MP Materials
Heftig aufgestockt und im Kurs zugelegt hat die UBS bei der Position in die Seltene Erden-Aktie MP Materials. Hier wurde der Aktienbestand bis zum 31.12. verfünffacht, der Wert in den Büchern stieg um das Dreineinhalbfache oder 1,25 Milliarden Dollar auf 1,71 Milliarden Dollar. Das Timing war rückblickend betrachtet erstaunlich perfekt: Bis Mitte Januar 2026 explodierte der Kurs von MP Materials um 40 Prozent, weil Gerüchte aufkamen, die US-Regierung wolle sich an dem Unternehme beteiligen. Unklar, ob die UBS oder einer ihrer sehr vermögenden Kunden da das richtige Näschen hatte.
Aktuell steht der MP-Kurs immer noch 20 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Dass UBS an anderer Stelle auch eine Reduktion der MP Materials-Aktien um einen Wert von 123 Millionen Dollar verbucht, fällt da kaum noch ins Gewicht.
Weitere Positionen, die deutlich aufgestockt wurden
Walmart: 30 Prozent mehr Aktien, 40 Prozent Wertzuwachs um 759 Millionen Dollar;
Electronic Arts: 268 Prozent mehr Aktien, 273 Prozent Wertzuwachs um 737 Millionen Dollar;
Lumentum Holdings: 313 Prozent mehr Aktien, 520,9 Millionen Dollar Wertzuwchs.
Außerdem flossen 466,7 Millionen Dollar in den SPDR Gold-ETF, dessen Anteile um 31 Prozent aufgestockt wurden.
Die Daten aus der jüngsten 13F-Meldung zeigen eine klare Tendenz: Die UBS nimmt bei traditionellen Tech-Riesen wie Nvidia, Apple und Microsoft Gewinne mit oder reduziert das Risiko, während die Schweizer neue Chancen im breiten Markt sowie in stabileren Segmenten sehen. Dazu gehören neben klassischen ETFs auf Indizes und Gold auch neue Positionen, die auf Markttrends wie die Blockchain setzen.
Offenbar soll das Portfolio angesichts hoher Bewertungen und makroökonomischer Unsicherheiten flexibler aufgestellt werden, ohne die großen Wachstumswerte gleich komplett zu verwerfen.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
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