Warren Buffett hat oft betont, dass er 99 Prozent seines Vermögens spenden will. Nun sorgt dieses Versprechen für Diskussionen um seinen Konzern Berkshire Hathaway. Anleger fragen sich: Was bedeutet es für die Zukunft des Unternehmens, wenn Aktien in fremde Hände fallen?

Warren Buffett hat sich zum Jahreswechsel als CEO von Berkshire Hathaway zurückgezogen. Er bleibt zwar selbst ein großer Aktionär, hat jedoch in den vergangenen Jahren bereits große Summen an vier Familienstiftungen übertragen, darunter die seiner drei Kinder. Langfristig, so hat es Buffett bestimmt, soll fast sein gesamtes Vermögen wohltätigen Zwecken zugutekommen. Das unterstreicht seinen Ruf als Philanthrop – wirft aber nun auch neue Fragen auf. Investoren und Aktionäre fragen sich was passiert, wenn Buffetts Anteile eines Tages in andere Hände übergehen sollten.

Zwei Arten von Aktien bei Berkshire Hathaway

Buffett und sein langjähriger Partner Charlie Munger haben Berkshire Hathaway so aufgebaut, dass es nicht leicht von außen beeinflusst werden kann. Dazu gehört auch die Tatsache, dass es bei Berkshire Hathaway sogenannte A- und B-Aktien gibt.

Die A-Aktien sind die ursprünglichen Anteile von Berkshire Hathaway. Sie gewähren besonders viele Stimmrechte bei Hauptversammlungen. Wer A-Aktien besitzt, hat also deutlich mehr Einfluss auf wichtige Unternehmensentscheidungen als Besitzer von B-Aktien. Deshalb sind die A-Aktien auch extrem teuer: Eine einzige mehrere hunderttausend Dollar.

Sie ähneln damit ein wenig der deutschen Unterteilung in Stamm- und Vorzugsaktien, wobei die Vorzüge dabei gar keine Stimmrechte besitzen. Mehrfachstimmrechte wie bei A-Aktien gibt es bei deutschen Stammaktien nicht.

Warren Buffett selbst hält den Großteil seines Vermögens in genau diesen A-Aktien. So konnte er mit relativ wenigen Aktien über einen sehr großen Teil der Stimmrechte über Jahrzehnte hinweg die strategische Richtung von Berkshire Hathaway maßgeblich bestimmen.

Die B-Aktien wurden später eingeführt, damit auch Kleinanleger in Berkshire investieren können. Sie sind viel günstiger, haben aber nur einen Bruchteil der Stimmrechte einer A-Aktie. Eine A-Aktie entspricht in Bezug auf das Stimmrecht mehreren tausend B-Aktien.

Genau dieser Schutz könnte aber in Zukunft schwächer werden, wenn große Aktienpakete an Stiftungen oder eines Tages sogar an andere Eigentümer übergehen.

Sollte eine Stiftung ihre A-Aktien an einen externen Investor weitereichen, würde sich das Kräfteverhältnis bei wichtigen Entscheidungen verschieben. Manche Investoren befürchten, dass neue Großaktionäre dadurch künftig stärker mitreden oder andere Vorstellungen über die Ausrichtung des Konzerns haben könnten – was damit langfristig auch Auswirkungen auf den Aktienkurs hätte.


Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2)

Was das für den Aktienkurs bedeutet

Kurzfristig besteht die Gefahr noch nicht, da die A-Aktien an Stiftungen von Buffetts drei Kindern übergehen. Diese sind jedoch selbst schon im Rentenalter. Es ist nicht ganz klar, was mit dem Stiftungsvermögen passiert, wenn sie einmal sterben und ihr Vermögen weitervererben.

Langfristig ist es für die Berkshire-Aktionäre aber von Bedeutung, wie der Konzern geführt wird, wenn der bereist 95-jährige Buffett eines Tages auch nicht mehr beratend mitwirken kann. Diese Frage dürfte in den kommenden Jahren immer wichtiger werden.

Auch sein Einfluss auf die Firmenkultur ist enorm. Wenn seine Aktien aber nach und nach weitergegeben werden, könnte das die Struktur des Konzerns langsam verändern.


Auch bei Meta und Alphabet gibt es verschiedene Aktientypen

Der Fall zeigt: A-Aktien sind eine prima Sache für Gründer, die den Zugriff auf ihr Unternehmen behalten wollen. Auch Meta-Chef Mark Zuckerberg besitzt solche Mehrfach-Stimmrechte an seinem Unternehmen, ebenso wie die Google-Gründer Larry Page und. Sergey Brin an Alphabet. Allerdings hat Brin bereits mehrfach Teile seiner A-Aktien verschenkt; zuletzt übertrug er im Dezember 2025 Aktien im Wert von 1,1 Milliarden Dollar an die Stiftung Catalyst4, seien Familienstiftung und die Michael J. Fox Foundation des gleichnamigen Schauspielers, der unter Parkinson leidet.

Im Jahr 2026 investieren wie die Milliardäre

Mit dem „Best of Billionaires-Index“ von BÖRSE ONLINE investieren Sie in die Top-Picks von vier Börsenlegenden in einem Zertifikat. Wie das geht, erfahren Sie hier. 

Lesen Sie auch

Warren Buffett wäre bereit, „heute 100 Milliarden Dollar auszugeben“ – deshalb tut er es nicht

oder

Größter Vermögenstransfer der Börsengeschichte: Warren Buffett steigt jetzt wirklich aus

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Berkshire Hathaway.