MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Rückversicherer Munich Re legt an diesem Dienstag (12. Mai) seine Zahlen aus dem ersten Quartal vor.
DAS ERWARTET DIE MUNICH RE:
Ein Jahr nach den verheerenden Waldbränden in Kalifornien können große Rückversicherer aufatmen. Im ersten Quartal ereigneten sich keine Katastrophen, die auch nur ansatzweise so teure Zerstörungen hinterlassen haben wie die Feuer in Los Angeles. Mit rund 40 Milliarden US-Dollar (rund 34 Mrd Euro) hatte die Branche für diese Schäden geradestehen müssen.
Dennoch hatte die Munich Re wie andere Unternehmen der Branche das Jahr 2025 mit hohem Gewinn abgeschlossen, im Fall des Münchner Branchenriesen waren es rund 6,1 Milliarden Euro. Weil die Preise im wichtigen Schaden- und Unfallgeschäft aber zuletzt deutlich fielen, stellte der neue Munich-Re-Chef Christoph Jurecka für 2026 nur eine leichte Gewinnsteigerung auf 6,3 Milliarden Euro in Aussicht.
Neben geringeren Großschäden im ersten Quartal könnten noch andere Entwicklungen die Geschäftszahlen beeinflusst haben - und zwar in die andere Richtung. So meldete der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück zu Wochenbeginn einen überraschenden Umsatzrückgang. Statt zu steigen, wie von Analysten erwartet, ging der Erlös um mehr als sechs Prozent zurück.
Den Angaben zufolge drückte der Wertverlust des US-Dollar im Verhältnis zum Euro den Rückversicherungsumsatz nach unten. Außerdem habe ein Kunde einen großen Vertrag in der strukturierten Rückversicherung vom Markt genommen, berichtete Hannover-Rück-Finanzchef Christian Hermelingmeier. Ihm zufolge hat dieser Wegfall andere Unternehmen der Branche noch heftiger getroffen als die Hannover Rück.
Die Munich Re hat sich für 2026 bisher einen Versicherungsumsatz von 64 Milliarden Euro zum Ziel gesetzt. Weil ein großer Teil des Geschäfts in Dollar abgewickelt wird, könnte der Wertverfall der US-Währung auch bei der Munich Re auf den Umsatz drücken.
DAS ERWARTEN ANALYSTEN:
Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Branchenexperten sehen die Munich Re in diesem Jahr auf Kurs zu ihrem Gewinnziel. Im Schnitt erwarten sie derzeit einen Gewinn von knapp 6,4 Milliarden Euro und damit etwas mehr als vom Vorstand angepeilt. Der Versicherungsumsatz dürfte mit 62,6 Milliarden Euro das vom Management genannte Ziel jedoch verfehlen.
Für das erste Quartal erwarten vom Konzern selbst befragte Analysten im Schnitt einen Anstieg des Versicherungsumsatzes von 15,8 auf 16 Milliarden Euro. Im Schaden- und Unfallgeschäft der Rückversicherung dürfte dank geringerer Schäden ein deutlich größerer Anteil des Umsatzes als Gewinn übrig geblieben sein. In der Erstversicherungssparte Ergo erwarten die Experten hingegen eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote etwa auf Vorjahresniveau.
Einen kräftigen Anstieg erwarten die Analysten beim Gewinn: Dank der geringeren Schäden rechnen sie mit einem Überschuss von gut 1,7 Milliarden Euro nach knapp 1,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum./stw/men/mis
Quelle: dpa-Afx