Im April nahm bei der Allianz ein neues Ressort seine Arbeit auf. Hinter dem sperrigen Namen "Business Transformation und Innovation des Geschäftsmodells", steht nichts anderes als die Erlöse über neue Vertriebskanäle zu steigern. Seitdem hat sich in Sachen Digitalisierung und Kooperationen schon einiges getan. Die Allianz-Tochter Partners kaufte den Handwerkerdienst Multiasistencia, der Schäden im Auftrag von Versicherern in sechs Ländern, Schwerpunkt Südeuropa repariert. Der Zukauf stärkt das Nicht-Lebengeschäft. In China wird die lokale Tochter in einen Online-Anbieter umgemodelt. Mit der Beteiligung des chinesischen Online-Riesen JD.com, auf dessen Plattform mehr als 300 Millionen Kunden registriert sind, erhöht die Allianz die Reichweite der lokalen Tochter gewaltig. Der chinesische Markt bietet viel Potenzial für Neugeschäft. In dieselbe Richtung läuft die Partnerschaft mit UniCredit. Über die Bank erreicht die Allianz insgesamt 25 Millionen Kunden, vor allem in den stark wachsenden Versicherungsmärkten in Mittel-und Osteuropa.

Bis sich bei den neuen Initiativen die Erfolge einstellen, wird es noch dauern. Zuletzt sorgten sich Allianz-Investoren hingegen um zweierlei. Italien und mögliche Fusionen. Die Allianz ist einer der größten Versicherer in Italien. Die Münchner halten entsprechend italienische Staatsanleihen. Die galten zuletzt als riskant, weil ein Austritt Italiens aus der Währung Euro befürchtet wurde. Die Wogen haben sich geglättet. Außerdem würden sich für die Allianz keine Probleme ergeben, weil Forderungen und Reserven gleichermaßen betroffen wären. Auch die Bedenken über einen Megadeal, im Gespräch war zuletzt die Schweizer Zurich Versicherung sowie die britische Prudential haben sich zerstreut. Große Übernahmen stehen wohl nicht mehr auf der Tagesordnung des Vorstands.

Das Gegenteil ist der Fall. Die Allianz investiert in großen Stil ins eigene Unternehmen. Die Münchner haben ihr Aktienrückkaufprogramm wieder aufgenommen. Seit Jahresanfang hatte die Allianz eigene Aktien im Wert von zwei Milliarden Euro zurückgekauft. Nun sollen innerhalb der kommenden drei Monate erneut Anteilsscheine im Gegenwert von einer Milliarde Euro zurückgekauft werden. Ein weiteres Programm könnte laut Analysteneinschätzung noch vor Weihnachten folgen. Das sorgt für eine weitere Verbesserung des Gewinns pro Aktie. Der Konzern wird mit einem KGV von unter zehn bewertet. Das ist im internationalen Vergleich günstig. Deshalb sehen Analysten wie etwa die Experten der DZ Bank den fairen Wert bei 220 Euro.

Die Fusionsgerüchte im Mai beendeten abrupt den Aufwärtstrend der Allianz-Aktie. Der Kurs knickte vom Hoch bei 200 Euro bis auf das Jahrestief bei 175 Euro ein. Dort hat sich ein junger Aufwärtstrend gebildet. Mutige Anleger positionieren sich mit einem klassischen Optionsschein. Die Scheine sind attraktiv bewertet. Der ausgewählte Call würde seinen Wert verdoppeln, wenn die Allianz-Aktie bis Jahresende das Kursziel 220 Euro erreicht.

Basiswert Allianz
Produkt Call
WKN ST2LEQ
Emittent Société Génerale
Laufzeit 17.12.19
Kurs des Calls 2,79 €
Basispreis 162,00 €
Omega 4,70
Aufgeld in Prozent 2,7
Break-even 189,80 €