Alphabet-Chef Larry Page schaltet auf Angriff. In San Francisco stellte der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber eine Reihe neuer Geräte vor, um Mitbewerber wie Apple oder Amazon in die Schranken zu weisen. Unter dem Namen "Pixel" bringt der Google-Mutterkonzern eine ganze Reihe neuer Smartphones auf den Markt. Außerdem präsentierten die Kalifornier die Datenbrille "Daydream View" und den sprachgesteuerten intelligenten Assistenten "Home".

Die Smartphones Pixel und Pixel XL sind im oberen Preissegment angesiedelt und zielen direkt auf Apples iPhone und Samsungs Top-Geräte. Die Produktion übernimmt HTC - ein Hinweis darauf findet sich aber nicht auf den Geräten. Alphabet wirbt mit der besten Smartphone-Kamera aller Zeiten und will die Kunden mit unbegrenztem Speicherplatz in der Google-Cloud für Fotos und Videos locken. In Deutschland kostet das günstigste Gerät 759 Euro. Damit ist klar, dass Alphabet auf das Premium-Segment abzielt.

Die technischen Daten der Smartphones überzeugen - sind alleine aber kein Kaufgrund, da die Konkurrenzmodelle ähnliche Spezifikationen aufweisen. Um sich abzusetzen, spielt Google eine exklusive Version seines Betriebssystems Android auf die Geräte. Zentraler Bestandteil soll der Google Assistant sein, der dem Nutzer Fragen aus allen möglichen Bereichen beantwortet und bei der Alltagsplanung hilft. Außerdem will Alphabet die Software immer aktuell halten. Bei vielen Android-geräten ist das heute ein Problem. Insbesondere beim weltgrößten Smartphone-Hersteller Samsung, der selbst auf Android setzt, dürfte das für Unmut sorgen.

Mit Google Home kommt im November ein vernetzter, sprachgesteuerter Lautsprecher in den Handel, dessen integraler Bestandteil ebenfalls der Google Assistant ist. Dort trifft er auch Amazon Echo - ein Audiogerät, das auf Sprachbefehle reagiert und etwa Musik abspielen kann oder den Kalender verwaltet.

Beide Geräte zeigen, wohin die Reise geht: Weg von der Tastatur oder dem Touchscreen hin zu sprachgesteuerten Geräten mit künstlicher Intelligenz. Für Alphabet kann das ein Problem werden. Plaudern die Menschen in Zukunft mit den Maschinen, könnten Monitore und Displays eines Tages unnötig werden. Als führender Internetwerbevermarkter ist Alphabet aber darauf angewiesen, dass die Menschen auch die Werbeanzeigen sehen. Für Alphabet-Chef Page ist es also von enormer Wichtigkeit, dass sich der Konzern frühzeitig auf den bevorstehenden Wandel einstellt.

Auf Seite 2: Einschätzung der Redaktion



Einschätzung der Redaktion

An Alphabet geht derzeit kein Weg vorbei. Die Amerikaner sind die Nummer 1 im schnell wachsenden Internetwerbemarkt. Der Markt ist allerdings stetig im Wandel. Mit seiner Finanzkraft ist Alphabet aber bestens gerüstet, um darauf zu reagieren. Die Alphabet-Aktie bleibt ein Kauf.

Kursziel: 850 Euro

Stopp: 567,50 Euro