Während der breite Markt am heutigen Dienstag, dem 17. Februar 2026, noch nach Orientierung sucht, ziehen am Tech-Horizont dunkle Wolken auf. Die Euphorie um Künstliche Intelligenz weicht bei einigen Titeln einer harten Realitätsprüfung. Im Fokus stehen dabei zwei Unternehmen, die laut einer neuen Analyse von Bernstein Research vor massiven Verdrängungsrisiken durch Automatisierung stehen.
Die Aktie des Fernwartungsspezialisten Teamviewer erlebte am Vormittag einen dramatischen Absturz auf ein neues Rekordtief von 4,81 Euro. Der einstige Börsenliebling hat damit allein seit Jahresbeginn rund ein Fünftel seines Wertes eingebüßt. Der Grund für den jüngsten Abwärtsdruck ist die Warnung von Bernstein-Analyst Aleksander Peterc: Er sieht das Kerngeschäft von Teamviewer, den personalintensiven Fernsupport, durch KI-basierte Self-Service-Lösungen unmittelbar bedroht.
Wo früher ein menschlicher Techniker per Fernzugriff eingreifen musste, übernehmen heute zunehmend intelligente Algorithmen die Fehlerbehebung. Diese Effizienzsteigerung auf Kundenseite wird für Teamviewer zum existenziellen Problem, da der Bedarf an klassischen Lizenzen schrumpft. Bernstein stuft das Papier daher weiterhin nur mit „Market-Perform“ ein und warnt, dass das „dicke Ende“ für die Aktie erst noch bevorstehen könnte.
Aumovio: Der Kampf um die Vorherrschaft im Cockpit
Auch beim Autozulieferer Aumovio – der Abspaltung von Continental – trübt sich das Bild ein. Die Aktie gab am Morgen um rund zwei Prozent auf 42,14 Euro nach. Hier identifizieren die Analysten das Risiko im Trend zu Software-Defined Vehicles (SDV). In einer Welt, in der das Auto zum „Smartphone auf Rädern“ wird, verschiebt sich die Wertschöpfung weg von klassischen Zulieferern hin zu den Autobauern selbst oder zu neuen Giganten aus dem Halbleitersektor.
Aumovio droht zwischen den Fronten aufgerieben zu werden. Obwohl das Unternehmen auf der CES 2026 noch innovative Lösungen für autonome Mobilität präsentierte, zweifelt Bernstein daran, dass der Zulieferer seine Margen gegen die wachsende Konkurrenz von Tech-Schwergewichten verteidigen kann. Auch hier lautet das Urteil: Market-Perform.
Ein Warnsignal für den gesamten Sektor
Die Liste der „KI-Verlierer“ von Bernstein ist lang und umfasst neben Teamviewer und Aumovio auch Namen wie Atos, Ocado und Quadient. Die zentrale Botschaft der Analysten: Diese Unternehmen werden derzeit so gehandelt, als seien die Verwerfungen durch KI das Problem der anderen. Doch die Realität der Automatisierung holt sie nun ein. Anleger beginnen zu verstehen, dass KI nicht für jedes Geschäftsmodell ein Rückenwind ist, sondern für personalintensive Dienstleister zur existenziellen Bedrohung werden kann.
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