In der vergangenen Woche hat sich der für das Ressort Supply Chain verantwortliche Deutsche-Post-Vorstand Oskar de Bok von 3.600 Aktien zum Kurs von 41,00 Euro getrennt und dadurch über 147.000 Euro erlöst. Es ist nicht das erste Mal, dass de Bok in diesem Jahr als Verkäufer in Erscheinung getreten ist. Anfang September verkaufte er 3.889 Post-Aktien und Anfang April war ein Verkauf von 1.034 Anteilsscheinen gemeldet worden. In beiden Fällen war als Verkaufsgrund das Begleichen von Steuer- und Abgabenverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Teilnahme an einem Belegschaftsaktienprogramm genannt worden. Diverse Vorstandskollegen wie zum Beispiel John Pearson, Thomas Ogilvie, Tobias Meyer sowie das Aufsichtsratsmitglied von Dosky haben aus denselben Gründen Aktien ihres Arbeitgebers verkauft. Übrigens: Mehrere Insiderkäufe gab es letztmals im März zu beobachten als der DAX-Logistiker zeitweise unter 20 Euro abgestürzt war. Seither hat sich die Aktie der Deutschen Post mehr als verdoppelt.

Charttechnik Deutsche Post


Im ersten Quartal stürzte der DAX-Wert in der Spitze zwar von über 34 Euro auf 19 Euro ab, der nachfolgende Rebound fiel aber ausgesprochen kräftig aus und bescherte dem Titel Mitte Oktober sogar ein neues Rekordhoch bei fast 42 Euro. Mit dem Überwinden des bisherigen Allzeithochs ist der Weg in noch höhere Regionen nunmehr frei. Die Gefahr von Gewinnmitnahmen ist nach der rasanten Rally aber nicht von der Hand zu weisen, schließlich bewegt sich der Timingindikator Relative-Stärke-Index mit 62 Prozent nur noch knapp unter der überkauften Zone, die ab 70 Prozent beginnt. Positiv anzumerken ist der Umstand, dass die langfristige Durchschnittslinie nach oben zeigt - dies sehen Chartisten in der Regel als positiven Begleitumstand an.

Porsche: Aufsichtsratschef erneut in Kauflaune


Wolfgang Porsche, der Vorsitzende des Porsche-Aufsichtsrats, scheint derzeit von den Perspektiven "seines" Unternehmens sehr überzeugt zu sein. In der vergangenen Woche kaufte er nämlich für rund 200.000 Euro insgesamt mehr als 4.200 Aktien. Besonders interessant: Bereits im März war Wolfgang Porsche in Kauflaune. Damals erwarb er sogar 20.000 Papiere und bezahlte hierfür mehr als eine Million Euro. In diesem Jahr ist übrigens keine andere Porsche-Führungskraft als Insiderkäufer in Erscheinung getreten. Überbewerten sollten Privatanleger diese Transaktionen jedoch nicht, schließlich wird das Gesamtvermögen der Familie Wolfgang Porsche auf ungefähr 20 Milliarden Euro geschätzt. Selbst ein Investment von über eine Million Euro wirkt da allenfalls wie ein Mini-Vertrauensbeweis.

Charttechnik Porsche


Im Zuge der Corona-Krise hat sich die Porsche Aktie von Januar bis März mehr als halbiert und versucht sich nach einem Rebound aktuell im Bereich von 50 Euro an einer Stabilisierung. Allerdings notiert die Porsche-Aktie immer noch unter der langfristigen 200-Tage-Linie, die sich zudem auf einer steilen Talfahrt befindet. Meilenweit entfernt ist der Autotitel übrigens von seinem vor fast 13 Jahren bei fast 160 Euro markierten Rekordhoch. Dies dürfte auf absehbare Zeit aufgrund der ohnehin miserablen Perspektiven der Autoindustrie kein realistisches Kursziel sein.

Gerresheimer: Kaufinteresse trotz Rally


Als Hersteller hochwertiger Spezialprodukte aus Glas und Kunststoff für die internationale Pharmaindustrie wird die Aktie von Gerresheimer unter Börsianern als Corona-Profiteur gesehen. Unternehmenschef Dietmar Siemssen scheint von den Perspektiven des Unternehmens ebenfalls überzeugt zu sein. Obwohl sich der Aktienkurs seit dem Corona-Jahrestief im März um über 60 Prozent verteuert hat, kaufte Siemssen in der vergangenen Woche für mehr als 235.000 Euro 2.500 Gerresheimer-Aktien. In diesem Jahr hat er sich übrigens als einzige Führungskraft des Unternehmens als Käufer "geoutet". Auf Jahressicht kaufte er insgesamt 6.350 Papiere und bezahlte hierfür 528.000 Euro und lieferte dadurch einen eindrucksvollen Vertrauensbeweis für "ganz normale Investoren".

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