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BASF: Warum Anleger sich die Aktie des Chemie-Riesen wieder anschauen sollten

BASF: Warum Anleger sich die Aktie des Chemie-Riesen wieder anschauen sollten

WKN: BASF11 ISIN: DE000BASF111 BASF

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10.12.2018 - 17:35
28.09.2018 03:20:00

Seit Jahresbeginn liegt die BASF-Aktie rund elf Prozent unter Wasser und entwickelte sich schlechter als der DAX. Die Weichenstellungen der vergangenen Monate werden vom Markt somit noch nicht honoriert. Doch das dürfte sich schon bald ändern, BASF wird in Zukunft schlagkräftiger aufgestellt sein. Von Franz-Georg Wenner



Bei den meisten Analysten steht die BASF-Aktie auf "Kaufen", das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 97 Euro und damit rund 20 Prozent über dem aktuellen Niveau. Besonders optimistisch sieht Kepler Cheuvreux die Perspektiven mit einem fairen Wert bei 120 Euro. Zur Einordnung: Ende Januar knackte die Aktie nur mit viel Mühe die 2015 markierte Rekordmarke, blieb mit 98 Euro aber im zweistelligen Bereich. Aktuell müssen Anleger 16 Prozent weniger bezahlen.



Fundamental zeigte der Trend nach dem schwachen Auftaktquartal wieder leicht nach oben. Umsatz und operatives Ergebnis legten zu, blieben aber leicht unter den Erwartungen. Gegenwind gab es erneut von der Währungsseite. Für das Gesamtjahr wurde der Ausblick bestätigt. Neue Wasserstandsmeldungen zur jüngsten Geschäftsentwicklung werden am 26. Oktober erwartet, wenn die Zahlen für das dritte Quartal über die Ticker laufen. Interessant sind aber ohnehin die mittel- bis langfristigen Perspektiven. BASF betreibt bereits seit Jahren ein aktives Portfoliomanagement zur Erreichung der Unternehmensziele.


Allein in den vergangenen sieben Jahren wurden nach Angaben von Warburg Research rund 5,5 Mrd. Umsatz hinzugekauft und gut 21 Mrd. Euro Umsatz an Dritte abgegeben. Etwa 15 Prozent Umsatzanteil entfallen derzeit auf die Chemieindustrie, die Automobilbranche und Versorger kommen auf zehn bis 15 Prozent. Fünf bis zehn Prozent der Kunden sind in der Bau-, Landwirtschafts-, Kunststoff- und Ölindustrie angesiedelt.

Zyklische Bereiche verlieren an Gewicht



In den nächsten Monaten wird sich der Segmentanteil verschieben. Bereits im kommenden Monat könnte der Zusammenschluss der Öl- und Gastochter Wintershall mit der früheren RWE-Sparte Dea in trockenen Tüchern sein. Die behördlichen Zustimmungen brauchen noch einmal rund sechs Monate nach Unterzeichnung der Fusion. Gelingt der Deal, werden die Ludwigshafener an dem Gemeinschaftsunternehmen zunächst 67 Prozent halten, die Investorengruppe Letter One den Rest. Für 2020 wird derzeit ein Börsengang angestrebt, der viel Geld in die Kasse spülen könnte.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Ebenfalls wichtig im Hinblick auf den laufenden Konzernumbau sind die Übernahme umfangreicher Saatgut- und Pflanzenschutzaktivitäten von Bayer, die im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 2,2 Mrd. Euro erzielten. Einzelheiten dazu werden von Vorstandschef Martin Brudermüller auf einem Strategie-Update bis zum Jahresende erwartet.

Schon jetzt zeichnet sich aber die Marschrichtung ab: BASF wird ohne Öl & Gas sowie den Ausbau des Agrargeschäfts weniger zyklisch aufgestellt sein und an Profitabilität gewinnen. Positive Effekte auf der Gewinnseite sind aber wohl erst im Geschäftsjahr 2019 zu erwarten. Anleger brauchen somit einen längeren Atem, kurzfristige Katalysatoren zeichnen sich nicht ab. Verschärft sich der Handelsstreit und zeigt die Weltwirtschaft Bremsspuren, könnte BASF als zyklischer Chemiewert sogar noch stärker leiden. Der Kursverlauf spielt die fundamentale Lage gut wider. Bereits seit Jahren pendelt der Kurs in weiten Schwüngen seitwärts.



Im ersten Halbjahr scheiterten mehrere Versuche, die inzwischen deutlich fallende 200-Tage-Linie zurück zu erobern. Mit der jüngsten Erholung wurde ein drohender Absturz unter 76 Euro zunächst verhindert. Wegen der überkauften Lage (Abstand zur 21-Tage-Linie) dürfe das kurzfristige Potenzial nach oben schon wieder ausgeschöpft sein. Widerstände verlaufen bei 85 und um 90 Euro.

Empfehlung der Redaktion



Mittel- bis langfristig sollten sich die guten, fundamentalen Aussichten durchsetzen und die Aktie wieder über ihre 200-Tage-Linie führen. Für reine Long-Spekulationen über Hebelprodukte ist der Wert aber wegen seiner Schwankungsanfälligkeit nicht so gut geeignet. Mehr Aussicht auf Erfolg bieten Capped-Call-Scheine, mit denen Anleger von einer Seitwärtsbewegung profitieren. Angelehnt an die Unterstützung um 75 Euro bietet die WKN HX2V6Q gute Konditionen: Steht BASF zum Laufzeitende im Juni 2019 über 75 Euro (Cap), wird der Höchstbetrag von fünf Euro pro Schein zurückgezahlt. Ausgehend vom aktuellen Kurs entspricht dies einer Rendite von 37 Prozent oder knapp 50 Prozent p.a. Unter 70 Euro droht hingegen zur Fälligkeit der Totalverlust.


  Basiswert
  
  

  BASF
  

  Kurs Basiswert
  
  

  81 EUR
  

  Produkt
  
  

  Capped-Call
  

  WKN
  
  

  HX2V6Q
  

  Emittent
  
  

  UniCredit
  

  Bewertungstag
  
  

  19.06.2019
  

  Basispreis
  
  

  70 EUR
  

  Cap
  
  

  75 EUR
  

  Maximalrendite (p.a.)
  
  

  37% (49%)
  

  Kurs Zertifikat
  
  

  3,65 Euro
  

  Zielkurs
  
  

  5 EUR
  
  

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Bildquelle: BASF SE, BO

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