Die Healthcare-Konferenz von J.P. Morgan bewegt gleich zum Jahresauftakt die Kurse. Nachdem am Dienstag zunächst BioNTech profitierte, explodierte am Abend auch der Kurs des schärfsten Rivalen. Woher die neue Kursfantasie rührt.
Mit einem Kurssprung um 14 Prozent hat die Aktie von Moderna am Mittwochabend schlagartig das Thema mRNA-Impfstoffe wieder aufs Tapet gebracht – und an der Börse neue Kursfantasien ausgelöst.
Auslöser war vor allem die Ankündigung des CEO Stéphane Bancel, dass das US-Biotechunternehmen schon bald einen kombinierten mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 und Grippe zur Marktreife bringen will. Mit der Markteinführung rechnet Bancel ab 2027 in Europa und später auch in den USA.
Überraschende Umsatzprognose
Während bei BioNTech und Moderna das Geschäft mit klassischen Covid-19-Impfstoffen nach der Pandemie deutlich abgeflaut ist, wartet die Börse sehnsüchtig auf neue Blockbuster. Nun könnte es bald soweit sein, denn auch BioNTech zeigte sich auf der J.P. Morgan-Konferenz optimistisch, schon in diesem Jahr erste, neue Produkte an den Star bringen zu können. Der Schwerpunkt der Mainzer liegt dabei auf Impfstoffen gegen Krebs.
Mit nennenswerten Umsätzen rechnete die Börse in 2026 bisher nicht. Umso überraschender kam am Mittwoch die Nachricht, dass Moderna für diese Jahr einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden US-Dollar erwartet. Das liegt am oberen Ende der Prognosespanne der Analysten und weckt nach zuletzt stark rückläufigen Umsätzen di Hoffnung auf neues, dynamisches Wachstum.
Kombi-Impfstoff als neuer Wachstumstreiber
Modernas geplanter kombinierter Impfstoff (mRNA-1083) soll gleichzeitig gegen Covid-19 und saisonale Grippe schützen und könnte die Impfstofflandschaft nachhaltig verändern. Der entsprechende Zulassungsantrag wurde bereits in Europa gestellt, nachdem frühere FDA-Anträge zum Teil zurückgezogen oder neu eingereicht werden mussten.
Würden Zulassungen wie geplant erfolgen, könnte der Kombi-Impfstoff ab 2027 eine kräftige Umsatzquelle für Moderna darstellen – insbesondere weil saisonale Impfungen in vielen Ländern Pflicht oder stark empfohlen sind.
Auch BioNTech forscht mit seinem Partner Pfizer an einem Kombi-Impfstoff für Covid und Grippe, der aber bislang nicht die erhoffte Wirksamkeit erreicht hat.
Bei Moderna untermauern positive Zwischenergebnisse früherer Kombi-Kandidaten und Fortschritte mit isolierten mRNA-Grippeimpfstoffen die Hoffnung darauf, das das Produkt breiten Einsatz finden wird – auch wenn die finale Zulassung noch aussteht.
Gewinn- und Kursperspektiven
Auf der J.P. Morgan Healthcare Conference bestätigte Moderna zudem sein Ziel von bis zu zehn Prozent Gewinnwachstum in 2026, was unter anderem von Kosteneinsparungen getragen wird. Moderna ist also drauf und dran, die Nachfragelücke nach der Pandemie nun mit neuen Produktlinien zu füllen und so auf den Wachstumspfad zurückzukehren.
Ob dieses jedoch erneut so explosionsartig ausfallen kann, wie zu Covid-Zeiten, muss bezweifelt werden, zumal es im Sektor der Grippeimpfstoffe zahlreiche Alternativen gibt, was die Preise drückt.
Hinzu kommt, dass Moderna bei anderen Forschungsprojekten zuletzt Rückschläge erleiden musste, weshalb viele Analysten ihre Kursziele reduziert hatten. Auch die Cash-Position erscheint deutlich schwächer als die des Konkurrenten BioNTech, der nach eigenen Angaben derzeit über 17,2 Milliarden Euro verfügt. Das heißt: Moderna ist dringender auf einen baldigen Erfolg angewiesen als die Mainzer. Sonst müssten sich die Amerikaner womöglich – zu Lasten der Aktionäre – neu finanzieren.
Der Aktienkurs hatte schon im Dezember die 200-Tage-Linie überschritten und seine Talsohle verlassen und auch die Marke von 35 Euro überschreiten, wäre - in Euro gerechnet - erstmal der Weg in Richtung 43 Euro frei. Das entspräche einem Kurspotenzial von 26 Prozent. Es wäre ebenso gut möglich, dass auch die Aktie von BioNTech demnächst wieder nachzieht.
Sie wissen, welche der beiden Aktien Sie kaufen wollen?
Dann sollten Sie einmal darauf achten, wie viel Ordergebühr Ihr Broker verlangt – und im Zweifel wechseln. Attraktive Angebote für den Depotwechsel finden Sie im Broker-Vergleich von BÖRSE ONLINE.
Lesen Sie auch
Miliardär Bill Gates setzt mehr als 50 Prozent seines Vermögens auf diese 3 Aktien
oder
Rätselhafter Kursanstieg bei BioNTech – das ist der Grund
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech, Moderna Inc.