Der Angriff auf den Iran zeigt auch an den Weltbörsen Wirkung. Wie bewegen sich die Aktienkurse? Wer sind die Gewinner und Verlierer? Was machen Gold, Silber und der Ölpreis? BÖRSE ONLINE informiert Sie im Newsticker.
Das Wichtigste im Überblick:
- Der Iran hat nach den Angriffen Israels und der USA die Straße von Hormus geschlossen. Der Ölpreis schießt daraufhin in die Höhe und notiert bereist weit über 80 Dollar je Barrel. Mit welchen Ölaktien Sie jetzt gewinnen, lesen Sie hier
- Die Kurse an den Weltbörsen sind am Dienstag stark gefallen, der Dax verlor zeitweise 1000 Punkte. Diese deutsche Aktie profitiert jetzt vom Chaos an der Börse
- Auch die Preise für Gold und Silber fallen jetzt. Gold als sicherer Hafen: J.P. Morgan verrät, wie stark die Kurse noch steigen
- Nachdem am Montag vor allem Aktien von Airlines (Lufthansa), Hotelketten (Accor) und Reiseveranstaltern (TUI) einbrachen, trifft es am Dienstag auch Versicherer (Allianz) oder Chipwerte (Samsung).
So steht der DAX - So steht der Goldpreis - So steht der Ölpreis (Future auf die Sorte Brent)
18.00 Uhr: Für deutsche Anleger war es ein Tag zum Vergessen: Mit einem Minus von 847 Punkten oder 3,44 Prozent ist der DAX um 17.45 Uhr aus dem Xetra-Handel gegangen. Doch seitdem tut sich Erstaunliches: Binnen Minuten stieg der Leitindex von seiem Schlusskurs bei bei 23.790,65 Punkten um 40 Punkte an. Und er steigt weiter. Auslöser sind wieder einmal die Börsen in New York, die mittlerweile nur noch 1,4 Prozent im Minus notieren, nachdem sie anfangs mehr als zwei Prozent abgegeben hatten.
Für neue Unruhe hatte an der New Yorker Börse zuvor eine Meldung aus den Verenigten Arabischen Emiraten gesorgt: Dort wurde ein Rechenzentrum von Amazon Web Services (AWS) von einer Drohne getroffen, zahlreiche Apps in der Region fielen daraufhin aus. Die Amazon-Aktie gab nach, reagierte dann aber angesichts der allgemeinen Börsenlage weitgehend unbeeindruckt und steht aktuell nur rund ein Prozent im Minus.
16:25 Uhr: Der Abverkauf an den Börsen setzt sich unvermindert fort. In New York hat der Dow Jones mittlerweile 1000 Punkte verloren, Dow, S&P 500 und Nasdaq notieren alle mehr als zwei Prozent im Minus. Die Verluste ziehen sich durch alle Branchen. Grund dafür sind vor allem steigende Ölpreise und die Sorge vor steigender Inflation. Das Barrel der Sorte Brent kostet aktuell 83,50 Dollar, zeitweise lag der Preis am Dienstag schon oberhalb von 85 Dollar. Der verschärfte Kursrutsch scheint einige Akteure am Markt zu zwingen, Vermögenswerte zu liquidieren. Darauf deutet die Entwicklung beim Goldpreis hin, der pünktlich zum Marktstart in den USA stark einbrach und nun sechs Prozent tiefer bei nur noch 5022 Dollar je Feinunze notiert. Auch ein Fall unter die 5000 Dollar kann nicht mehr ausgeschlossen werden.
Unter den US-Aktien ist der größte Verlierer die Aktie von MongoDB, die nach enttäuschenden Zahlen vom Vorabend 27 Prozent abgibt. Dagegen halten sich die Magnificent Seven noch am besten. Apple etwa gibt nur 0,21 Prozent ab, Microsoft knapp ein Prozent, Nvidia und Alphabet gut zwei Prozent. Dagegen fallen die Aktien von Intel um 5,6 Prozent, Biotechwerte wie Moderna um sieben Prozent.
Auch die Beteiligungsgesellschaft Blackstone gehört mit einem Minus von acht Prozent zu den größten Verlierern. Grund dafür sind steigende Renditen am Anleihenmarkt, die die Finanzierung von Übernahmen verteuern könnten. Denn auch in den USA wachsen jetzt angesichts der Blockade der Straße von Hormus und steigenden Frachtraten für Schiffstransporte die Ängste vor einem neuen Inflationsschub.
13.06 Uhr: Der Sell-off an den Weltbörsen hat sich am Mittag verschärft: Der Dax fiel zweitweise um 1000 Punkte auf 23.603,77. Um 13 Uhr notierte der Leitindex dann bei 23.745 Punkten immer noch 3,6 Prozent im Minus. Am Indexende weisen Beirsdorf-Aktien nach der Kürzung der Jahresprognose schon einen Verlust von mehr als 19 Prozent zum Vortag auf, gefolgt von Siemens Energy (minus 5,6 Prozent), Siemens und BASF mit jeweils minus 5,3 Prozent. Selbst die Allianz-Aktie verliert aktuell 4,5 Prozent. Die beiden einzigen Gewinner im Dax sind die Deutsche Börse (plus 2,0 Prozent) und Fresenius Medical Care (plus 0,48 Prozent).
Auch die Vorzeichen aus den USA verheißen nichts Gutes. Die Futures auf den Dow Jones stehen 900 Punkte im Minus, was auf ein Minus von zwei Prozent zum Handelsauftakt um 15.30 Uhr hindeutet. Zu erwarten ist, dass heute insbesondere Chipwerte leiden werden: In Südkorea hatte die Samsung-Aktie am Vormittag glatt zehn Prozent verloren.
Über Mittag kam auch der Goldpreis unter die Räder: Binnen Minuten sackte der Preis für die Feinunze um mehr als 100 Dollar ab auf jetzt noch 5142 Dollar. Um Mitternacht hatte Gold noch rund 5350 Dollar gekostet.
Konjunktursorgen belasten
12.03 Uhr: Die andauernden Kampfhandlungen im Nahen Osten haben den Abwärtsdruck an den weltweiten Börsen am Dienstag verstärkt. Auch für die Wall Street und die Nasdaq-Börse werden erneut stark fallende Kurse prognostiziert. Steigende Öl- und Erdgaspreise nähren Konjunktur- und Inflationsängste. Vieles hängt nun von der Dauer des Krieges ab.
Unter den Anlegern wegen des Krieges der USA und Israels gegen den Iran weiter die Sorge vor einer Energiekrise um. Der Straße von Hormus als Öl- und Gasroute kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu; der Iran schloss diese mittlerweile. "Je länger die Interventionen anhalten und je weiter sich die Angriffe auf andere Länder in der Region ausweiten, desto höher ist das Risiko, um von einem echten, belastenden Ereignis für die Kapitalmärkte auszugehen", schrieben die Experten der Landesbank NordLB. Die Commerzbank verwies angesichts steigender Ölpreise auch auf Inflationsrisiken.
Von wegen Entwarnung: Dax fällt am Dienstag weiter, Beiersdorf verliert 8,2 Prozent
10.00 Uhr: Der Dax ist deutlich unter 24.000 Punkte gefallen und notiert nun bei 23.886 Punkten. Selbst dei Allianz-Aktie steht nun - ohne neue Nachrichten - 4,4 Prozent im Minus
9.42 Uhr: Der Dax fällt immer tiefer. Aktuell steht der deutsche Leitindex 2,5 Prozent tiefer bei 24.003 Punkten und notiert damiut nur noch knapp über der psychologisch wichtigen 24.000er-Marke. Am Indexende geben Beiersdorf nach einer überraschenden Kappung der Prognose fast 15 Prozent ab.
Dienstag, 3. März 2026, 9:06 Uhr: Anders als von manchen erhofft ist die Börsenkrise noch nicht beigelegt: Nachdem US-Anleger am Montagabend bereits wieder zugegriffen hatten und die US-Börsen nach einem Richtungswechsel im Plus geschlossen hatten, stürzen die Kurse in Asien und Europa am Dienstag erneut ab: In Japan verlor der Nikkei am Morgen 2,5 Prozent. Auch der Dax in Frankfurt eröffnet deutlich schwächer und notiert um 9.06 Uhr bei 24.199 Punkten fast 1,8 Prozent im Minus.
Größte Verlierer sind Siemens Energy mit minus 3,7 Prozent, Beiersdorf geben 3,6 Prozent ab und Heidelberg Materials verlieren erneut 3,4 Prozent. Einziger Gewinner im DAX ist derzeit die Deutsche Börse mit einem Plus von 1,6 Prozent. Im MDAX geben TUI noch einmal 3,5 Prozent ab. Dort notieren mit Nordex (plus 0,14 Prozent) und TKMS (plus 0,11 Prozent) ebenfalls nur zwei Werte im Plus. Nordex hatte am Morgen einen neun Großauftrag gemeldet.
Hauptgrund für die schwachen Börsen ist ein erneuter Anstieg des Ölpreises auf 81 Dollar je Barrel der Sorte Brent, nachdem der Iran gedroht hatte, jedes Schiff zu beschießen, das versucht, die Straße von Hormus zu durchfahren.
An den Edelmetallmärkten notiert Silber bei 86 US-Dollar und damit wieder klar unter der Marke von 90 Dollar, Gold fällt auf5327 Dollar je Feinunze.
Nasdaq, S&P plötzlich grün: US-Börsen drehen ins Plus, Bitcoin steigt
18.20 Uhr: An der New Yorker Börse drehen die Indizes gerade ins Plus: Der S&P 500 erholte sich von den starken Kursverlusten zu Handelsbeginn, da erste Anleger offenbar die Kursrückgänge bereits wieder als Einstiegsschance sehen. Besonders zwei Faktoren trugen dazu bei:
- Die Ölpreise sind von ihren Höchstständen am Vormittag wieder zurückgefallen, was Sorgen um die Auswirkungen des Krieges auf die US-Wirtschaft dämpft.
- Vor allem Technologieführer wie Nvidia und Microsoft sind gefragt, also kapitalstarke Unternehmen, die als besonders widerstandsfähig gelten. Beide Tech-Giganten legten rund zwei Prozent zu. Auch Bankaktien und andere stark betroffene Aktien wie Caterpillar notieren jetzt wieder weit über ihren Tiefstständen.
Der S&P 500 steht damit aktuell nahezu unverändert zum Freitag, nachdem er in den ersten Handelsstunden um 1,2 Prozent gefallen war. Der Nasdaq Composite stieg um 0,4 Prozent. Lediglich der Dow Jones Industrial Average notiert noch etwa 80 Punkte oder 0,2 Prozent im Minus. An seinem Tagestief war er jedoch bereits um fast 600 Punkte gefallen. Diesen Kurssturz hat der Leitindex nun fast komplett wieder aufgeholt.
„Die Terminmärkte haben auf den Iran-Konflikt überreagiert und damit eine Gelegenheit geschaffen, den S&P 500 zu kaufen, als er sich seinem Tiefpunkt von 2026 näherte”, erklärte Jeff Kilburg von KKM Financial dem US-Börsensender CNBC. „Trotz der eskalierenden geopolitischen Spannungen befinden wir uns weiterhin in einem Bullenmarkt.“
Auch der Bitcoin legte am Nachmittag plötzlich um sechs Prozent zu und notiert nun wieder bei 69.430 Dollar. So hoch stand die Kryptowährung zuletzt am 25. Februar 2026.
17.12 Uhr: Der Goldpreis ist am Montagnachmittag stark gefallen, steht aber mit 5311 Dollar je Feinunze immer noch über dem Kurs vom Freitagabend. Ein Grund dafür ist der Dollar, der gegenüber dem Morgen deutlich fester notiert, was direkte Auswirkungen auf den in Dollar notierten Goldpreis hat. Auch Dax hat am Nachmittag wieder deutlich verloren und notiert um 17 Uhr nur noch bei 24.634 Punkten, das entspricht einem Minus von 2,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag.
Dagegen halten die US-Börsen ihre Verluste in Grenzen: Der Dow Jones Index verliert aktuell 0,27 Prozent, der S&P 500 0,21 Prozent und der Nasdaq Composite Index steht nahezu unverändert bei 0,02 Prozent.
14:40 Uhr: Die Eskalation im Nahen Osten setzt die Energiemärkte zunehmend unter Stress. Wie nun bekannt wurde, hat der staatliche katarische Produzent QatarEnergy die Produktion von Flüssiggas (LNG) vorerst gestoppt. Damit droht ausgerechnet bei einem der wichtigsten Flüssiggas-Anbieter der Welt ein Ausfall, der große Verwerfungen am globalen Gasmarkt auslösen könnte, vergleichbar mit den Folgen bei Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022. Besonders in Europa und Asien sind zahlreiche Länder auf LNG aus Katar angewiesen.
Die Börsen reagierten sofort: Im europäischen Großhandel sprang der Preis für TTF-Erdgaskontrakte am Montag zeitweise um fast 50 Prozent. Zuletzt notierten die Kontrakte bei rund 47 Euro je Megawattstunde. Laut „FOCUS Online“ hält das Analysehaus ICIS auch Preise bis zu 90 Euro für möglich, sofern der Produktionsstopp länger andauern und Lieferketten zusätzlich unter Druck geraten sollten.
Für Verbraucher dürfte sich vorerst noch nichts ändern: Großhandelspreise wirken meist mit Verzögerung auf Haushalte und Unternehmen. Zieht sich die Krise jedoch hin, könnten die Energiekosten hierzulande wieder empfindlich steigen. Auch die Versorgungssicherheit in Europa wäre dann womöglich wieder ein Thema.
US-Drohnen-Aktie steigt um zehn Prozent
13.50 Uhr: Auch an den US-Börsen werden heute Rüstungsaktien gefragt sein. Im vorbörslichen Handel legten Papiere von Lockheed Martin bereits um 5,5 Prozent zu, Aktien von Northrop Grumman stiegen um 4,6 Prozent. Der Drohnen-Hersteller AeroVironment schoss um zehn Prozent in die Höhe.
Auch bei den Ölaktien gibt es viel Bewegung: Exxon Mobil und Chevron steigen vorbörslich um vier Prozent und ConocoPhilips um fünf Prozent. Exxon hatte am Sonntag im außerbörslichen Handel in Europa zeitweise schon elf Prozent vorne gelegen. Auch Aktien von Tanker-Unternehmen wie Frontline stehen auf der Gewinnerliste, während Reise- und Luftfahrtaktien verkauft werden. Am stärksten büßen die Fluglinien American Airlines und United mit je sechs Prozent ein.
Container-Reedereien leiten ihre Schiffe um - Frachtraten und Aktien steigen
Wirtschaftsministerin Reiche erwartet Preisaufschläge durch Iran-Krieg
13.40 Uhr: Der Iran-Krieg bringt aus Sicht von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche neue Unsicherheit für die deutsche Wirtschaft. Preisaufschläge auf den Märkten seien bereits sichtbar, die weitere Entwicklung hänge davon ab, wie lange der Konflikt anhalte und ob wichtige Förderanlagen oder Transportwege betroffen seien, sagte die CDU-Politikerin auf der regionalpolitischen Jahrestagung des Bundeswirtschaftsministeriums in Halle.
Hintergrund ist vor allem die Situation an der Straße von Hormus. Über die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman wird ein großer Teil der weltweiten Öl- und Gaslieferungen abgewickelt. Steigende Energiepreise könnten gegebenenfalls zu einer zusätzlichen Belastung für die Wirtschaft werden, sagte Reiche. Dies lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nur schwer einschätzen.
Die Bundesregierung habe deshalb wieder die Taskforce ins Leben gerufen, die schon zu Zeiten der Gasmangellage aktiv gewesen sei, sagte Reiche. Diese soll die Lage mehrfach am Tag diskutieren und beobachten und könne gegebenenfalls Maßnahmen ableiten. Eingriffe in den Markt seien derzeit aber nicht geplant. Diese „macht man erst dann, wenn sie absolut unvermeidbar sind", so Reiche. Für Deutschland sieht die Ministerin kurzfristig keine Versorgungsprobleme. Die Energieversorgung sei breit diversifiziert.
13.15 Uhr: Fast alle großen Containerschifffahrtsunternehmen reagieren auf die Kämpfe am Persischen Golf und haben damit begonnen, ihre Schiffe um die Südspitze Afrikas umzuleiten. Die dänische Reederei Maersk erklärte am Montag, dass sie bis auf weiteres alle Schiffstransporte durch die Straße von Hormus einstellt. Außerdem werde man auch Fahrten durch die Straße von Bab el-Mandeb, die auf dem Weg zum Suez-Kanal passiert werden muss, aufgrund der unsicheren Lage im Nahen Osten aussetzen. Maersk warnte vor möglichen Verzögerungen bei allen Warenlieferungen, für die Häfen im Arabischen Golf angelaufen werden müssen.
Auch Hapag Lloyd, MSC und CMA CGM leiten ihre Schiffe ab sofort über das Kap der Guten Hoffnung um. Die Aktien von Maersk und Hapag Lloyd legten am Montag um bis zu 4,8 Prozent zu, da Anleger nun mit höheren Frachtraten rechnen. Diese könnten dann wiederum – mit zeitlicher Verzögerung – Waren und Dienstleistungen in Europa verteuern und zu erneutem Inflationsdruck führen. Auch Lieferketten in Europa könnten gestört werden, da sich Warenlieferungen aus Asien ebenfalls verzögern.
Dax erholt sich etwas, Rüstungsaktien geben wieder nach
11.44 Uhr: Nach den zum Teil heftigen Verlusten bei Börseneröffnung scheint sich der DAX etwas zu erholen. Um 11.40 Uhr notiert der deutsche Leitindex an der Frankfurter Börse nur noch 1,25 Prozent im Minus, nach mehr als zwei Prozent zum Handelsauftakt. An der Spitze steht nun die Aktie der Deutschen Börse mit einem Plus von 1,4 Prozent. Dahinter folgt Rheinmetall mit 1,35 Prozent. Damit hat die Rüstungsaktie einen großen Teil ihrer Gewinne vom Vormittag wieder abgeben. Auch im MDAX notieren Hensoldt mit plus 4,2 Prozent, Renk (plus 3,5 Prozent) und TKMS (plus 2,5 Prozent) deutlich unter ihren Höchstständen vom frühen Morgen.
Am MDAX-Ende verbucht die TUI-Aktie weiterhin ein Minus von 7,5 Prozent, während sich die Lufthansa-Aktie leicht auf 8,50 Euro erholen kann und damit „nur“ noch knapp sechs Prozent abgibt. Am DAX-Ende verlieren VW, BMW, die Commerzbank und Zalando jeweils mehr als drei Prozent.
Kein Iran-Einfluss auf Rheinmetall-Aktie
10:47 Uhr: Das Analysehaus MWB Research hat die Einstufung für Rheinmetall mit einem Kursziel von 2000 Euro auf "Buy" belassen. Die militärische Eskalation im Nahen Osten gebe der mittelfristigen Gewinnentwicklung der Düsseldorfer kaum Auftrieb, schrieb Jens-Peter Rieck am Montag. Die Rüstungsbudgets in der Region seien zwar beachtlich, gingen aber vorwiegend in Luft- und Raketenabwehrsysteme aus den USA. Israel setze auf eigenen Nachschub. Rheinmetalls Stärke sei ohnehin Heerestechnik, die im aktuellen Konflikt kaum gefragt sei.
Warum die Aktie jetzt aber dennoch Potenzial hat, erfahren Sie in diesem Artikel.
Iranischer Diplomat: Atomanlage Natans angegriffen
10.42 Uhr: Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran ist nach Angaben eines hochrangigen iranischen Diplomaten die wichtige Atomanlage in Natans angegriffen worden. Wie Resa Nadschafi, Teherans Vertreter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, vor Journalisten sagte, erfolgte die Attacke am Sonntag.
Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer beschädigt - darunter auch Natans, wo eine Anlage zur Anreicherung von Uran steht. Die Technologie kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder auch Atomwaffen genutzt werden - Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu entwickeln.
Kurz zuvor hatte IAEA-Chef Rafael Grossi in einer Sondersitzung des IAEA- Gouverneursrates berichtet, dass es im Zuge der jüngsten israelischen und US-amerikanischen Angriffe keine Anzeichen auf Treffer oder Schäden an Atomanlagen des Iran gebe.
Benzinpreise steigen durch Iran-Konflikt
10.40 Uhr: Die Eskalation im Nahen Osten treibt auch die Preise an deutschen Tankstellen. Bisher fällt der Ausschlag aber vergleichsweise gering aus, wie Zahlen des ADAC zeigen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter Super E10 1,6 Cent mehr als am Freitag, dem letzten Tag vor den Angriffen. Diesel verteuerte sich um 1,3 Cent. Aussagen zum Montag sind angesichts der im Tagesverlauf stark schwankenden Spritpreise bisher noch kaum aussagekräftig.
Der bisherige Anstieg bei den Spritpreisen fiel dabei deutlich schwächer aus als bei Rohöl oder Heizöl, die jeweils deutlich zulegten. Dazu könnte beigetragen haben, dass der Spritpreis zuletzt nach damaliger Einschätzung des ADAC im Vergleich zu Ölpreis und Dollarkurs bereits verhältnismäßig hoch war. Dennoch sei zu befürchten, dass die Preise noch weiter steigen würden, sagte ein Sprecher aktuell.
Die Tagesdurchschnitte von 1,794 Euro pro Liter E10 und 1,759 Euro pro Liter Diesel sind die höchsten Werte seit fast zwei Jahren. E10 war zuletzt Ende Mai 2024 teurer, Diesel zuletzt Anfang April 2024.
Der Ölpreis ist - in Kombination mit dem Dollarkurs - typischerweise der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Sprit. Die Eskalation des Konflikts treibt den Ölpreis unter anderem auch deswegen, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.
Allerdings hat der Ölverbund Opec+, in dem neben Staaten der Opec auch andere wichtige Förderstaaten wie Russland organisiert sind, am Sonntag beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern. Der Schritt war aber nicht mit der aktuellen Eskalation begründet worden.
Raffinerie von Saudi Aramco von Rakeet getroffen
9.59 Uhr: Der nach Fördremenge weltgrößte Ölkonzern Saudi Aramco meldet, dass eine seiner Raffinerie in Saudi-Arabien getroffen wurde. der Standort Ras Tanura am Persischen Golf sei von einer Drohne getroffen worden. Der entstandene Brand sei unter Kontrolle.
Die Raffinerie zählt zu den größten des Landes und kann laut Bloomberg täglich 550.000 Barrel Rohöl verarbeiten. Die Anlage sei am Montag vorsorglich heruntergefahren worden, Aramco begutachtet den entstandenen Schaden.
DAX eröffnet mehr als zwei Prozent im Minus
9.30 Uhr: Im Euro Stoxx 50 führen die Aktien von TotalEnergies (plus 5,4 Prozent) und des Rüstungskonzerns Thales (plus 4,6 Prozent) das Feld an. Alle anderen Titel weisen ein rotes Vorzeihen auf. Am Indexende verlieren die Aktien der Hotelkette Accor fast zehn Prozent (minus 9,7 Prozent).
9.10 Uhr: Der deutsche Aktienindex DAX hat den Xetra-Handel am Montag wie erwartet tief im Minus eröffnet. Um 9.04 Uhr zeigte die DAX-Tafel an der Deutschen Börse in Frankfurt einen Indexstand von 24.690 Punkten, das waren 2,3 Prozent weniger als der Schlussstand vom Freitag.
Größter Gewinner im Dax sind die Aktien von Rheinmetall mit einem Plus von 5,3 Prozent. Am Indexende stehen die Aktien von Heidelberg Materials mit einem Minus von 3,6 Prozent, Infineon verlieren 3,5 Prozent. der Chemieriese BASF, der Rohöl für seine Produktion benötigt, gibt 2,7 Prozent ab. Stark betroffen sind auch Bankaktien, die als besonders konjunkturempfindlich gelten. Die Deutsche Bank notiert zum Xetra-Auftakt 3,4 Prozent im Minus
Im MDAX stürzen die Titel der Lufthansa um 8,1 Prozent ab. Dort liegen mit Hensoldt (plus 7 Prozent), Renk (plus 6,3 Prozent) und TKMS (plus 3,2 Prozent) ebenfalls Rüstungstitel deutlich im Plus. Besonders heftig erwischt es auch die TUI-Aktie: Der Reisekonzern ist in der Golfregion mit eigenen Kreuzfahrtschiffen unterwegs, deren Reisende nun festsitzen. Die TUI-Aktie verlor zeitweise mehr als zehn Prozent, um 9 Uhr notiert sie noch 7,8 Prozent im Minus.
TUI-Aktien brechen um mehr als zehn Prozent ein
7.59 Uhr: Angesichts der Eskalation im Konflikt der USA und Israels mit dem Iran dürfte der deutsche Leitindex DAX heut eklar unter der Marke von 25.000 Punkten in den Handel starten. Der Broker IG taxierte ihn zwei Stunden vor dem Xetra-Start 1,7 Prozent tiefer auf 24.848 Punkte, Lang & Schwarz sogar auf nur 24.770 Punkte. Größter Gewinner ist im frühen Handel bei Tradegate die Aktie von Rheinmetall mit einem Kursuafschlag von mehr als sechs Prozent. Lufthansa-Aktien brechen um 8,8 Prozent ein. Der Reisekonzern TUI, auf dessen Kreuzfahrtschiffen in der Region Touristen festsitzen, bricht um mehr als zehn Prozent rein. Am Dax-Ende verliert der Chemieriese BASF mit minus 3,8 Prozent derzeit am meisten. Grund dafür sind die gestiegenen Ölpreise. Außerdem verliert die Commerzbank 3,6 Prozent, Infineon gibt 3,5 Prozent ab auf nur noch rund 44 Euro.
Montag, 7.31 Uhr: Die Börsen in Asien stehen tief im Minus. In Japan schloss der Nikkei-225 bei 58.057,24 Punkten, ein Minus von 1,3 Prozent. Japan ist als rohstoffarmes Land von Energieimporten besonders abhängig, weshalb die Wirtschaft höhere Ölpreise schnell zu spüren bekommt. Der Hang Seng in Hongkong verliert aktuell zwei Prozent auf 26.103 Punkte, der indische Nifty Fifty gibt 1,5 Prozent ab. Die derzeit einzige Börse im grünen Bereich ist Shanghai, wo der Shanghai Composite 0,4 Prozent zulegen kann. In Peking beginnt Ende dieser Woche der chinesische Volkskongress, von dem sich Anleger Stützungsmaßnahmen für die chinesische Wirtschaft erhoffen.
Montag, 2 März, 07:30 Uhr: Die Ölpreise haben nach der Eskalation im Nahen Osten wie erwartet zunächst kräftig zugelegt, dann aber einen Teil der frühen Gewinne wieder abgegeben. In der Nacht zum Montag stiegen die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA in den ersten Handelsminuten um jeweils mehr als zehn Prozent. Dabei erreichte Brent-Öl in der Spitze bei 82,37 US-Dollar je Barrel (159 Liter) den höchsten Stand seit Juli 2024 und US-Öl bei 75,33 Dollar den höchsten Stand seit Juni 2025.
Zuletzt lag der Preis je Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April nur noch um gut 5 Dollar oder etwa 7,5 Prozent höher bei 78,05 Dollar. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um mehr als 4 Dollar auf 71,52 Dollar zu.
Nach Einschätzung von Analysten der Deutschen Bank werden das Ausmaß und das Tempo der Eskalation der Lage im Nahen Osten in den kommenden Tagen von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Unter anderem könnten die höheren Ölpreise "eine Deeskalationsdynamik auslösen".
Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, geht davon aus, dass der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee im Fall einer längeren Schließung der Straße von Hormus weiter in Richtung der Marke von 100 Dollar steigen könnte. "Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken", sagte Krämer.
Sonntag, 1. März, 20.35 Uhr: Werden die Preise für Öl, Gas und Benzin in Deutschland jetzt schlagartig steigen? Das könne man nicht mit Sicherheit sagen, sagt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in der Tagesschau. „Das hängt auch davon ab, wie lange der Konflikt anhält.“
An der Börse nimmt man sich keine Zeit, darauf zu warten. Der Ölpreis ist am Sonntag geradezu explodiert: Am Sonntagabend kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent 84,12 US-Dollar. Am Freitag um 23 Uhr waren es noch 73,16 US-Dollar – ein Sprung um 15 Prozent. Das dürften deutsche Autofahrer am Montagmorgen an den Tankstellen spüren. Tipp: Wer schnell ist, tankt noch heute. Am Sonntagabend um 20.30 Uhr waren an deutschen Tankstellen laut den gängigen Tank-Apps überraschenderweise noch keine starken Preisausschläge zu verzeichnen.
In der Folge waren im Sonntagshandel auch Ölaktien gefragt: Shell stiegen um 3,55 Prozent, BP um 2,65 Prozent. Deutlich stärker legen bei Lang & Schwarz die US-Ölkonzerne zu: Chevron gewann am Sonntag 9,77 Prozent, Aktien von Exxon Mobil stiegen sogar um 11,19 Prozent.
Auch der Goldpreis ist gestiegen: um 1,81 Prozent auf 5278 Dollar je Feinunze. Silber kostet sogar 6,3 Prozent mehr, damit wird die Feinunze auf 93,76 US-Dollar taxiert.
Renk-Aktie steigt um fast zehn Prozent
Sonntag, 1. März, 19 Uhr: Im Sonntagshandel bei Lang & Schwarz (L&S) haben die Händler deutlich, aber nicht panisch auf die Eskalation am Persischen Golf reagiert. Nachdem der DAX am Freitag bei 25.284 Punkten geschlossen hatte, zeigt die DAX-Indikation von L&S um 19 Uhr einen Wert von 24.920 Punkten. Das ist ein Minus von 364 Punkten oder 1,4 Prozent. Experten hatten ursprünglich mit weit drastischeren Kursverlusten gerechnet. Das lässt darauf hoffen, dass auch der offizielle DAX am Montag in ähnlicher Größenordnung im Minus eröffnet – aber nicht sehr viel tiefer.
Einziger DAX-Gewinner im Handel bei Lang & Schwarz war erwartungsgemäß die Aktie von Rheinmetall mit einem Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag auf 1722,50 Euro (Stand 19.00 Uhr). Zalando-Aktien verloren 1,46 Prozent, BASF sackte um 1,14 Prozent und Bayer fiel um 0,73 Prozent.
Im MDAX notierten die Aktien des Rüstungsherstellers Renk und Hensoldt an der Spitze. Renk notierte bei 62,40 Euro und damit 9,6 Prozent höher als zum Xetra-Schluss am Freitag. Auch Hensoldt legte stark zu.
Schließung der Straße von Hormus lässt Ölpreis in die Höhe schießen
Sonntag, 1. März, 17 Uhr: Um 17 Uhr öffnet der Händler Lang & Schwarz wie jeden Sonntag für zwei Stunden seinen außerbörslichen Handel. Dann wird sich zeigen, welche Aktien jetzt fallen – und wer womöglich zu den Profiteuren gehört.
Sonntag, 1. März 2026, 15 Uhr: Der Nahe Osten brennt. Der Angriff auf den Iran und dessen Vergeltungsschläge, die auch benachbarte Staaten wie Dubai, Katar und Bahrain trafen, haben die Börsianer in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die Preise für Gold, Silber und Rohöl schossen im außerbörslichen Handel sofort in die Höhe.
Auch der Ölpreis stieg deutlich, da der Iran offenbar die Straße von Hormus im Persischen Golf geschlossen hat. Diese Schifffahrtsroute gilt als Nadelöhr für den Welthandel: Durch sie werden rund 70 Prozent der Exporte aus der Region und ein Drittel der weltweiten Ölexporte verschifft. In der Folge stiegen am Sonntag auch an deutschen Tankstellen bereits die Spritpreise.
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Enthält Material von dpa-AFX