Der Chipkonzern Infineon hat im zweiten Quartal deutlich besser abgeschnitten als bislang prognostiziert. Vor allem die Nachfrage nach Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren treibt die Nachfrage. Deshalb hebt der DAX-Konzern seine Prognose an.

Der Chiphersteller Infineon profitiert in bisher nicht gekannter Weise vom Ausbau der KI-Rechenzentren und hebt deshalb seine Prognose für das Gesamtjahr an. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2025/26, das am 30. September endet, werde trotz Belastungen durch den starken Euro deutlich steigen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Neubiberg bei München mit. Dabei legen die Erlöse in der Sparte Power & Sensor Systems (PSS) deutlich stärker zu als im Konzerndurchschnitt. Die Nachfrage in diesem Sektor wird aktuell von einer sehr dynamischen Nachfrage nach sogenannten Leistungshalbleitern für die Stromversorgung von KI-Rechen¬zentren getrieben.

Infineon-Chef: „Breiterer Aufschwung ist in Sicht“

„Im zweiten Halbjahr werden wir stärker als bislang erwartet wachsen, ein breiterer Aufschwung vieler Endmärkte ist in Sicht", erklärte Konzernchef Jochen Hanebeck. Auch im Geschäft mit der Automobilindustrie sehe Infineon eine positive Entwicklung. Die Segmentergebnis-Marge, die die operative Profitabilität misst, soll nun rund 20 Prozent erreichen.

Solche Aussagen sind für die Neubiberger ungewöhnlich. Infineon hatte sich in den vergangenen Jahren mit seinen Prognosen immer lieber auf der sicheren Seite bewegt, statt zu viel zu versprechen. Auch im laufenden Jahr war das Unternehmen bisher eher von einem moderaten Umsatzwachstum und einer operativen Marge im hohen Zehn-Prozentbereich ausgegangen. Analysten hatten bislang ein Wachstum von sieben Prozent und eine Marge von 19 Prozent auf dem Zettel.

Im zweiten Geschäftsquartal stiegen die Gesamterlöse bei Infineon gegenüber dem Vorjahresquartal um vier Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Die Segmentergebnis-Marge verschlechterte sich leicht um 0,8 Prozentpunkte auf 17,1 Prozent. Nach Steuern stieg der Gewinn um 18 Prozent auf 301 Millionen Euro.

Infineon Technologies (WKN: 936207)

Hohe Schwankungen beim Aktienkurs

An der Börse schossen die Aktien von Infineon kurz nach Handelsbeginn auf Tradegate um 7.30 Uhr auf 64,31 Euro in die Höhe, fielen dann aber stark zurück und notierten vor der Eröfffnung des Xetra-Handels zeitweise mehr als fünf Prozent im Minus. Mittlerweile hat sich der Kurs bei 60,50 Euro eingependelt, das sind rund 1,5 Prozent weniger als am Dienstag. Das Papier hatte am Vortag im Zuge der allgemeinen Chiprally mehr als sechs Prozent gewonnen.

Die Infineon-Aktie liegt im Jahr 2026 infolge des Chipbooms schon mehr als 50 Prozent vorn und gehört zu den größten Gewinnern im Dax.

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