Steigende Energiepreise, schwache Konjunkturdaten und negative Branchensignale setzen BASF unter Druck. Droht weiterer Gegenwind? Eine fundamentale und charttechnische Analyse.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF sieht sich aktuell mit mehreren Belastungsfaktoren konfrontiert. Neben geopolitischen Risiken und steigenden Rohstoffkosten trüben schwache Branchendaten sowie enttäuschende Konjunkturerwartungen die Geschäftsaussichten für die Ludwigshafener deutlich ein. Auch der Chart bereitet wenig Freude.

Energiepreise und Geopolitik belasten massiv

Der Irankrieg hat die Märkte aufgeschreckt und unmittelbar zu steigenden Öl- und Gaspreisen geführt. Für BASF bedeutet dies eine erhebliche Belastung, da das Unternehmen petrochemische Produkte herstellt und auch die Energie selbst einen zentralen Kostenfaktor darstellt. Höhere Preise drücken also direkt auf die Margen. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit hinsichtlich der globalen Wirtschaftsentwicklung. Die Geschäfte von BASF sind zyklisch und hängen stark davon ab, dass die Weltwirtschaft stabil läuft. Und genau daran mehren sich derzeit die Zweifel.

Besonders deutlich zeigt sich dies im ZEW-Konjunkturindex: Das Stimmungsbarometer brach um 58,8 Punkte auf minus 0,5 Zähler ein. Die Erwartungen der Finanzmarktexperten fallen damit deutlich pessimistischer aus als bislang angenommen. Volkswirte hatten lediglich einen Rückgang auf 39,2 Punkte erwartet. ZEW-Präsident Achim Wambach erklärte, die Eskalation im Nahen Osten treibe die Energiepreise massiv nach oben und erhöhe den Inflationsdruck. 

Schwache Branchensignale verstärken den Druck

Zusätzlichen Gegenwind liefern aktuelle Nachrichten aus der Chemiebranche. So gerieten die Lanxess-Aktien (ISIN: DE0005470405) nach Vorlage gemischter Geschäftszahlen am Donnerstag mit einem Minus von mehr als acht Prozent (!) massiv unter Druck. Analyst Chetan Udeshi von JPMorgan verwies dabei insbesondere auf einen enttäuschenden freien Barmittelzufluss im Schlussquartal.

Noch brisanter für den gesamten Sektor: Das erste Quartal dürfte laut JPMorgan generell schwächer verlaufen als bislang am Markt erwartet. Diese Einschätzung trifft nicht nur Lanxess, sondern wirft ein negatives Licht auf die gesamte Branche – und damit auch auf BASF. Investoren reagieren traditionell sensibel auf solche Signale, da sie oft als Frühindikator für die weitere Geschäftsentwicklung gelten.

Analystenmeinungen zum Chemie-Wert BASF

Zuletzt gab es diverse skeptische Äußerungen seitens der Analysten zu BASF: Am 4. März senkte Goldman Sachs das Kursziel für den DAX-Wert auf 61 Euro. Und auch die UBS stufte die BASF-Aktie weiterhin nur mit «neutral» ein, verbunden mit einer Senkung des Kursziels von 48 Euro auf nur noch 47 Euro.

Charttechnik ist bei der BASF-Aktie zu beachten!

Aus dem Chartbild ist gut ersichtlich, dass die BASF-Aktie (ISIN: DE000BASF111) seit Mitte 2022 in einer Tradingrange zwischen rund 40 und 54 Euro hin und her pendelt. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass der derzeitige Kurs von knapp 46 Euro nicht der Tiefpunkt der aktuellen Abwärtsbewegung sein dürfte und sich das ideal Einstiegsniveau wahrscheinlich eher im Bereich von 42 Euro befinden könnte. Zu beachten ist zudem, dass die Aktie am Doneerstag wieder unter die wichtige, derzeit bei 47,19 Euro stehende, 50-Tage-Linie gerutscht ist. 

Nächste potentielle Unterstützungen sind die 100-Tage-Linie bei 46,23 Euro und die 200-Tage-Linie bei 45,44 Euro. Allerdings besteht auch bei Mitbeachtung diverser technischer Indikatoren sowohl auf Tages- wie auch auf Wochenbasis momentan wenig Aussicht darauf, dass diese echten Support bieten werden. Somit bleibt es dabei, dass sich wahrscheinlich erst im Bereich von 42 Euro gute und sinnvolle Einstiegsmöglichkeiten ergeben dürften.

Fazit

Vorsichtig agierende Anleger bleiben vorerst an der Seitenlinie und beobachten die weitere Entwicklung der BASF-Aktie im Sinne der oben ausgeführten Argumente.

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, werden vermutlich mit dem «Globale Dividenden-Stars Index» glücklicher.

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Häufige Fragen zur BASF-Aktie:

Ist die BASF-Aktie ein zuverlässiger Dividendenzahler?

Ja, dieser DAX-Konzern zahlt Anlegern praktisch immer eine üppige Dividende. Für das Geschäftsjahr 2025 hat BASF eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 2,25 Euro je Aktie angekündigt.

Wie hoch ist die aktuelle Dividendenrendite der BASF-Aktie?

Auf dem aktuelen Kursniveau beträgt diese stattliche 4,60 Prozent.

Wie lautet das Konsenskursziel der Analysten aktuell?

Das durchschnittliche Kursziel der Analystenschätzungen aus den letzten 3 Monaten beträgt 49,20 Euro.

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.