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Deutsche Post-Aktie: Wenn es beim Postmann klingelt - Wo die neuen Ziele liegen

Deutsche Post-Aktie: Wenn es beim Postmann klingelt - Wo die neuen Ziele liegen

WKN: 555200 ISIN: DE0005552004 Deutsche Post AG

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14.01.2022 - 21:56
22.11.2021 06:49:00

Das boomende Paket- und Expressgeschäft beschert der Post in diesem Jahr ein Rekordergebnis - das ist schon vorm lukrativen Weihnachtsgeschäft klar. Doch sie setzt ihre Ziele noch höher. Von Sonja Funke

Sie zählt ganz eindeutig zu den Gewinnern der Pandemie: Die Deutsche Post profitiert wie kaum ein anderes Unternehmen von der anhaltend hohen Nachfrage nach Frachtdienstleistungen und streicht Milliardengewinne ein. Schon vor dem lukrativen Weihnachtsgeschäft ist klar: 2021 wird erneut ein Rekordjahr. Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen - und zum vierten Mal in diesem Jahr - hebt der DAX-Konzern seine Prognose an und schraubt auch die mittelfristigen Ziele in schwindelerregende Höhen.

Mehr als acht Milliarden Euro will der Bonner Konzern im Jahr 2023 erwirtschaften, bislang hatte er ein operatives Ergebnis (Ebit) von mindestens 7,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die freien Barmittelzuflüsse (Free Cashflow) sollen, kumuliert für die Jahre 2021 bis 2023, auf zehn Milliarden Euro steigen - das ist eine Milliarde mehr als bisher erwartet. Effekte aus der im August angekündigten Übernahme des Mainzer Seefrachtspezialisten J.F. Hillebrand sind darin nicht berücksichtigt.

Auch für das laufende Jahr zeichnet sich bereits ein neuer Rekord ab: Das Konzern-Ebit soll noch einmal um zehn Prozent höher ausfallen als zuvor erwartet. Statt bisher mindestens sieben Milliarden Euro werden nun 7,7 Milliarden angepeilt. Das sind 2,1 Milliarden mehr, als sich der Konzern für dieses Jahr ursprünglich vorgenommen hatte. Der im Vorjahr erreichte Rekordwert von 4,8 Milliarden Euro wirkt dagegen fast mickrig - dabei war 2020 das bislang beste Jahr in der Unternehmensgeschichte. In den Jahren zuvor waren durchschnittlich rund 3,5 Milliarden erwirtschaftet worden.

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Hervorragend verlief auch das gerade abgeschlossene dritte Quartal. Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft am Jahresende erwartet die Post erneut hitverdächtige Mengen. Bereits im Oktober hatte sie auf Basis vorläufiger Zahlen für das dritte Quartal einen Ebit-Anstieg auf 1,7 (Vorjahr: 1,4) Milliarden Euro gemeldet. Der Umsatz legte im Quartal um 23,5 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro zu. Besonders deutlich wuchs das Frachtgeschäft: Hier stieg der Umsatz verglichen mit dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent, das operative Ergebnis wurde mit 372 Millionen Euro sogar mehr als verdoppelt.

Bereits mehr Gewinn als im Vorjahr

"Unter dem Strich haben wir jetzt schon mehr Gewinn gemacht als im ganzen Jahr 2020 - und das für uns traditionell starke Weihnachtsquartal kommt erst noch", sagte Konzernchef Frank Appel bei der Vorlage des Quartalsberichts. Der Welthandel sei auf dem Weg zuru¨ck zu alter Sta¨rke, der Onlinehandel bleibe stabil auf neuem hohen Niveau.

Zu verdanken hat die Post das gute Geschäft vor allem den Engpässen in der weltweiten Logistik und den damit einhergehenden Preiserhöhungen. Sie profitiert von hohen Frachtraten und anhaltend großen Sendungsmengen. An einigen Seehäfen sei die Situation nach wie vor angespannt, sagte Appel. Schiffscontainer seien knapp und die Preise mittlerweile so hoch, dass der Preisunterschied zur Luftfracht deutlich geschrumpft sei. Viele Kunden wichen darum von der See- auf die Luftfracht aus.

Kleiner Wermutstropfen: die vergleichsweise verhaltene Entwicklung des zuvor boomenden Paketgescha¨fts. Der Bereich Post und Paket Deutschland wuchs im Jahresvergleich nur noch um 3,6 Prozent, nachdem die Paketzustellung zuvor um mehr als 20 Prozent in die Höhe geschnellt war. Zu Weihnachten erwartet die Post dennoch neue Rekordwerte. "Wir haben uns auf wachsende Zahlen vorbereitet", sagte Appel. Was macht die Post mit dem Rekordgewinn? Sie kauft eigene Aktien zurück und zahlt ihn an die Aktionäre aus, lautet die Antwort in Kurzform. Das sagte Finanzchefin Melanie Kreis in einer Telefonkonferenz im Anschluss an die Zahlenvorlage. Sie verwies dabei auf den noch bis maximal März 2022 laufenden Aktienrückkauf mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro und erinnerte an die Dividendenpolitik des Konzerns, die eine Ausschüttung von 40 bis 60 Prozent des Nettogewinns vorsieht. Zuletzt hatte der Konzern eine Dividende von 1,35 Euro je Aktie ausgeschüttet. An der Börse stieg die Aktie um gut drei Prozent, auf Jahressicht gewann sie rund 40 Prozent hinzu.

Fundamental ist die Aktie der Deutschen Post angesichts des dynamischen Wachstums noch immer günstig bewertet. Aktionäre dürfen sich für dieses Jahr auf eine üppige Dividende freuen. Unsere Empfehlung: Kaufen.

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