Die besten ETFs des Jahres
· Börse Online Redaktion
Platz 5: iShares Global Infrastructure ETF
Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet mit den eher als langweilig geltenden Infrastruktur-Aktien hätten Anleger in den ersten elf Monaten des Jahres 23 Prozent Gewinn erzielt. Im Schnitt der vergangenen drei Jahre waren bei diesem ETF "nur" rund neun Prozent Rendite drin.
Der vom weltgrößten ETF-Anbieter iShares bereits vor acht Jahren aufgelegte Global Infrastructure ETF enthält die 100 größten Aktiengesellschaften der Welt aus dem Infrastruktur-Bereich. Die Unternehmen stammen dabei zum überwiegenden Teil aus den Industrienationen aber auch aus den Schwellenländern. Mehr als die Hälfte der Aktien sind US-Titel. Die Zusammensetzung des ETF-Portfolios entspricht dabei dem Macquarie Global Infrastructure Index.
Dieser enthält ganz überwiegend Strom- und Energieversorger aus den Industrienationen aber auch Betreiber von Pipelines, Flug- und Seehäfen wie Aeroport de Paris oder Hutchinson Port Holdings. Größte Position im Portfolio ist der US-Pipeline-Betreiber Kinder Morgan gefolgt von Stromkonzernen wie Duke Energy und National Grid. Dividenden-Fans dürften bei diesem ETF ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Die Dividendenrendite des Portfolios beträgt aktuell 3,65 Prozent.
Name: iShares Global Infrastructure UCITS ETF
ISIN: DE000A0LGQM3
Kosten pro Jahr: 0,65 %
Wertentwicklung 2014: 23,3%
Wertentwicklung 3 Jahre: 8,95 % pro Jahr
Platz 4: Lyxor ETF S&P 500
Dass die US-Börse zu den besten Märkten in diesem Jahr gehört, ist kein Geheimnis. Rund 14 Prozent schaffte der US-Standardwerte-Index S&P 500 seit Jahresbeginn. Deutlich mehr kassierten europäische Anleger mit diesem ETF. Der Lyxor S&P 500 ETF basiert zwar auf dem gleichen Index, liegt bei der Wertentwicklung seit Neujahr jedoch mehr als zehn Prozentpunkte weiter vorne. Fast 25 Prozent Wertsteigerung schaffte der ETF seither.
Zwei Faktoren sind für diesen extremen Abstand verantwortlich: Erstens enthält der ETF im Gegensatz zum Index auch die von den Unternehmen ausgeschütteten Dividenden. Das bringt schon mal rund zwei Prozentpunkte, denn die durchschnittliche Dividendenrendite des ETF-Portfolios beträgt 2,1 Prozent. Zweitens profitiert der Lyxor-ETF vom starken Kursanstieg des US-Dollars. Schließlich werden die US-Aktien in Dollar gehandelt, der ETF jedoch in Euro. Fast zehn Prozent legte der US-Dollar in diesem Jahr gegenüber dem Euro zu.
Die Chancen stehen gut, dass Anleger auch im kommenden Jahr mit diesem ETF gut fahren. So entwickelt sich die US-Wirtschaft wesentlich besser als die europäische, was sich in starken Gewinnen der US-Unternehmen niederschlägt. Auch der Dollar könnte noch fester werden. Schließlich wird die US-Notenbank nach Experten-Einschätzung im nächsten Jahr die Zinsen erhöhen, während es in Europa nach einer weiteren Zinssenkung riecht.
Name: Lyxor UCITS ETF S&P 500
ISIN: LU0496786574
Kosten pro Jahr: 0,17 %
Wertentwicklung 2014: 24,9%
Wertentwicklung 3 Jahre: 23,4 % pro Jahr
Platz 3: iShares S&P 500 Minimum Volatility UCITS ETF
Vorsprung durch Technik. Dieses Motto gilt nicht nur bei manchen Autos, sondern auch bei diesem ETF. S&P 500 Minimum Volatility ETF aus dem Hause iShares hängt nämlich mit einem ganz ausgeschlafenen Konzept seinen großen Bruder S&P 500 ab. Der Minimum Volatility ETF liegt in diesem Jahr schon mehr als 27 Prozent im Plus. Das sind rund drei Prozentpunkte mehr als der S&P-500 Index in Euro gerechnet.
Der dem Minimum Volatility ETF als Vorgabe dienende S&P 500 Minimum Volatility Index basiert dabei grundsätzlich dennoch auf dem traditionellen S&P-500-Index für den US-Aktienmarkt. In den Low-Volatility-Index kommen aber nur jene Aktien des Standard-Index, die in den vergangenen zwölf Monaten die niedrigste Volatilität aufwiesen. Der S&P-500-Low-Volatility-ETF enthält dabei die 20 Prozent Aktien des traditionellen S&P-500-Index mit der geringsten Volatilität.
Zusätzlich werden die Unternehmen im Low-Volatility- ETF nicht nach ihrem Börsenwert, sondern nach ihren historischen Kursschwankungen (Volatilität) gewichtet. Schwankt eine Aktie nur wenig, ist ihr Anteil im Index besonders groß. Viermal im Jahr werden die Aktien im Index gemäß ihrer Volatilität neu gewichtet. Um Klumpenrisiken zu verhindern, gibt es dabei eine Obergrenze pro Aktie.
Eine Begrenzung des Gewichts einer einzelnen Branche gibt es jedoch nicht. Deshalb nehmen defensive Sektoren eine dominante Stellung im ETF ein. Pharma-Titel haben mit knapp 20 Prozent Anteil im die Nase vorn. Es folgen Hersteller von nicht-zyklischen Konsumgütern mit 15 Prozent Anteil und Finanzwerte mit rund 11 Prozent Gewicht.
Name: iShares S&P 500 Minimum Volatility UCITS ETF
ISIN: DE000A1KB2E7
Kosten pro Jahr: 0,20 %
Wertentwicklung 2014: 27,2%
Wertentwicklung 3 Jahre: -
Platz 2: PowerShares EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF
Aktien-Fonds waren in diesem Jahr die klaren Favoriten der ETF-Anleger. Allein in den ersten zehn Monaten flossen rund 25 Milliarden Euro in diese Fonds, berechnete die Deutsche Bank. Gesucht waren vor allem ETFs mit US-Aktien, allen voran Fonds auf den S&P 500 Index. Mehr Rendite erzielten allerdings Anleger, die auf die US-Technologie-Börse Nasdaq setzten, etwa mit dem PowerShares EQQQ Nasdaq-100 ETF.
Mehr als 33 Prozent Wertsteigerung verzeichnete der milliardenschwere Fonds der US-Gesellschaft Invesco PowerShares. Damit toppte der Fonds sogar noch seine auch schon hervorragende Performance der vergangenen Jahre. 2013 waren nur 31 Prozent Plus drin.
Der ETF bildet den Nasdaq-100 Index ab und enthält dementsprechend nur die 100 größten Aktien der Technologie-Börse. Die Liste der zehn größten Positionen liest sich denn auch wie eine Who is Who der amerikanischen IT-Branche: Apple, Microsoft, Intel, Google, Facebook, Amazon stehen anteilsmäßig ganz oben. Erst auf Platz zehn folgt mit Gilead ein Biotech-Unternehmen.
Rund die Hälfte des gesamten Fondsvermögens entfällt dabei auf die größten neun Unternehmen. Google ist mit seinen beiden Aktienklassen gleich zwei mal unter den Top-Ten. Eindeutiger Platzhirsch ist allerdings Apple mit alleine schon 14 Prozent Gewicht im ETF. Wer jetzt in den ETF investiert, sollte sich also klar sein, dass er vor allem auf die Perlen der US-IT-Branche setzt. Angesichts deren Entwicklung muss dass jedoch kein Fehler sein.
Name: PowerShares EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF
ISIN: IE0032077012
Kosten pro Jahr: 0,30 %
Wertentwicklung 2014: 33,5%
Wertentwicklung 3 Jahre: 27,5 % pro Jahr
Platz 1: iShares US Property Yield UCITS ETF
Wer auf Rennpferde wettet weiß: Außenseiter bringen die höchsten Quoten. Immobilien-Aktien hätten wohl nur einige ganz verwegene Investoren auf dem ersten Platz der Hitliste vermutet. Der Wert des von iShares angebotene US Property Yield ETFs schoss im laufenden Jahr um 36 Prozent in die Höhe. Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, als der ETF ausschließlich aus dividendenstarken amerikanischen Immobilienaktien besteht. Der ETF basiert auf dem FTSE EPRA/NAREIT United States Dividend+ Index. Dieser enthält sogenannte Real Estate Investment Trusts (REITs) und andere börsennotierte Immobiliengesellschaften. Besondere Clou: In den Index kommen nur Aktien mit prognostizierten Dividendenrendite von mehr als zwei Prozent.
Bei REITs gehören Dividenden in dieser Höhe sozusagen zum Mindest-Ausstattung. REITs erzielen das Gros ihrer Erträge aus Mieteinnahmen die sie wiederum zu 90 Prozent an die Aktionäre weitergeben müssen. Im US Property Yield ETF spiegelt sich dieses System deutlich wieder. Die Dividendenrendite des Fonds liegt bei stattlichen 3,96 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger auf diese Aktien fliegen.
Name: iShares US Property Yield UCITS ETF
ISIN: DE000A0LGQK7
Kosten pro Jahr: 0,40 %
Wertentwicklung 2014: 35,9%
Wertentwicklung 3 Jahre: 16,2 % pro Jahr
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Autoren: Tillinghast, Joel
Seitenanzahl: 384
Erscheinungstermin: 24.07.2025
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-68932-065-2