Nach zwei Jahren Tech Rallye verschiebt sich der Blick an der Wall Street: 2026 steht nicht mehr nur künstliche Intelligenz im Fokus der Anleger. Börsenprofis haben vier weitere Sektoren mit Potenzial ausgemacht.
Im Börsenjahr 2026 stehen nach Einschätzung der großen US-Investmentbanken gleich mehrere Umwälzungen an. Zum einen muss sich nach Jahren des KI-Booms zeigen, wie damit dauerhaft Geld verdient wird. Hinzu kommt die Frage, in welche anderen Sektoren Investoren ihr Kapital angesichts bereits hoher Bewertungen der Magnificent Seven nun breiter streuen. Fünf Boomsektoren werden dabei laut Finanzen100.de am häufigsten genannt.
1. KI-Technologie hat sich etabliert – jetzt geht es um reale Erträge
Künstliche Intelligenz spielt 2026 weiterhin eine zentrale Rolle – auch an der Börse. Allerdings dreht sich die Diskussion nicht mehr nur um die Fähigkeiten großer Chat Programme, sondern um die Ertragsmodelle dahinter: Wer verdient am Ende wirklich an KI? Die Unternehmen, die Chips, Server Infrastruktur und Datentransportlösungen liefern? Oder einzelne Anwender, die mithilfe der KI womöglich ganz neue Geschäftsmodelle etablieren.
Aktien im Fokus: Nvidia, AMD, Palantir
2. Energie und Infrastruktur: Am Strom hängt sogar der KI-Boom
Einer der noch immer am meisten unterschätzten Trends ist die Bedeutung von Energie und Netzwerkinfrastruktur für das KI Zeitalter. Rechenzentren brauchen enorme Mengen Strom, und der Ausbau von Stromnetzen, Umspannwerken und intelligenten Versorgungsnetzen wird zu einer Art „Infrastruktur Rallye“. Aktien von Unternehmen, die Strom und Netztechnik liefern, könnten daher profitieren.
Aktien im Fokus: Siemens Energy, First Solar, Oklo
3. Cybersecurity bleibt unverzichtbar
Mit wachsender Digitalisierung steigen die Risiken durch Hackerangriffe und Datenlecks. KI selbst macht Angriffe teils schneller und automatisierter – und erhöht damit die Bedeutung von Cybersecurity. Software und Dienste zur Abwehr digitaler Bedrohungen gelten inzwischen als Pflichtausgaben für viele Unternehmen.
Aktien im Fokus: CrowdStrike, Palo Alto Networks
4. Rüstung und Geopolitik: Trend zu wachsenden Verteidigungsausgaben hält an
Die Rüstungsbranche zählt ebenfalls zu den Dauerbrennern. Was oft als relativ kurzfristig beinflussbarer, rein politischer Sektor galt, wird mittlerweile als langerfristiger Industriezyklus gesehen. Viele Länder auf dem Globus rüsten technisch auf, auch mit Blick auf modernere Technologien wie Drohnen und deren Abwehr. Dieses Umfeld wird Aktien von Rüstungsunternehmen noch sehr lange Chancen bieten.
Aktien im Fokus: Rheinmetall, BAE Systems, Airbus, Lockheed Martin
5. Medizintechnik und „Longevity“: Milliardenmarkt Gesundheit und Optimierung
Abseits von klassischen Technologie- und Infrastruktur Themen rückt der Bereich „Health Tech“ zunehmend in den Fokus. Die Kombination aus alternder Bevölkerung, knapper werdenden Arbeitskräften und neuen Techniken in der digitalen Medizin eröffnet ganz neue Möglichkeiten: Auch hier spielt KI eine Rolle: Sie kann in der Diagnostik unterstützen, Abläufe in Kliniken optimieren oder in Form von KI-gestützten Robotern in der Pflege eingesetzt werden. Und wohin der „Longevity“-Trend, die Versuche, das Leben zu verlängern, eines Tages führen wird, kann noch niemand wirklich abschätzen.
Aktien im Fokus: Stryker, Siemens Healthineers, Abbott Laboratories
Anleger müssen in mehreren Dimensionen denken
Diese kurze Aufstellung zeigt: Anleger müssen dieses Jahr breiter denken. 2026 wird vermutlich nicht das Jahr eines einzelnen Megatrends, sondern von mehreren, miteinander verbundenen Themen.
Das heißt: 2026 nicht nur auf eine einzelne Branche setzen, sondern verschiedene Wachstumstreiber im Blick behalten. Da man noch nicht klar sagen kann, welche Unternehmen sich bei den einzelnen Themen langfristig durchsetzen werden, könnte ein Weg sein, sich über Themen ETFs zu engagieren. Allerdings schwanken diese Vehikel oft deutlich stärker als breit gestreute Fonds. Und sie scheitern oft am Timing, weil solche ETFs oft erst aufgelegt werden, wenn die Welle schon rollt – oder gar abebbt.
Deshalb sollten Themen-ETFs, ähnlich wie Einzelaktien, nur als Beimischung zu einem größeren Depot gesehen werden. Sie nehmen den Druck, die eine richtige Aktie in einem Trend zu finden. Doch sie brechen auch genauso ein, wenn ein Investment-Thema generell scheitert.
Im Video: Silber-Boom, Rheinmetall-Rallye, KI-Blase - darauf müssen Anleger im Börsenjahr 2026 achten
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Stryker Corporation.