Die weiter fallenden Ölpreise haben am Mittwoch die Aktienmärkte in Fernost nach unten gezogen. Anleger setzten nicht mehr darauf, dass das Überangebot an dem Rohstoff durch Produktionskürzungen in den Griff zu bekommen ist. "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sich die Lage am Öl-Markt bessert", sagte Shuji Shirota von HSBC in Tokio. In vielen Schwellenländern nehme die Nachfrage ab. Zugleich säßen die USA als größter Abnehmer auf riesigen Öl-Vorräten. Zuvor hatte der Ölpreis die US-Märkte belastet. Der Preis für Öl ist den vergangenen 18 Monaten um etwa 70 Prozent eingebrochen.

In Tokio büßte der Nikkei-Index 3,2 Prozent ein und fiel auf 17.191 Punkte. Investoren rechneten vorerst nicht mehr damit, dass die Notenbank weitere Schritte zur Ankurbelung der Wirtschaft einleitet. Nachdem die japanische Zentralbank vergangene Woche überraschend Negativzinsen eingeführt hatte, hatte dies vorübergehend für Auftrieb am Aktienmarkt gesorgt.

In China nahmen Investoren nach dem Kursplus am Tag zuvor Gewinne mit. Die Börse in Shanghai gab um 0,4 Prozent nach, ebenso der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen. Gegen die schlechte Stimmung kamen selbst positive Nachrichten aus Chinas Dienstleistungssektor nicht an.

In Hongkong gaben die Kurse mehr als zwei Prozent nach. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans lag 1,8 Prozent im Minus.

Ein Euro notierte wenig verändert bei 1,0918 Dollar.

Reuters