Die US-Großbank Goldman Sachs erhöht am Mittwoch ihre Bewertung für einen recht unscheinbaren Aktienmarkt und geht von einer Upside von 35 Prozent aus. Doch der Markt birgt auch deutliche Risiken.
Der südkoreanische Kospi profitiert massiv von den KI-Entwicklungen. Der Index verzeichnet seit Jahresbeginn ein Wachstum von 100 Prozent. Experten sehen hier sogar noch deutlich mehr Potenzial, wie eine neue Studie der US-Großbank Goldman Sachs bewies. Denn diese hoben das Ziel für den nächsten zwölf Monate kurzerhand auf 12.000 Punkte an. Das entspricht einer Upside von 35 Prozent. Dennoch borgt der Kospi eine deutliche Gefahr, die ausgerechnet von den KI-Riesen SK Hynix und Samsung ausgeht.
Die "Twin-Tower"-Gefahr aus Südkorea
Der Index entwickelt sich hervorragend. Dennoch wächst die Sorge um einen Crash. Denn rund 50 Prozent des Wertes machen die Aktien von SK Hynix und Samsung aus. Dadurch entsteht eine "Twin Tower"-Dynamik, die sonstige Titel wie Kieselsteine am Wegesrand erscheinen lässt. SK Hynix konnte in den vergangenen zwölf Monaten rund 985 Prozent am Kospi zulegen, während Samsung im selben Zeitraum ein Plus von knapp 524 Prozent verzeichnet.
Goldman Sachs Analyst Timothy Moe erwartet "höhere Gewinne, unterbewertete Dauer des Speicherzyklus und Katalysatoren für eine Neubewertung", die den koreanischen Leitindex weiter antreiben sollen. Das Problem, das die aktuelle Dynamik verursacht, liegt allerdings bereits auf der Hand: Versiegt das Interesse an KI oder ersetzt ein anderer Megatrend den Boom, leidet der gesamte Kospi darunter. "In den letzten sechs Handelstagen ist der KOSPI um 12,15 % gestiegen. Dennoch war die Marktbreite an jedem einzelnen Tag negativ, und zwar nicht nur ein wenig", warnte Jonathan Krinsky, Chef-Markttechniker bei BTIG bereits.
Die Kurstreiber nutzen
In Verbindung mit dem KI-Boom nennen Experten auch den Halbleiter-Trend. Die enge Verbindung der einzelnen Sektoren führt dazu, dass auch Speicherhersteller wie SK Hynix, enorm von den Megatrends profitieren. Möchten Sie ebenfalls in den Markt einsteigen, finden Anleger im "Chip Power"-Index von BÖRSE ONLINE jetzt die passenden Investitions-Ideen.
Was bedeutet das für Anleger?
Doch es gibt auch Experten, die in einer solchen Indexverteilung Positives sehen. Hierzu zählt auch Peter Kim, Global-Stratege bei KB Financial. SK Hynix und Samsung übertreffen den breiten Markt weiterhin mit Abstand, was zu einer Ablenkung der Aufmerksamkeit von den zugrunde liegenden Schwächen der koreanischen Wirtschaft und ihrer Industrie führe, schrieb Kim in einer Kundennotiz. Vor allem vor der Verschiebung der Marktanteile bei Exporten nach China und der Schwäche der Binnenwirtschaft warnte der Experte. Neben den Investoren, die solche Probleme auszublenden scheinen, gibt sich Goldman Sachs weiterhin sehr optimistisch. So erwartet das Finanzinstitut im Jahr 2026 ein Wachstum je Aktie um 60 Prozent im Asien-Pazifik-Raum.
Der Kospi ist ein Leitbild für die Gefahr, die vom aktuellen KI-Boom ausgehen kann. Die "Twin Tower"-Titel verschleiern eine ernstzunehmende Problematik in Südkorea. Der Kospi entwickelt sich rasch. Bei einem Crash steht dem Land jedoch eine Wirtschaftskrise bevor, die selbst die Finanzkrise von 2008 in den Schatten stellt. Zudem warnen Experten weiterhin vor einer Überhitzung des Marktes, die vor allem auf den Halbleiter- und KI-Trend zurückzuführen ist. Aktuell sehen vor allem Großinvestoren jedoch nur den möglichen Gewinnhorizont, den Werte wie SK Hynix oder Samsung bieten. Bleibt die Nachfrage hoch, sind es vor allem die Titel aus dem Asia-Pazifik-Raum, die davon profitieren. Dieser Entwicklung zufolge handelt es sich bei beiden Werten um äußerst spekulative Titel - die derzeit eine (fast) unvergleichliche Rally an den Tag legen.
Auf Potenzial setzen
Wer früh in den KI-Boom einstieg, kann sich mittlerweile über extrem hohe Gewinne freuen. Im Aktienreport "Kurz vor der Kursexplosion" analysiert BÖRSE ONLINE drei Titel, die ebenfalls ein hohes Gewinnpotenzial von bis zu 270 Prozent bergen. Doch hier gilt, je schneller Anleger einsteigen, desto höher ist der Ertrag.
FAQ
Wie viel Upside sieht Goldman Sachs für den Kospi?
Goldman Sachs sieht rund 35 Prozent Upside für den südkoreanischen Index.
Warum gilt der Kospi als riskant?
Weil SK Hynix und Samsung rund die Hälfte des Index ausmachen und damit Klumpenrisiken entstehen.
Wovon profitiert der Kospi derzeit besonders?
Vor allem vom KI-Boom und dem Halbleiter-Trend.
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