Der Hedgefonds Petrus Advisers attackiert die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) mit dem Vorwurf, der Immobilienfinanzierer habe seit dem Börsengang 2015 noch nie seine Kapitalkosten verdient. Pfandbriefbank-Chef Andreas Arndt äußert sich im Interview zur Börsenbewertung seines Geldinstituts. Von Stefan Rullkötter




Boerse-online.de: Herr Arndt, Ihre Bank wird bei weltweit auftretenden Krisen oft mit sofortigen Kursverlusten abgestraft, erfüllt aber stets die eigenen Prognosen. Fühlen Sie sich von der Börse ungerecht behandelt?

Andreas Arndt: Nein, das ist ja keine Frage der Gerechtigkeit und scheint kein pbb-spezifisches Phänomen zu sein. Das sehen wir auch in der allgemeinen Aktienmarktentwicklung und bei Vergleichsindizes.

Wie sehen Sie die Entwicklung des pbb-Börsenkurses?

Unser Kurs spiegelt unseren fundamentalen Wert und unser langfristiges Potenzial noch nicht wider. Gleichzeitig sind wir fest davon überzeugt, dass der Markt unser resilientes Geschäftsmodell und unsere strategischen Initiativen für weiteres, profitables Wachstum und Steigerung der Profitabilität honorieren wird.

War der Börsengang im Jahr 2015  die richtige Entscheidung?

Ja, auf jeden Fall. Es ist uns gelungen, einen Dividendentitel im wahrsten Sinne des Wortes auf den Markt zu bringen. Unsere Fähigkeit, zuverlässig und dauerhaft Ergebnis zu liefern und eine attraktive Dividende auszuschütten, ist Kern unseres Versprechens an die Aktionäre. Insgesamt haben wir seit dem Börsengang mehr als 700 Millionen Euro an Dividenden ausgezahlt. Das heißt, wir haben inzwischen fast 50 Prozent des IPO-Wertes an unsere Aktionäre ausgeschüttet. Damit liefern wir unseren Aktionären eine zu anderen Anlageklassen überdurchschnittliche Dividendenrendite von im Durchschnitt mehr als sieben Prozent per annum. 

Gibt es weitere Vorteile durch das Going Public?

 Mit der Börsennotierung haben wir   einen besseren und günstigeren Zugang zu Eigen- und Fremdkapital. Zudem sinkt so die Risikoprämie, die beispielsweise Fremdkapitalinvestoren aufrufen. 

Welche „Kapitalmarktstory“ können Sie Ihren Investoren langfristig bieten?

 Wir wachsen in unserem Kerngeschäft kontinuierlich, liefern stabile positive operative Ergebnisse und verfügen über eine starke Kapitalbasis. Damit liefern wir seit unserem Börsengang eine durchschnittliche jährliche Dividende von 82 Cent pro Aktie, der Total Shareholder Return sorgt mit zwei Prozent für Werterhalt, während der europäische Bankensektor mit rund 40 Prozent im Minus liegt, wie der Vergleichsindex EuroStoxx Banks zeigt.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Wochenzeitung €uro am Sonntag, hier als digitale Ausgabe erhältlichDarin äußert sich Andreas Arndt auch zur Neuausrichtung der Deutschen Pfandbriefbank in puncto Green Finance und zum deutschen Immobilienmarkt

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