Trotz Kurseinbruch überzeugt Uber mit starkem Kerngeschäft, wachsender Nutzerbasis und Chancen durch das autonome Fahren. Neue Partnerschaften stützen die langfristige Wachstumsperspektive.
Seit ihrem Allzeithoch im September 2025 hat die Uber-Aktie fast ein Drittel ihres Wertes verloren. Hauptgrund dafür sind erneut aufkommende Sorgen der Investoren, dass autonome Fahrzeuge das Geschäftsmodell von Uber bedrohen könnten. Mit jeder positiven Meldung von Tesla oder der Alphabet-Tochter Waymo geriet die Aktie weiter unter Druck.
Die fundamentale Ausgangslage ist jedoch weitaus besser, als es aktuell an der Börse gespielt wird. In diesem Artikel beleuchten wir drei Gründe, warum das Unternehmen trotz der aktuell schwachen Kursperformance auf die Watchlist gehört.
Grund 1: Stabiles Kerngeschäft
Das Taxi-Geschäft ist mit 57 Prozent Umsatzanteil der wichtigste Geschäftsbereich von Uber. In diesem Segment ist das Unternehmen mit Abstand der bekannteste und größte Anbieter. Trotz der hohen Ausgangsbasis wächst der Bereich weiterhin dynamisch. Hier die Kerndaten des vierten Quartals 2025:
• 202 Millionen monatlich aktive Nutzer (18 Prozent Wachstum im Jahresvergleich)
• Anzahl der Fahrten: 3,75 Milliarden (22 Prozent Wachstum im Jahresvergleich)
• Umsatz im Mobility-Segment: 8,2 Milliarden US-Dollar (19 Prozent Wachstum im Jahresvergleich)
Auch das Programm Uber One wächst weiterhin stark: Mittlerweile nutzen 46 Millionen Menschen den Premiumdienst des Unternehmens. Aus fundamentaler Sicht gibt es also aktuell keine Anzeichen dafür, dass autonomes Fahren das Geschäft von Uber gefährdet.
Grund 2: Autonomes Fahren als Chance, nicht als Risiko
Auf der vergangenen Entwicklerkonferenz GTC erklärte Nvidia-CEO Jensen Huang, dass der „Chat GPT Moment für ‘Physical AI’ gekommen ist.“ Dazu zählt er neben Robotik auch das autonome Fahren, was die Anleger bislang als Bedrohung für das Geschäftsmodell von Uber einstufen. Die Aussagen von Uber sprechen allerdings eine andere Sprache: Das Unternehmen möchte bis 2029 der führende Vermittler für autonome Fahrten werden.
Zahlreiche Partnerschaften mit Anbietern autonomer Fahrzeuge sollen Uber dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen. Erst im März wurde eine umfassende Kooperation mit Rivian angekündigt. Uber investiert demnach 1,25 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen und will bis 2030 bis zu 50.000 autonome Fahrzeuge von Rivian kaufen.
Mit dieser Vielzahl an Partnerschaften will Uber verhindern, dass sich ein einziger Anbieter im Bereich des autonomen Fahrens durchsetzt. Je mehr Anbieter es gibt, desto intensiver der Wettbewerb und desto höher der Preisdruck. Gut für die Kosten der Uber-Flotte. In einem solchen Umfeld ist eine hohe Auslastung der Schlüssel zur Profitabilität. Genau hier liegt Ubers größter Vorteil mit seinen mehr als 200 Millionen Nutzern. Im Geschäftsbericht zum vierten Quartal 2025 gab Uber an, dass die Auslastung von autonomen Fahrzeugen um 30 Prozent höher sein könne, wenn sie über die Uber-Plattform vermittelt werden.
Lange Rede, kurzer Sinn: Uber positioniert sich strategisch klug als Vermittler zwischen den Anbietern autonomer Fahrten und den Endnutzern - ähnlich wie Amazon im E-Commerce. Kein Anbieter wird es sich auf Dauer leisten können, auf die Uber-Plattform zu verzichten. Dieser Burggraben wird umso größer, je mehr Nutzer Uber dazugewinnt.
Grund 3: Uber Eats als Wachstumsmotor
Während die Investoren gespannt auf die Mobility-Sparte blicken, gewinnt der Lieferdienst Uber Eats fast unbemerkt immer mehr an Bedeutung. Der Umsatz dieses Segments wächst inzwischen um 30 Prozent pro Jahr und damit stärker als das Kerngeschäft. Das bereinigte EBITDA wächst sogar mit beeindruckenden 40 Prozent pro Jahr.
Ursprünglich für Restaurantbestellungen entwickelt, bietet Uber mittlerweile auch die schnelle Lieferung von Elektronik, Drogerieartikeln und vielen weiteren Alltagsprodukten an. Dabei profitiert das Unternehmen von Synergieeffekten mit dem Mobility-Bereich, da eine höhere Auslastung der Fahrer und ihrer Fahrzeuge die Gewinnmargen steigert. Auch das Werbegeschäft, das über die Banner-Platzierung in der App bis zur Newsletter-Vermarktung reicht, ist Teil des Segments „Delivery“ – und überzeugt sowohl durch hohe Wachstumsraten als auch eine hohe Profitabilität.
Der Wettbewerb nimmt jedoch zu: Auch Amazon und Walmart drängen inzwischen aggressiv in den Markt für „Same-Day-Delivery“. Bisher macht sich das zwar noch nicht negativ in Ubers Zahlen bemerkbar, doch Anleger sollten diese Entwicklung genau beobachten.
Fazit: Gute fundamentale Ausgangslage, schwaches Sentiment
Uber nutzt seine große und weiterhin stark wachsende Reichweite effektiv. Die Kombination aus menschlichen und autonomen Fahrten, Uber Eats sowie dem Werbegeschäft dürfte Umsatz und Gewinn in den kommenden Jahren weiter steigern. Die Aktie ist aktuell mit dem 14-fachen des operativen Cashflows attraktiv bewertet. Das ist für Uber historisch gesehen günstig: In den vergangenen zwei Jahren war das Unternehmen im Durchschnitt mit dem 22,7-fachen bewertet worden.
Positiv sehen auch die Analysten der Wall Street die Uber-Aktie: Sie stufen sie als „Starken Kauf“ ein und geben ein Kursziel von 106 Dollar an. Das würde ein Aufwärtspotential von 53 Prozent bedeuten (Stand 30. März 2026).
Auch Star-Investor Bill Ackman ist mit seinem Unternehmen Pershing Square in Uber investiert. Mit dem „Best of Billionaires-Index“ von BÖRSE ONLINE können sie auf eien Schlag in 18 Top-Picks von vier Börsenlegenden investieren - mit einbem einzigen Zertifikat. Wie das geht, erfahren Sie hier.
Häufig gestellte Fragen:
Ist autonomes Fahren eine Gefahr für Uber?
Autonomes Fahren wird von Investoren oft als Bedrohung für Uber gesehen, tatsächlich sieht das Unternehmen darin jedoch eine Chance. Uber positioniert sich als Vermittler zwischen autonomen Fahrdiensten und Endkunden. Mit mehr als 200 Millionen Nutzern bietet Uber den Anbietern eine hohe Reichweite und damit eine höhere Auslastung. So entsteht ein Wettbewerbsvorteil, der das Geschäftsmodell langfristig absichert.
Was ist der wichtigste Geschäftsbereich von Uber?
Uber gliedert sein Geschäft in drei Hauptsegmente: Mobility, Delivery und Freigt. Das Mobility-Segment umfasst Taxi- und Ride-Hailing-Dienste und macht mit 57 Prozent den größten Teil des Umsatzes aus. Im vierten Quartal 2025 betrug der Umsatz im Mobility-Segment 8,2 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 18,7 Prozent im Jahresvergleich.
Empfehlen Analysten die Uber Aktie zum Kauf?
Ja, die Analysten der Wall Street stufen Uber als „starken Kauf“ ein. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 106 Dollar. Das höchste Kursziel liegt bei 150 Dollar.