Die Nvidia-Aktie springt nach einer Entscheidung der US-Regierung kräftig an. Was das für den Absatz von Nvidia-Chips bedeutet – und warum die Teilnahme von Jensen Huang am Staatsbesuch von Donald Trump in Peking deshalb doppelt wichtig ist.

Für Jensen Huang hat sich die erst kurzfristig zustande gekommene Teilnahme an der China-Reise von Donald Trump schon gelohnt: Kurz nach der Landung in Peking wurde bekannt, dass die US-Regierung rund zehn chinesische Unternehmen für den Kauf von Nvidias H200-Chips zugelassen hat. Darunter sind Alibaba, Tencent, ByteDance und JD.com. Auch Händler wie Lenovo und Foxconn sollen nach Informationen des US-Senders CNBC freigegeben sein.

Nvidia zwischen den Fronten

Für Nvidia ist der chinesische Markt extrem wichtig: Vor den verschärften US-Exportregeln hielt der Konzern rund 95 Prozent des Marktes für moderne KI-Chips in China. Laut CNBC machte das Land früher etwa 13 Prozent des Nvidia-Umsatzes aus. Nvidia-Chef Jensen Huang wird nun versuchen, in Peking auch einen Durchbruch auf chinesischer Seite zu erzielen – in der Hoffnung, dass die jüngste Freigabe den Weg zu konkreten Bestellungen ebnet.

Nvidia (WKN: 918422)

Warum die Aktie steigt

Anleger reagieren begeistert auf die Botschaft, dass sich trotz politischer Hürden wieder Bewegung im China-Geschäft abzeichnet. Die Nvidia-Aktie, die am Mittwoch bereits bei 225,83 Dollar ein neues Allzeithoch markiert hatte, legt am Donnerstag um weitere zwei Prozent zu. Entscheidend wird jedoch sein, ob aus der Freigabe tatsächlich Lieferungen und Umsätze werden. Denn die Chinesen haben sich mittlerweile eigene Lieferanten für KI-Chips herangezogen, die laut Experten schon in naher Zukunft technisch aufschließen könnten. Zudem zeigen KI-Modelle wie DeepSeek und Kimi, dass leistungsfähige KI-Modelle auch mit weniger Rechenleistung auskommen können.

Washington beansprucht Führungsrolle bei KI

Die US-Politik treibt seit Jahren die Sorge um, dass China mithilfe amerikanischer High-Tech-Chips die USA wirtschaftlich und sogar militärisch überholen könnten. Deshalb hatten Donald Trump – und auch schon Joe Biden – Exportkontrollen verhängt.

Beim Treffen zwischen Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping wird das KI-Thema deshalb ebenfalls zur Sprache kommen. In welcher Rolle sich die USA dabei sehen, wird aus Aussagen deutlich, die Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag gegenüber dem US-Sender CNBC machte: „Wir werden ein Protokoll darüber aufstellen, wie wir mit Best Practices für KI vorgehen, um sicherzustellen, dass nichtstaatliche Akteure nicht in den Besitz dieser Modelle gelangen“, sagte Bessent am Rande des zweitägigen Treffens von Trump und Xi in Peking. „Der Grund, warum wir mit den Chinesen konstruktive Gespräche über KI führen können, ist, dass wir die Führung innehaben“, fügte er hinzu. „Ich glaube nicht, dass wir dieselben Gespräche führen würden, wenn sie uns so weit voraus wären“, sagte er.

Doch auch China hegt mittlerweile Sicherheitsbedenken gegenüber US-Chips. So kursierten in China immer wieder Berichte über eine „Backdoor“ in den Nvidia-Chips, die es US-Behörden ermögliche, Einblick in chinesische Softwarearchitekturen zu erhalten. Nvidia hat dies bisher stets dementiert.

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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.