Warum die Kursrally des führenden Anbieters von Labordiagnostik anhalten sollte, wie die Luxemburger ihre Stärken durch Zukäufe ausbauen und was sie bei Übernahmen nun besser machen.

Mächtig Schub: Der Aktienkurs des weltweit größten Testers von Lebensmitteln und Biopharmaprodukten Eurofins Scientific zieht seit Mitte Dezember deutlich an. Die Bilanz für das abgeschlossene Geschäftsjahr am 28. Januar und der Ausblick auf das neue Jahr sollten zusätzliche Impulse liefern. Die charttechnischen Widerstände bis zur 70-Euro-Marke wurden überwunden.

Auf dieser Ebene sollte es deshalb leichter nach oben gehen, wenn der Konzern mit für 2026 geschätzten 7,8 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 760 Millionen Euro Nettogewinn am Ende des Monats überzeugende Quartalszahlen liefert.

Eurofins mit einem weltweiten Netz von Laboren gehört in der Agrarwissenschaft, bei Genomtests sowie bei pharmazeutischen Forschungs- und Labordienstleistungen zu den führenden Anbietern. Und das in einer Branche, die von den Auswirkungen von Amerikas erratischer Zoll- und Wirtschaftspolitik weitgehend verschont geblieben ist. Die Märkte für Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetik-Tests werden wegen der hohen Eintrittsbarrieren von wenigen Unternehmen wie SGS, Intertek und Bureau Veritas dominiert.

Eurofins Scientific - Chart - Infobox
BO Data/smallcharts

Was sie bei Übernahmen besser machen

Die Anzahl der Übernahmen kleiner und mittelgroßer Spezialisten ist hoch. Zukäufe sind ein signifikanter Anteil des Umsatz- und Gewinnwachstums. Im dritten Quartal 2025 schloss Eurofins 31 Übernahmen ab, einschließlich der Synlab-­Diagnostik-Sparte mit 49 Millionen Euro Umsatz, die im Mai angekündigt wurde. Die Zukäufe bringen für 2025 voraussichtlich 250 Millionen Euro mehr Erlös.

Hochautomatisierte Analysen bei Lebensmittelanalytik und umweltrelevante Schadstoffanalysen sind mit 40 Prozent der Erlöse Eurofins größte Sparte. Was die Luxemburger inzwischen von der Konkurrenz unterscheidet und die Aktie stärker beflügelt als die Papiere der Konkurrenz, ist jedoch der hohe Umsatzanteil im Gesundheitssektor, der rund die Hälfte der Erlöse ausmacht. Die klinische Diagnostik wird seit 2014 aufgebaut und liefert heute ein Fünftel des Umsatzes. Während Corona waren Eurofins Covid-19-Tests gefragt, nun ist es die genetische Diagnostik. Das sind zum Beispiel molekulargenetische Testverfahren, die mit Sequenzierung viele Gene gleichzeitig analysieren, um die Veränderungen in Tumoren zu identifizieren, die für Therapien und Prognosen entscheidend sind. Der Bereich Biopharma, Dienstleistungen wie Bioanalytik, Stabilitätstests, Reinheitsanalysen —

Werkzeuge, die Biotechkonzerne und Start-ups häufig nutzen — liefert 30 Prozent des Umsatzes. Positiv ist außerdem, dass die Nettoverschuldung für 2025 dank der Kostendisziplin komfortabel und geringer sein wird.

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