Ein Milliardenverlust und eine Warnung von Warren Buffett schockierte Anleger am Wochenende bei den Quartalszahlen von Berkshire Hathaway. Das müssen Sie jetzt wissen:

Am Wochenende hat Warren Buffett die Quartalszahlen seiner Holding Berkshire Hathaway präsentiert, aber dabei nicht ein gewohntes erstaunlich gutes Ergebnis präsentieren können. Tatsächlich machen die Ergebnisse und auch die Aussagen des Investors vielen Anlegern Sorgen.

Milliardenverlust bei Berkshire Hathaway

Vor allem der Kursverfall der Apple-Aktie hat das Firmenkonglomerat des Starinvestors tief in die roten Zahlen getrieben. Der Nettoverlust im dritten Quartal fiel mit 12,77 Milliarden Dollar viermal so hoch aus wie ein Jahr zuvor, wie der Berkshire-Hathaway-Konzern am Samstag mitteilte. Dass der Apple-Kurs um zwölf Prozent nachgab und andere von Berkshire Hathaway gehaltene Aktienpakete ebenfalls an Wert verloren, bescherte der Firmengruppe Buchverluste von 23,5 Milliarden Dollar.

Dass die Buchverluste jedoch nicht voll durchschlugen, verdankte der Konzern profitablen Geschäften eigener Unternehmen. Weil etwa der Autoversicherer Geico für weniger Unfälle aufkommen musste und das Rückversicherungsgeschäft von einer vergleichsweise wenig schadensträchtigen Hurrikan-Saison profitierte, kletterte der operative Gewinn von Berkshire Hathaway um 41 Prozent auf 10,76 Milliarden Dollar. Auch der im vergangenen Jahr übernommene Spielzeughersteller Jazwares, der für seine Squishmallows-Plüschtiere bekannt ist, berichtete von guten Geschäften. Bei der Güterbahn BNSF schrumpfte der Gewinn hingegen aufgrund rückläufiger Nachfrage nach dem Transport von Konsumgütern.

Davor warnt Warren Buffett jetzt die Anleger von Berkshire Hathaway

Aber auch wenn es operativ bei Berkshire Hathaway gut lief – sowohl beim Aktienportfolio als auch im Ausblick des Unternehmens zeichnet sich ein großer Pessimismus bei Buffett ab. So erhöhte das Orakel von Omaha ein weiteres Mal seine Cash-Reserve auf inzwischen unglaubliche 157 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig verkaufte der Investor auch Aktien im Wert von fünf Milliarden US-Dollar.

Überdies zeigte sich Buffett bei dem Ausblick von Berkshire ungewöhnlich verhalten. So warnte der Investor vor den Folgen von Krieg, den Zinserhöhungen und den immer noch gestörten globalen Lieferketten. Von ihm hieß es: „Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Ereignisse über längere Zeiträume können derzeit nicht vernünftig abgeschätzt werden.“

Wie geht es weiter mit Berkshire Hathaway?

Der beständige Optimismus eines Warren Buffetts scheint also auch dieser schwierigen Marktlage nicht gewachsen zu sein, was vermutlich auch bei der Veröffentlichung seines Portfolios Mitte November deutlich werden wird.

Das Aktiendepot des Orakels von Omaha ist auch der Knackpunkt vieler Sorgen unter den Anlegern, denn mit der hohen Gewichtung der Apple-Aktie fühlen sich viele Berkshire-Hathaway-Aktionäre nicht mehr wohl.

Allerdings ist die Situation nicht so schlimm, wie sie scheinen mag, denn tatsächlich macht Apple im Vergleich zum NAV von Berkshire “nur” 14 Prozent des Gesamtwertes und es steht die Möglichkeit im Raum, dass Buffett seine Position hier reduziert haben könnte. Ferner bleibt die Investment Holding ein breit diversifiziertes Unternehmen, das sich auch Anleger weiterhin genauer anschauen können. So empfiehlt Börse Online den Titel weiter mit Kursziel 380 US-Dollar, auch wegen der im dritten Quartal erneut bewiesenen operativen Excellenz, zum Kauf.

Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2)

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Mit Material von Reuters

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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Berkshire Hathaway.