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Münchener Rück lässt sich von Corona nicht mehr bremsen

Münchener Rück lässt sich von Corona nicht mehr bremsen
06.05.2021 11:10:39

Die Folgen der Corona-Pandemie halten sich für die Münchener Rück in diesem Jahr trotz hoher Totenzahlen in den USA und in Südafrika in Grenzen. Der weltgrößte Rückversicherer gehe "ziemlich unverändert" von einer Covid-19-Schadenbelastung von 600 Millionen Euro aus, sagte Finanzvorstand Christoph Jurecka am Donnerstag in München.

Im ersten Quartal kostete die Pandemie die Münchener Rück unter dem Strich gut 250 Millionen Euro. Der größte Teil davon entfiel auf die Lebens-Rückversicherung, die unter der Übersterblichkeit vor allem in den USA litt. Das lasse sich durch geringere Schäden in der Reise- und Auto-Versicherung bei Ergo aber wettmachen, sagte der Finanzchef. "Wir sehen, dass die Fallzahlen zurückgehen, vor allem durch den Impffortschritt. Aber das könnte noch schneller gehen."

Die Münchener Rück bleibt bei dem Ziel, den Gewinn in diesem Jahr auf 2,8 (2020: 1,2) Milliarden Euro zu schrauben. Rund 500 Millionen soll die Erstversicherungs-Tochter Ergo beisteuern. Das einstige Sorgenkind hat im ersten Quartal sein Ergebnis auf 178 (72) Millionen Euro mehr als verdoppelt und damit erheblich zum Gewinnanstieg im Konzern auf 589 (221) Millionen Euro beigetragen. Dabei legt Jurecka die Latte für Ergo noch höher: "Das ist nicht das Ende unserer Erwartungen."

In der Rückversicherung profitiert die Münchener Rück von steigenden Preisen und nutzt sie, um das Geschäft auszubauen. Bei der Neuverhandlung der zum 1. April auslaufenden Verträge - vor allem in Asien - zeichnete der Marktführer 17 Prozent mehr Geschäft, wobei die Preise im Schnitt um 2,4 Prozent stiegen. Solche Preissteigerungen habe man zuletzt vor rund zehn Jahren gesehen, sagte Jurecka. "Es ist schön zu sehen, dass wir von der Erneuerung solchen Rückenwind bekommen." Bei den Verhandlungen im Juli werde sich das Marktumfeld weiter verbessern. Für das Gesamtjahr rechnet die weltweite Nummer eins in der Rückversicherung nun mit Bruttobeiträgen von 39 Milliarden Euro, zwei Milliarden mehr als bisher geplant.

Ein Aktienrückkauf sei daher derzeit kein Thema, sagte der Finanzvorstand. Man brauche das Geld für Wachstum.

Auf der Schadenseite schlug im ersten Quartal vor allem die Kältewelle zu Jahresbeginn in Texas zu Buche, die die Münchener Rück 450 Millionen Euro kostete. Die tagelange Blockade des Suez-Kanals durch die havarierte "Ever Given" und deren Folgen für den Schiffsverkehr werde für die Münchener Rück dagegen wohl kein Großschaden, sagte Jurecka. Bisher sei unklar, ob es sich überhaupt um einen versicherten Transportschaden handele. Die Ratingagenturen waren von Milliardenschäden für die Versicherer ausgegangen.

rtr

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