Netflix hat sein milliardenschweres Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery auf ein reines Barangebot umgestellt. Die Änderung soll den Deal beschleunigen, mehr Sicherheit für Aktionäre schaffen und die Konkurrenz von Paramount ausbremsen.

Netflix hat am Dienstag sein Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery (WBD) grundlegend überarbeitet. Der Streamingdienst will die Warner-Aktionäre jetzt komplett in Cash auszahlen. Nach der ursprünglichen Vereinbarung sollte der Kauf zum Preis von 27,75 US-Dollar je WBD-Aktie teilweise in Aktien und teilweise in Bar erfolgen. Nun erhalten die WBD-Aktionäre die 27,75 US-Dollarausschließlich in Cash. Der Gesamtwert der Transaktion bliget weiterhin bei rund 82,7 Milliarden US-Dollar.

Beide Vorstände – sowohl von Netflix als auch von Warner Bros. Discovery – haben die überarbeitete Struktur bereits einstimmig gebilligt. Die 100-prozentige Barzahlung soll nicht für mehr Sicherheit für WBD-Aktionäre sorgen und den Weg zu einer beschleunigten Zustimmung der Anteilseigner ebnen. Durch die Umstellung könnte die Abstimmung der WBD-Aktionäre nun bereits im Frühjahr 2026 stattfinden, womöglich schon im April.

Netflix (WKN: 552484)

Netflix reagiert auf wiederholte Paramount-Aktionen

Damit reagiert Netflix nicht nur auf die Bedenken der eigenen Aktionäre, sondern auch auf die Gegenangebote des konkurrierenden Medienkonzerns Paramount Skydance. Der hatte selbst ein feindliches Angebot für Warner Bros. Discovery abgegeben, das Paramount vollständig in Bar bezahlen will.  Obwohl Paramounts Angebot pro Aktie sogar leicht höher lag, entschied sich der Vorstand von Warner Bros. dafür, Netflix’ überarbeitetes Angebot zu unterstützen. Als Grund wurden unter anderem Finanzierungsrisiken bei dem Bieter angeführt, der höher verschuldet ist als Netflix.

Schwankender Netflix-Aktienkurs spielt keine Rolle mehr

Das Angebot einer reinen Barzahlung duch Netflix dürfte den Deal auch deshalb beschleunigen, weil Wertschwankungen der Netflix-Aktien jetzt keine Rolle mehr spielen. Der Abschlusspreis war seit dem ursprünglichen Angebot aufgrund der relativen Schwäche der Netflix-Aktie unter Druck geraten . Eine Cash-Struktur schafft jetzt mehr Planungssicherheit für Verkäufer und Käufer.

Netflix und Warner Bros. Discovery planen zudem, bestimmte Teile des Warner-Konzerns – etwa die Global Networks-Sparte (Discovery Global), zu der unter anderem der Sender CNN gehört – vor ihrem Abschluss auszugliedern. Diese Trennung soll in den kommenden Monaten erfolgen, bevor die eigentliche Übernahme vollzogen wird.

Die Umstellung auf ein reines Cash-Angebot hat die Wahrscheinllichkeit erhöht, dass die Aktionäre von Warner Bros. Discovery für den Netflix-Deal stimmen - womöglich schon in wenigen Wochen. Für Paramount schließt sich somit das Zeitfenster für Gegenangebote. Für die Börse scheint das Rennen bereits entschieden zu sein: Netflix-Aktien legen am Dienstag gegen den Trend zu, Paramount verliert ein Prozent. Allerdings sinkt damit auch die Wahrscheinlichkeit auf noch höhere Gebote für Warner. Dessen Aktie notiert nahezu unverändert.



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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Warner Bros. Discovery.