Die Bayer-Aktie gehörte in den vergangenen sechs Monaten zweifellos zu den hochvolatilen Outperformern innerhalb des DAX. Die Analysten von UBS verleihen der Aktie zum Wochenstart neuen Schwung.

Nach einer langen Phase der Unsicherheit rund um Glyphosat-Klagen, hohe Schulden und strategische Fragen erlebte das Papier seit Mitte November jedoch eine bemerkenswerte Erholung. Innerhalb von 12 Monaten hat sich die Bayer-Aktie sogar verdoppelt, wenngleich die Aufwärtsbewegung im Zuge des Nahost-Kriegs ins Stocken geriet.

UBS sieht deutliches Aufwärtspotenzial

Nun erhält die Aktie jedoch neuen Rückenwind. Auslöser ist eine Kaufempfehlung der UBS, die das Vertrauen der Anleger in die Turnaround-Story des Leverkusener Konzerns wieder gestärkt hat. Die Papiere reagierten prompt und legten in einem schwachen Marktumfeld um fast drei Prozent zu. Damit näherten sie sich erneut der 40-Euro-Marke, an der die jüngste Rally zuvor ins Stocken abgeprallt war. Die Schweizer Großbank hat ihre Einschätzung für Bayer deutlich angehoben. Analyst Matthew Weston stufte die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und erhöhte gleichzeitig das Kursziel von 48 auf 52 Euro. Aus Sicht der UBS spricht inzwischen mehr für steigende als für fallende Kurse.

Ein zentraler Faktor sei die Entwicklung rund um die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA. Jahrelang belasteten diese Klagen den Aktienkurs massiv und sorgten für Milliardenrisiken in der Bilanz. Inzwischen mehren sich jedoch die Signale, dass sich die Situation für Bayer verbessern könnte. Besonders wichtig sei der sogenannte Durnell-Fall, den das oberste US-Gericht zur Prüfung angenommen hat. Sollte daraus ein für Bayer günstiges Grundsatzurteil entstehen, könnte sich die rechtliche Unsicherheit deutlich reduzieren.

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Pharmasparte als wichtiger Kurstreiber

Neben der juristischen Situation blickt die UBS vor allem auf die Pharmasparte des Konzerns. Hier sehen Analysten mehrere Wachstumstreiber, die in den kommenden Jahren für steigende Umsätze sorgen könnten. Besonders im Fokus steht das Medikament Asundexian, ein Wirkstoff zur Schlaganfallprävention. Positive Studiendaten hatten bereits im vergangenen Herbst maßgeblich zur Kursrally der Bayer-Aktie beigetragen. Sollten sich die Erwartungen an neue Medikamente bestätigen, könnte sich die fundamentale Lage für den Pharmabereich nachhaltig verbessern. Für Investoren wäre dies ein wichtiges Signal, denn die Pharmasparte gilt als entscheidender Wachstumsmotor innerhalb des Konzerns.

Bayer (WKN: BAY001)

Analysten sehen weiteres Potenzial

Ein Blick auf den Analystenkonsens bei Tradingview.com bestätigt dieses Bild. Die Mehrheit der Analysten bewertet die Bayer-Aktie derzeit positiv. Optimistische Einschätzungen wie „Starker Kauf“ (8) und „Kauf“ (3) dominieren die Stimmungslage unter den Analysten. Ergänzt wird das Sentiment durch Ratings wie „Halten“ (8) und „Starker Verkauf“ (1). Auch bei den Kurszielen überwiegt der Optimismus. Diese reichen nämlich von 23 bis 60 Euro und führen zu einem durchschnittlichen Kursziel von 47,28 Euro (aktuell: 39,65 Euro).

Fazit: Die Redaktion von BÖRSE ONLINE „glaubt“ ebenfalls an die Turnaround-Story und räumte dem DAX-Wert in der Anfang Januar veröffentlichten Ausgabe ein Kursziel von 60 Euro ein. Zum Begrenzen potenzieller Verluste wurde allerdings ein Stopp-Loss bei 35 Euro empfohlen.

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