Die umstrittene Datenfirma Palantir hat ein weiteres Mal beindruckende Quartalsergebnisse gemeldet. Können die den seit Wochen anhaltenden Abwärtstrend stoppen?
Die Daten- und KI-Firma Palantir ist für ihre enge Zusammenarbeit mit US-Sicherheitsbehörden bekannt und berüchtigt. Den Geschäften tut das keinen Abbruch, wie die Quartalszahlen zeigen, die Palantir am Montagabend nach US-Börsenschluss vorlegte. Demnach ist Palantir zwischen Januar und März erneut rasant gewachsen. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz im Jahresvergleich um 85 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar (rund 1,37 Milliarden Euro) und hob seine Prognose für das gesamte Jahr an. Der Gewinn stieg auf 33 US-Cents je Aktie, Analysten hatten nur 28 Cents erwartet.
Palantir ist auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisiert und liefert unter anderem Software, mit der Geheimdienst- und Militär-Informationen analysiert werden.
Hohe Nachfrage in den USA
Das Wachstum kommt weiterhin vor allem aus dem US-Geschäft. Die Erlöse im Heimatmarkt waren im vergangenen Vierteljahr mit 1,28 Milliarden Dollar gut doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Das Geschäft mit Regierungsbehörden wuchs dabei um 84 Prozent auf 687 Millionen Dollar. Software von Palantir wird unter anderem vom Heimatschutzministerium, der Einwanderungsbehörde ICE und vom Pentagon eingesetzt – Medienberichten zufolge auch im Iran-Krieg, um Ziele zu identifizieren. Das Geschäft mit Unternehmen in den USA stieg um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar.
Palantir-Chef Alex Karp sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, die Nachfrage in den USA sei aktuell so groß, dass die Firma nicht hinterherkomme.
Palantir-Software in Deutschland umstritten
In Deutschland herrscht seit Monaten eine Debatte, ob und wie deutsche Polizeibehörden die Palantir-Software einsetzen dürfen. Während sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt dafür ausspricht, sind einige Datenschutzbeauftragte in den Ländern dagegen, weil Palantir durch den Zugriff auf mehrere, zum Teil sensible Datenbanken, ein Bewegungsraster von allen Bürgern erstellen kann – egal, ob sie verdächtig sind, oder nicht.
Verhaltene Börsenreaktion
Die Börsenreaktion auf die Zahlen fiel ungewöhnlich verhalten aus: Obwohl die Aktie seit Jahresanfang schon rund 18 Prozent verloren hatte, scheint das gemeldete Wachstum im Kurs eingepreist gewesen zu sein. Die Palantir-Aktie fiel in den USA nachbörslich um rund drei Prozent. In Deutschland handelte Palantir am Morgen auf Tradegate rund zwei Prozent im Minus.
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Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Palantir Technologies.