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Robuste Riesen: Diese Aktien machen Ihr Depot krisenfest

Robuste Riesen: Diese Aktien machen Ihr Depot krisenfest
20.09.2021 06:46:00

Nicht nur ihre Strahlkraft macht große Unternehmen robust gegen Krisen. Die Pandemie hat gezeigt, welche Konzerne solide aufgestellt und in der Lage sind, vom Puls der Zeit zu profitieren. Die operativen Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Von Gian Hessami, Christoph Neulinger und Simone Gröneweg

Sie sind die Schlachtschiffe der Börse. Weltweit aktive Konzerne, die in den vergangenen Jahren in die Stoßfestigkeit ihrer Geschäftsmodelle investiert haben, sind für Krisen gut gewappnet. Sie wirken unzerstörbar, unverwüstlich, wie aus Titan, und wissen den bisweilen ausgeprägten Turbulenzen der Märkte zu trotzen. Experten sprechen dabei häufig von Antifragilität.

Was dies bedeutet, hat der ehemalige Derivatehändler Nassim Taleb erläutert: Systeme und Menschen, die aus unvorhergesehenen Situationen Nutzen ziehen können, bezeichnet er als antifragil. Um zu verdeutlichen, was Antifragilität ist, erläutert er den Begriff mit einer Analogie: "Eines Tages betrachtete ich meine Kaffeetasse. Wie die Kaffeetasse mag Fragilität keine Zufälle, Schwankungen und Erschütterungen. Sie möchte stattdessen Frieden und Ruhe."

Natürlich ist es nicht so, dass gut aufgestellte Unternehmen Krisen herbeisehnen. Dennoch sind substanzhaltige Konzerne in unruhigen Zeiten nicht so fragil wie eine Kaffeetasse, die auf den Boden fällt und zerbricht.

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So haben etliche globale Großkonzerne auch beim jüngsten Stresstest - der Corona-Pandemie - geliefert. Beispiele gefällig? Der US-Konzern Apple, Hersteller des iPhones und der Mac-Rechner, erzielte im dritten Geschäftsquartal 2021 (April bis Juni 2021) einen Gewinn von rund 21,7 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist dies ein Anstieg um rund 93 Prozent. Besonders glänzen konnte die Servicesparte mit dem App Store, iTunes und den Abo-Diensten. Allein mit diesen digitalen Angeboten verdienten die Kalifornier 17 Milliarden Dollar - mehr als doppelt so viel wie mit dem Hardwareverkauf von Computern.

Glänzende Quartalszahlen


Beim deutsch-amerikanischen Konzern Linde, hervorgegangen aus der Fusion des deutschen Unternehmens Linde mit dem US-Wettbewerber Praxair im Jahr 2018, stieg im zweiten Quartal der Nettogewinn um 41 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro. Der Industriegasehersteller beliefert die Auto-, Öl-, Chemie- und Metallindustrie genauso wie Lebensmittelhersteller und Krankenhäuser. Das Unternehmen profitierte zuletzt besonders von der hohen Nachfrage aus der Gesundheits- und Elektronikindustrie sowie aus zyklischen Branchen.

Der französische Luxusgüterkonzern LVMH zählt zu Europas wertvollsten Unternehmen an der Börse. Im ersten Halbjahr 2021 erwirtschaftete der traditionsreiche Konzern mit Designermode, wertvollem Schmuck, teuren alkoholischen Getränken, Lederwaren sowie Kosmetika und Parfüms einen Nettogewinn von 5,3 Milliarden Euro - zehnmal so viel wie 2020 und immer noch gut 60 Prozent mehr als 2019.

Wieder einmal erwies sich die Kernmarke Louis Vuitton als wichtigster Umsatz- und Margentreiber - den Franzosen gehören über 80 namhafte Marken. Kooperationen mit anderen Unternehmen helfen derzeit dabei, den digitalen Auftritt des Konzerns zu verstärken.

Digital bestens aufgestellt ist der amerikanische Softwareriese Microsoft. Im jüngsten Quartal trieb besonders das Cloud-Geschäft die Gewinne. Der Nettogewinn des Herstellers der Spielekonsole Xbox, der Surface-Tablet-PCs und des Betriebssystems Windows stieg im Jahresvergleich um 47 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar. Damit wurden die Erwartungen der Wall-Street-Analysten deutlich übertroffen.

Nicht fehlen darf im Konzert der Börsengiganten der weltweite größte Nahrungsmittelkonzern: Nestlé. Zuletzt wirkten sich Preiserhöhungen und auch der Wegfall von Corona-Beschränkungen positiv auf die Geschäfte aus. Nominal erhöhten sich die Erlöse der Schweizer mit Marken wie Nescafé, Perrier oder Smarties im ersten Halbjahr um 1,5 Prozent auf 42 Milliarden Franken, der Gewinn betrug unterm Strich 5,9 Milliarden Franken.

Europas größter Softwarehersteller SAP erhöhte nach einem unerwartet robusten zweiten Quartal moderat seine Prognosen für das Gesamtjahr. Einerseits brillierte das Cloud-Geschäft, andererseits ging es mit den herkömmlichen Softwarelizenzen nicht ganz so stark bergab wie von Experten erwartet. Per Saldo verdienten die Walldorfer 1,45 Milliarden Euro - fast zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Maßgeblichen Anteil hatten daran die Beteiligungen von SAP an Start-ups über das Risikokapitalvehikel Sapphire Ventures.

Gut läuft es auch für den Mischkonzern Siemens. Das DAX-Mitglied hob zum dritten Mal seine Gewinnprognose an. Vor allem das Digitalgeschäft sorgt mit hohen Margen für starke Zahlen. Siemens wird gerade zu einem Software- und Digitalkonzern mit angehängtem Industriegeschäft umgebaut. Im dritten Quartal (April bis Juni 2021) erzielte der Konzern einen Gewinn nach Steuern von 1,5 Milliarden Euro - fast dreimal so viel wie im Vorjahresquartal.

Halbleiter für die Welt


Wenn man über große Player an den Märkten spricht, darf Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) nicht fehlen. Der Konzern ist nach Intel aus den USA und Samsung aus Südkorea der weltweit drittgrößte Chiphersteller. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Halbleitern - etwa in der Automobilindustrie - sorgt für glänzende Geschäfte. Der Nettogewinn kletterte im zweiten Quartal um gut elf Prozent auf 134 Milliarden Taiwan-Dollar.

Die jüngsten Geschäftszahlen der genannten Konzerne zeigen, wie rentabel sie sind und wie gut ihre jeweiligen Geschäftsmodelle funktionieren. Da aber an den Börsen bekanntlich die Zukunft - und nicht die Gegenwart - gehandelt wird, sollten Unternehmen, auf die man setzt, Argumente für weitere Kursfantasie liefern. Die Redaktion von BÖRSE ONLINE hat acht Aktien herausgefiltert, bei denen dies zutrifft. Welches Potenzial hinter den Giganten steckt und welche weiteren Gründe es für den Kauf der Aktien geben könnte, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

AUF EINEN BLICK Börsengiganten

Apple-Aktie: Markenidentität und Kundenloyalität


Jeder kennt die Bilder von unendlichen Warteschlangen vor den Apple-Stores, wenn das begehrte iPhone der nächsten Generation auf den Markt kommt. Diese starke Identifizierung mit der Marke schafft Apple vor allem durch die Schlichtheit des Designs und eine nahezu selbsterklärende Oberfläche. Der Verkaufsschlager iPhone 12, der wie alle Apple-Geräte mit dem hausinternen Betriebssystem iOS betrieben wird, wird vermutlich im Herbst dieses Jahres von seinem Nachfolger, möglicherweise dem iPhone 13, abgelöst. Die Gerüchteküche brodelt - auch hinsichtlich eines Apple- Autos, das in den nächsten Jahren auf den Markt kommen könnte.

Neben dem boomenden Geschäft mit den begehrten Smartphones, Laptops und Tablets gewinnt Apple zunehmend Marktanteile im Bereich der sogenannten Wearables wie Smartwatches. Mit knapp 30 Prozent Marktanteil ist der iPhone-Hersteller Marktführer in diesem Segment. Der Nettoumsatz von Apple betrug im dritten Quartal über 81 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um rund 36 Prozent. Was die Rekordfahrt allerdings etwas bremsen könnte, ist der derzeitige Mangel an Halbleitern.

Der Konzern hat zwar vorgesorgt und klagt aktuell noch nicht über gravierende Lieferengpässe, aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Fehlen der Halbleiterbauteile nicht doch stärker auswirkt. Momentan beträgt die Wartezeit beim Kauf des aktuellen iPhone 12 nur wenige Tage. Der gemessen am Börsenwert größte Konzern der Welt hat bereits im vergangenen Jahr den mit eigenen Prozessoren versehenen M1-Chip vorgestellt - ein weiterer Schritt Richtung Unabhängigkeit von Zulieferern.

Empfehlung: Kaufen

Linde-Aktie: Starkes Geschäft, viel Kursfantasie


Linde produziert Industriegase und ist der weltgrößte Anbieter dieser Gase, die etwa die Stahl-, Auto- und Chemieindustrie benötigen. Das ist aber noch nicht alles. Auch in den Bereichen Umweltschutz und medizinische Therapien verdient der deutsch-amerikanische Konzern Geld. So stellt das DAX-Unternehmen etwa Sauerstoff für Krankenhäuser her. Mit Wasserstoff leistet Linde einen Beitrag zur Energiewende. Dieses Geschäft soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden.

Bereits heute erwirtschaftet das deutsch-amerikanische Unternehmen einen Umsatz vom mehr als zwei Milliarden US-Dollar mit Produktion, Vertrieb, Speicherung und Anwendung von Wasserstoff. Linde-Chef Steve Angel sieht Wasserstoff als Antriebstechnologie der Zukunft. Angesichts der erwarteten Investitionsvorhaben von mehr als 100 Milliarden Dollar weltweit könne sich das Wasserstoffgeschäft seiner Einschätzung nach in Zukunft vervierfachen.

Insbesondere bei großen Transportmitteln wie Lastwagen, Zügen, Fähren und Bussen werde sich Wasserstoff zuerst durchsetzen. Die Dekarbonisierung, also die Senkung des Ausstoßes von Kohlenstoffdioxid, sei überall auf der Welt der große Trend, erklärt Angel. So plane Europa, seine Konjunkturprogramme mit der Reduzierung von Kohlendioxid zu verknüpfen. Grüner Wasserstoff wird seiner Ansicht nach dabei eine große Rolle spielen. Dies gelte auch für China, Südkorea und Japan. Kurzum: Bei Linde läuft es rund. Das Kerngeschäft brummt. Zuletzt profitierte der Konzern vor allem von der starken Nachfrage aus der Gesundheits- und Elektroindustrie. Und das Thema Wasserstoff sorgt für Kursfantasie.

Empfehlung: Kaufen

LVMH-Aktie Begehrenswerte Luxuswaren


Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 300 Milliarden Euro ist LVMH das wertvollste Unternehmen Europas. Mehr als 70 Labels hat der Konzern im Portfolio. Hinter dem Kürzel LVMH verbergen sich die Marken Louis Vuitton und Moët Hennessy - zwei Firmen mit langer Tradition. Bereits im Jahr 1742 begann der Franzose Claude Moët, in Paris Wein aus der Champagne zu verkaufen. Nachdem Moët mit der Cognac-Dynastie Hennessy fusioniert war, wurde daraus der Spirituosenhersteller Moët Hennessy. Louis Vuitton war der Name eines Pariser Koffermachers, der sein Geschäft 1854 eröffnete. Seine Gepäckstücke galten als unverwüstlich.

1987 schlossen sich die beiden Unternehmen zusammen, um feindliche Übernahmeversuche abzuwehren. Trotzdem schaffte es der Dior-Eigentümer Bernard Arnault zwei Jahre später, sich die Mehrheit zu sichern - gegen den Willen der Gründerfamilien. Sein Ziel, einen Megakonzern zu schaffen, hat er mit einer weltweiten Shoppingtour erreicht. Heute gehören weitere Luxuslabels wie Bulgari, Fendi, Kenzo und Tiffany zum mittlerweile weltgrößten Luxuskonzern.

Da während der Pandemie kaum Empfänge, Theater- und Opernaufführungen stattfanden, Kreuzfahrtschiffe und Prachtstraßen leer blieben, war 2020 für LVMH ein Jahr zum Vergessen. Trotzdem wies LVMH noch eine halbe Milliarde Euro Gewinn aus. Das zeigt, wie gut das Unternehmen Krisen wegstecken kann. Und seither läuft es besser denn je: Der Rekordumsatz von 28,7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr lag nicht nur um gut die Hälfte über dem Lockdown-Jahr 2020, sondern auch elf Prozent über dem Niveau von 2019. Der Nettogewinn verzehnfachte sich auf 5,29 Milliarden Euro.

Empfehlung: Kaufen

Microsoft-Aktie: Durchstarten ins digitale Zeitalter


Reichlich Auftrieb erhielt die Aktie des Softwaregiganten Microsoft nach dem starken Quartalsbericht mit einem Nettogewinn von fast 16,5 Milliarden US-Dollar zwischen Anfang April und Ende Juni. Die Nachfrage nach digitalen Produkten ist riesig und steigt laut Vorstandschef Satya Nadella kontinuierlich. Dabei bietet das Unternehmen aus Redmond im US-Bundesstaat Washington weit mehr als Betriebssysteme und Anwendungsprogramme für Rechner. Microsoft ist Betreiber der Internetsuchmaschine Bing und übernahm bereits vor Jahren das Berufsund Karrierenetzwerk Linkedin. Mit seiner Cloud-Plattform Azure ist der Tech-Gigant in diesem schnell wachsenden Segment nach Amazon mit AWS der weltweit zweitgrößte Anbieter.

Microsofts Betriebssystem Windows ist nach wie vor das meistgenutzte seiner Art. Zudem arbeitet Microsoft permanent an Verbesserungen und Updates seiner Büroprogramme. Für das Office-Softwarepaket wurden erstmals seit 2011 die Preise erhöht, was unter anderem dazu geführt hat, dass die kanadische Bank RBC ihr Kursziel auf 360 US-Dollar anhob. Für das Vorzeigetool MS Teams wurden neue Funktionen angekündigt. MS Teams ist eine Anruf-, Chat- und Videoplattform, in der Apps integriert, Daten und Dokumente hochgeladen und parallel bearbeitet werden können. In Pandemiezeiten mit dem Trend zum Homeoffice nutzten viele Unternehmen MS Teams und dürften dies weiterhin tun. Der Tech-Gigant ist bestens aufgestellt und für stürmische Börsenzeiten gewappnet. Die Trends zu mehr Digitalisierung und Homeoffice sollten in den nächsten Jahren für Aufwind sorgen. Wir erhöhen das Kursziel und ziehen den Stopp nach.

Empfehlung: Kaufen

Nestlé-Aktie: Grundsolide und dividendenstark


Süßigkeiten, Milchprodukte, Babynahrung, Kaffee, Tiefkühlkost, Mineralwasser und vieles mehr: Nestlé ist der größte Nahrungsmittelhersteller der Welt. Unter Vorstandschef Mark Schneider optimieren die Schweizer ihr Portfolio und setzen erfolgreich auf wachstums- und margenstarke Bereiche wie Tiernahrung oder Gesundheitsprodukte wie Vitamine.

Darüber hinaus entwickeln sie kontinuierlich innovative neue Produkte. Laut einer Analyse der DZ Bank zahlen sich zudem die Internetaktivitäten aus - mit noch stärkeren Online- als Offline-Marktanteilsgewinnen. Für die Aktie spreche zudem die erstklassige Bilanz, das krisenresistente Geschäftsmodell, die hohen freien Cashflows und die aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik.

Die kann sich in der Tat sehen lassen: Für das Geschäftsjahr 2020 hat Nestlé die Dividende von 2,70 Franken auf 2,75 Franken je Aktie angehoben. Nicht nur, dass die Schweizer bereits seit 61 Jahren ihre Aktionäre am Gewinn beteiligen, seit 26 aufeinanderfolgenden Jahren punkten sie mit einer Dividendenerhöhung. Bei der Berenberg Bank wittert man große Chancen für einen Kapitaleinsatz. So schätzen die Experten, dass Nestlé in den nächsten zwei Jahren über 20 Milliarden Franken zusätzlich zu den 13 Milliarden Franken, die im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufs verbleiben, hauptsächlich für Fusionen und Übernahmen einsetzen könnte. Im ersten Halbjahr 2021 hat der Konzern eigene Aktien im Wert von 3,1 Milliarden Franken zurückgekauft. Eine global hervorragende Marktposition, eine konsequente Strategie, ein langfristig positives Chartbild, eine attraktive Dividende: Die Aktie bleibt ein Kauf, sie ist allerdings in Deutschland aktuell nur außerbörslich handelbar.

Empfehlung: Kaufen

SAP-Aktie: Die Datenwolke im Visier


Der Software-Riese SAP will zur "Cloud- Company" werden und mit dem Programm "Rise with SAP" seinen Kunden helfen, in die Cloud umzusteigen und Geschäftsprozesse umzugestalten. Bis 2025 lautet das Ziel, mit den Cloud-Erlösen die Marke von 22 Milliarden Euro zu knacken. Bei der Belebung des Cloud-Geschäfts soll das Start-up Signavio helfen, das SAP zu Jahresbeginn für 950 Millionen Euro übernommen hat.

Auch wenn sich Investoren offenbar noch nicht einig sind, ob die ehrgeizigen Ziele bei SAP in den kommenden Jahren tatsächlich umgesetzt werden können: Laut Finanzvorstand Luka Mucic geht die Cloud-Strategie bislang auf. Signavio habe einen fantastischen Start in der SAP-Gruppe gehabt. "Wir haben die Transaktion erst Anfang März abgeschlossen. Seit Mai können wir die Signavio-Produkte als Teil von SAP vertreiben und haben bereits im zweiten Quartal ein prozentual dreistelliges Wachstum beim Auftragseingang erreicht", sagte er der "Börsen-Zeitung".

SAP erwarte auch im zweiten Halbjahr eine steigende Zahl größerer Engagements im Rahmen von "Rise with SAP". Dies bedeute zwar auch, dass sich der Rückgang der Lizenzerlöse fortsetzen dürfte, aber das sei in Ordnung und sei Teil der Strategie, verlautbarte der Konzern. Weiteres Potenzial erhofft sich SAP durch den Umstand, dass derzeit immer noch viele Firmen damit beschäftigt sind, ihre Technik fürs dezentrale Arbeiten aufzurüsten. Große IT-Projekte müssen vielerorts warten. Analysten sehen hierbei das zweite Halbjahr als entscheidend an. Falls die Impfungen rund um den Globus voranschreiten und Dienstreisen wieder möglich sind, ist den Experten zufolge mit Nachholeffekten zu rechnen.

Empfehlung: Kaufen

Siemens-Aktie: Vom Industrie- zum Softwarekonzern


Siemens befindet sich im Umbau. Nach der Abspaltung von Siemens Energy rückt die Informationstechnik immer mehr in den Vordergrund. Der alte DAX-Riese wandelt sich gerade zu einem Software- und Digitalkonzern mit angehängtem Industriegeschäft. Im Fokus stehen Software- und Cloud-basierte Dienstleistungen. Der starke Auftragseingang im Digitalgeschäft zeigt, dass die Strategie bislang aufgeht. Konzernchef Roland Busch, der zu Jahresbeginn Joe Kaeser ablöste, ist dabei die treibende Kraft. Durch Akquisitionen will er den Wandel weiter beschleunigen.

So kaufte Siemens jüngst den niederländischen Bahn-Softwarespezialisten Sqills für mehr als eine halbe Milliarde Euro. Sqills hat eine Softwareplattform entwickelt, mit der die Nutzer eine Reise mit Bus und Bahn planen, buchen und bezahlen können. Das Unternehmen beschäftigt 160 Mitarbeiter und soll kommendes Jahr einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro erreichen.

Im Zuge des boomenden Geschäfts hat Siemens zum dritten Mal in diesem Geschäftsjahr seine Prognosen für Umsatz und Gewinn erhöht. Laut Busch resultiert ein Teil der großen industriellen Nachfrage aus dem Aufbau von Lagerstätten und Reserven bei den Siemens-Kunden. Zugleich erwartet der Konzern steigende Kosten für Rohstoffe und Bauteile, die das Geschäft beeinträchtigen könnten. Die höheren Preise für Material hat Siemens bisher durch langfristige Verträge und andere Absicherungsmaßnahmen teilweise ausgleichen können. Zudem habe es auch rechtzeitige Preisanpassungen gegeben. Sowohl strategisch als auch operativ rechnen Analysten mit wachsender Dynamik bei dem Technologiekonzern und empfehlen die Aktie zum Kauf.

Empfehlung: Kaufen

Taiwan Semiconductors-Aktie: Schwergewicht der Halbleiterindustrie


Mit einem Börsenwert von 567 Milliarden US-Dollar (etwa 478 Milliarden Euro) ist Taiwan Semiconductor Manufacturing, kurz TSMC, etwas überraschend in die Top Ten der wertvollsten Unternehmen der Welt aufgerückt. Überraschend deshalb, weil Halbleiter als hochgradig zyklisch verschrien sind und die Hersteller in der Vergangenheit mit entsprechenden Bewertungsabschlägen gehandelt wurden.

Das rasante Voranschreiten der Digitalisierung könnte jedoch dafür sorgen, dass sich die Situation ändert und der Bedarf an Mikrochips auf Jahre oder gar Jahrzehnte kontinuierlich hoch bleibt. Die anhaltend starke Nachfrage nach Chips und Großkonzerne, die händeringend nach Halbleiterbauteilen suchen, spielen TSMC in die Karten. So konnte der taiwanische Chiphersteller für das abgelaufene Quartal einen bis dato nie dagewesenen Rekordumsatz von über 13 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Das entspricht einem satten Plus von 28 Prozent. Auch der Ausblick für das laufende Quartal lässt bei Investoren Freude aufkommen, da ein weiteres Plus von knapp 20 Prozent erwartet wird.

Um der globalen Nachfrage weiterhin gerecht zu werden, plant TSMC, seine Produktionskapazitäten weltweit auszubauen, indem neue Standorte erschlossen werden. Erste Machbarkeitsstudien laufen - auch für ein Fertigungswerk in Deutschland. Gemessen an den Verkaufszahlen ist TSMC nur der drittgrößte Chiphersteller der Erde, aber eben auch der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiterelemente. Daher will TSMC künftig noch näher am Kunden sein, weshalb unter anderem ab 2024 eine weitere Fertigungsstätte im US-Bundesstaat Arizona in Betrieb gehen soll, um etwa den Großkunden Apple zu beliefern.

Empfehlung: Kaufen


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