Stundenlange Schlangen vor den Swatch-Läden in Deutschland. Der Uhren-Hype rund um die "Royal Pop"-Kooperation zwischen Swatch und Audemars Piguet löst eine Hysterie in der Zielgruppe aus. Auch die Aktie kletterte auf ein neues 12-Monats-Hoch.

Viele verwenden das Wort 'Hype' in Deutschland inflationär. Dabei beschreibt es eine Phase extrem emotionaler Begeisterung für ein Produkt oder für eine Person. Eine Massendynamik löst dabei den bekannten Prozess aus. Genau das passiert auch bei der aktuellen Kooperation zwischen Swatch und Audemars Piguet (AP). Diese brachte bunte Plastik-Taschenuhren hervor, die der Händler in seinen Läden für rund 400 Euro verkauft. Wer am Wochenende in München oder einer anderen Großstadt unterwegs war, kam um den Massenandrang kaum herum. Dennoch zeigt sich mittlerweile bereits eine degenerative Phase.

Von der Ankündigung zum Hype: Swatch sorgt für Kurssprung

Der Schweizer Uhrenhersteller hat Anfang Mai seine Social-Media-Kanäle mit kryptischen Ankündigungen bespielt. Daraufhin folgte der erste Anstieg der Aktie am 07. Mai. An diesem Tag stieg das Wertpapier um 16,94 Prozent und notierte den Kurs bei 233 Euro. Die offizielle Bestätigung der Kooperation am 11. Mai sorgte für einen kurzzeitigen Sprung auf das 12-Monats-Hoch von 240 Euro, bevor die Aktie wieder etwas an Wert verlor. Derzeit notiert sie bei 221,20 Euro, was einem Plus von 38,2 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht. Seit diesem Wochenende ist klar: Viele hatten den Hype sogar noch unterschätzt.

Der Andrang auf die Taschenuhren mit dem Lederarmband war so riesig, dass einige Shops vorsorglich schließen mussten. Der Grund, warum die Uhr so gut ankam, liegt in der Exklusivität von AP. Die Manufaktur stellt in Feinstarbeit Edelstahl-Armbanduhren her, bei denen die Lieferzeiten teilweise mehrere Jahre betragen können. Mit einem Preispunkt um die 36.000 Euro waren Fans völlig überrascht von der Kooperation und hofften teilweise auf eine günstigere Version der begehrten Uhr. Obwohl dies nicht eintraf, sorgte die hohe Nachfrage für einen knappen Bestand der 400-Euro-Uhren.- und ein großes Interesse für den Sekundärmarkt.

Weitere Big Player

Ein weiterer Kandidat für Hype-Produkte ist Apple. Das US-Unternehmen und viele weitere finden Anleger als Investitionsideen im "Tech-Giganten"-Index von BÖRSE ONLINE.

Sorgt ein Crash für die Euphoriebremse?

Swatch löste 2022 mit der Moonswatch bereits einen vergleichbaren Hype aus. Auch an der Börse zeigte sich dieser Hype. Auch an diesem Wochenende campierten unzählige Menschen bereits Tage vor der eigentlichen Veröffentlichung der Uhren vor den Swatch-Läden in Deutschland - nur, um sich ein Stück der Royal-Pop-Kollektion zu sichern. Dennoch scheint der Hype bereits zu abzuflachen. Zumindest lässt dies der Sekundärmarkt.

Obwohl Swatch für jeden Käufer nur eine Uhr vorsah, erzielten die ersten Modelle auf eBay oder Chrono24 bereits Preise jenseits der 5.000 US-Dollar-Marke. Innerhalb eines Tages sanken diese Preise jedoch deutlich und verursachten einen Crash von über 70 Prozent. Mittlerweile liegen die Gebote auf dem Sekundärmarkt zwischen 900 und 1.600 US-Dollar. Nach wie vor ist zwar ein Gewinn von bis zu 400 Prozent möglich, allerdings lag dieser vor rund 72 Stunden deutlich höher. Der Hype rund um die Kooperation scheint also etwas abzuflachen. Der Aktie schadet es dennoch nicht. Der Kurs befindet sich weiter im Plus und erhält Rückenwind durch noch immer sehr hoch gehandelte Preise. Dennoch könnte der Hype-Cycle in nicht einmal einer Woche enden. Einen wirklichen Effekt auf den Kurs, dürfte dies allerdings nicht haben.

Dieser Fall zeigt eindrücklich, welcher Treiber hinter einem Hype steht. Seit dem Social-Media-Zeitalter brechen diese zudem deutlich häufiger aus, was zu entsprechenden Anstiegen führt.

Swatch Group (WKN: 865126)

Der Aufschwung kommt

Während die Swatch-Aktie derzeit ordentlich zulegt, gibt es andere Werte, die sogar noch mehr Gewinnpotenzial besitzen. Drei davon untersucht der Aktien-Report "Kurz vor der Kursexplosion" genauer und verrät, warum sich ein Einstieg lohnen kann.

Zuschauen lohnt sich

Einer der am stärksten gewachsenen Werte in den vergangenen Jahren ist Nvidia. Der Chip-Konzern veröffentlicht heute seine Zahlen und BÖRSE ONLINE ist für Sie dabei. Wann es losgeht und wo Sie mitschauen können, verrät dieser Artikel.

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Häufig gestellte Fragen

Warum sorgt die Swatch-Kooperation für so viel Hype?

Weil die Zusammenarbeit mit Audemars Piguet eine exklusive, limitierte Kollektion mit starkem Sammler- und Wiederverkaufswert ausgelöst hat.

Wie hat die Swatch-Aktie auf den Hype reagiert?

Die Aktie sprang auf ein neues 12-Monats-Hoch und liegt aktuell deutlich im Plus.

Warum gab es auf dem Sekundärmarkt so hohe Preise?

Weil die Nachfrage kurzfristig massiv höher war als das Angebot und viele Käufer auf schnelle Gewinne spekulierten.

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