Die Aktie von SAP stand zuletzt an der Börse ordentlich unter Druck. Am Donnerstagmorgen hat das Unternehmen seine Jahreszahlen Zahlen präsentiert. Danach fiel der Kurs zweistellig. Zu Unrecht?

Nachdem die Aktie von SAP in den vergangenen sechs Monaten um 21 Prozent an Wert verloren hat, hofften viele Anleger anlässlich der Jahreszahlen auf eine Trendwende bei dem Konzern. Tatsächlich hat der Dax-Riese seinen Gewinn in 2025 verdoppelt - doch der Börse reichte das heute nicht.

So fielen die SAP-Zahlen aus

2025 stieg der Erlös des Konzerns dank des starken Zuwachses bei Cloudsoftware insgesamt um acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro, der schwache Dollar bremste dabei erheblich und kostete beim Umsatzanstieg drei Prozentpunkte. Allerdings blieb das Wachstum des Auftragsbestands in der Cloud mit währungsbereinigt 25 Prozent etwas unter den Erwartungen der Analysten.

Das bereinigte operative Ergebnis legte unter anderem wegen Einsparungen durch einen großen Personalabbau um 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro zu und fiel damit etwas besser aus als erwartet. Unter dem Strich wuchs der Nettogewinn auf 7,5 Milliarden Euro, das war mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Im Vorjahr hatten Stellenstreichungen die Bilanz mit Milliardenkosten belastet.

SAP kündigte an, sein Umsatzwachstum in diesem Jahr zu beschleunigen und dabei profitabler zu werden. Der Produktumsatz mit Cloudsoftware und herkömmlichen Lizenzen soll währungsbereinigt um 12 bis 13 Prozent zulegen, die Cloudsoftware zur Nutzung über das Netz sogar um um 23 bis 25 Prozent, wie das Dax-Schwergewicht am Donnerstag mitteilte. Dadurch wollen die Walldorfer das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 14 bis 18 Prozent klettern lassen, wenn Wechselkursschwankungen ausgeklammert werden. Damit würde die Marge weiter anziehen. Mit deisen Zielsetzungen liegt SAP im Rahmen der Erwartungen von Analysten.

Denen gefiel jedoch nicht, dass der der Auftragsbestand im Cloud-Sektor auf Sicht von zwölf Monaten zunächst langsamer wachsen wird im Vorjahr. Als Bonbon kündigte das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von zehn Milliarden Euro über zwei Jahre an. 


Kommt jetzt die Trendwende bei der SAP-Aktie?

Doch das konnte die Investoren nicht mehr besänftigen: Direkt nach Handelsbeginn setzte am Donnerstag eine Verkaufswelle ein, die die Aktie in der Spitze um zwölf Prozent absacklen ließ. Um 9.20 Uhr notierte das Papier dann knapp zehn Prozent im Minus bei 178 Euro. 

Damikt sind Hoffnungen auf eine baldige Trendwende der Aktie erst einmal geplatzt. Charttechnisch bleibt SAP schwer angeschlagen, auch wenn das KGV für das laufende Jahr mit nn 28 für eieen Technolgiewert direkt günstig erscheint. 

Vor den Zahlen sahen Analysten in der jüngsten Schwächephase des Titels eine klare Kaufchance. Sie bescheinigten dem DAX-Konzern im Schnitt rund 47 Prozent Kurspotenzial. Ob sich an dieser Einschätzung nach den heutigen Zahlen etwas ändert, werden wir spätestens morgen wissen. Auch die Redaktion von BÖRSE ONLINE wird ihr bishriges Kursziel überprüfen.  

SAP (WKN: 716460)

Enthält Material von dpa-AFX

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