Am sogenannten Hexensabbat spielen die Aktienkurse gerne verrückt. Schuld ist der dreifache Verfall an den Terminbörsen: Am Mittag waren Optionen und Futures auf die Indizes ausgelaufen. Im Zuge dessen knackte der Dax das neue Jahreshoch bei 11.451,57 Zählern. "Es ist der größte Optionsverfall des Jahres - und es ist ein klassischer Hexensabbat", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners mit Blick auf die größeren Kursschwankungen. Zum Handelsschluss sind noch die Optionen auf einzelne Aktien an der Reihe.

Mehr Rückenwind könnte von der Wall Street kommen: Der US-Standardwerteindex Dow Jones näherte sich in den vergangenen Tagen mehrfach bis auf knapp 50 Punkte der psychologisch wichtigen 20.000er Marke und könnte diese am Freitag erneut in Angriff nehmen.

EURO UND GOLD STABILISIERT - KUPFER BILLIGER



Der Euro notierte zum Wochenschluss mit 1,0443 Dollar weniger als einen US-Cent über seinem 14-Jahres-Tief vom Donnerstag. Wegen der gegensätzlichen Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantik sagten Börsianer weitere Kursverluste der Gemeinschaftswährung voraus. Denn während die Europäischen Zentralbank (EZB) die Finanzmärkte weiter mit billigem Geld flutet, stehen die USA vor einer Serie von Zinserhöhungen. Diese hätten noch einen weiteren Effekt, betonte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. "Gute Konjunkturdaten dürften dem Dollar mehr helfen als schlechte ihm schaden."

Die Stärke der US-Währung dämpfte die Nachfrage nach zahlreichen Rohstoffen, da diese für Investoren außerhalb der USA teurer werden. Das Industriemetall Kupfer verbilligte sich um 1,1 Prozent auf 5670 Dollar je Tonne. Gold, dessen Preis in den vergangenen Wochen um mehr als zehn Prozent gefallen ist, stabilisierte sich bei 1134 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

EVOTEC UND GENERALI IM AUFWIND



Bei den deutschen Aktienwerten gehörte Evotec mit einem Kursplus von bis zu 7,1 Prozent zu den Favoriten. Die Papiere der Biotechfirma verteuerten sich auf bis zu 7,25 Euro und waren damit so teuer wie zuletzt vor 14-1/2 Jahren. Die TecDax-Firma arbeitet künftig bei der Entwicklung von Medikamenten für Nervenkrankheiten mit dem US-Pharmaunternehmen Celgene zusammen.

An der Mailänder Börse stiegen Generali um bis zu 5,2 Prozent auf ein Elf-Monats-Hoch von 14,91 Euro. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge ist die Allianz am Frankreich-Geschäft des italienischen Versicherers interessiert. Insidern zufolge will sich Generali aber nicht aus Frankreich zurückziehen.

rtr